Der Wert der Technischen Betriebe Wil (TBW) ist weiter gestiegen. Das betont Daniel Meili, Wiler Stadtrat und Vorsteher des Departements Versorgung und Sicherheit, am Dienstagvormittag während einer Pressekonferenz. Diese Tatsache hat mit der Erhöhung des Eigenkapitals sowie den Anlagewerten des Wiler Energieversorgungsunternehmens zu tun. Immerhin erwirtschafteten die TBW im Geschäftsjahr 2019 einen Rechnungsüberschuss von 2,9 Millionen Franken. «Das rund 1,5 Millionen Franken unter dem Budget liegende Ergebnis ist in erster Linie auf die angepasste Abschreibungsmethodik und die neuen Bewertungsgrundsätze sowie die Auflösung der Neubewertungsreserven gemäss des Rechnungsmodells der St. Galler Gemeinden», erklärt die Stadt Wil in einer Medienmitteilung. Umso mehr freut sich Meili, dass die TBW für das laufende Budget zusätzlich zum Fernwärmeprojekt 3,4 Millionen Franken für nachhaltige Projekte erhalten haben. Das sei wichtig. Denn das Unternehmen habe nicht nur das Ziel, die Stadt Wil und deren Bewohner mit Strom, Wasser, Telekommunikation und Gas zu versorgen. «Die TBW stehen auch in der Verantwortung für die Umwelt», führt Meili weiter aus.

TBW im schweizweiten Vergleich

Obwohl die TBW unter dem Budget liegt, ist deren Geschäftsleiter Marco Huwiler mit den Ergebnissen zufrieden. Denn Huwiler blickt auf eine ganze Reihe von «bedeutenden Meilensteinen» im vergangenen Jahr zurück. «Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören beispielsweise die intensive Projektbearbeitung für die Fernwärme Wil und die Lancierung des neunen Mobile-Angebotes der Thurcom inklusive neuem Marktauftritt und modernisiertem Shop», sagt Huwiler. In Sachen Energieeffizienz und erneuerbaren Energien seien die TBW im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich. «Das hat uns das Benchmarking des Bundesamts für Energie gezeigt», so Huwiler.

 
Marco Huwiler, Geschäftsleiter der TBW, über die Ziele des Energieversorgungsunternehmen. (Video: Magdalena Ceak)

Während des TBW-Geschäftsjahres 2019 wurde in der Äbtestadt der Klimanotstand ausgerufen. Nun stellt sich die Frage, welchen Einfluss dies auf das Energieversorgungsunternehmen hat? «Die Reduktion der Treibhausgasemissionen kann nur gelingen, wenn das Energiesystem vorwiegend auf erneuerbare, CO2-neutrale Energieträger umgestellt wird», heisst es weiter. Und genau das will die TBW unterstützen. «Wir haben bereits im Jahr 2018, also vor dem Klimanotstand, standardmässig Gas mit 20 Prozent Biogas-Anteil eingeführt», so Meili. Zudem liefert die TBW Strom ausschliesslich aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Auch Huwiler betont, dass der Schritt zum Klimanotstand keinen grossen Einfluss auf die TBW hatte. «Die Nachhaltigkeit war bereits vor dem Klimanotstand ein Thema bei uns», sagt Huwiler. Nun wolle die TBW die Aktivitäten im Umbau der Energieträger noch gezielter verstärken.

Ausserdem wurde eine Strategie Solaroffensive für den zukünftigen Ausbau von Photovoltaik-Anlagen mit unterschiedlichen Umsetzungsmodellen definiert. Laut der Medienmitteilung der Stadt Wil werden einzelne Massnahmen bereits dieses Jahr den Liegenschaftsbesitzern zur Verfügung gestellt. «Mit dem PV-Bürgermodell ‘tbw.solar.wil’ und der Förderung von E-Cargobikes wurden den Wiler Bürgern zusätzliche Möglichkeiten geboten, sich am Klimaschutz zu beteiligen.» So könne jeder einzelne Bürger dazubeitragen, dass das Label «Energiestadt Gold» bis ins Jahr 2022 erreicht werde.