Alle Stühle und Stehplätze des Stadtsaals sind von den MaturandInnen und ihren Angehörigen voll besetzt worden. Die Festgesellschaft in guter Laune, geduldig mit den künstlerischen Darbietungen, Reden, Zeugnisverleihung und Huldigungen. Während vier Jahren haben die Schüler gelernt, geübt und Prüfungen bestanden, bis sie als Maturandinnen und Maturanden heute das Maturazeugnis in Empfang nehmen können. Doris Dietler Schuppli, Rektorin, begrüsste die Vertreter der Behörden, Angehörige, Lehrpersonen und die Maturae und Maturi mit Vorfreude auf die Feier und die kommende Ballnacht.

Thema des Maturaballs : The Roaring Twenties – Die brüllenden Zwanzigerjahre
Die MaturandInnen könnten laut brüllen vor Freude über den Abschluss der Kantizeit. Die Zwanzigerjahre, also vor bald hundert Jahren, waren in den USA die Boomjahre mit starkem Wirtschaftsaufschwung, was der Gesellschaft, vorab den Frauen, neue Freiheiten brachte, mit Staubsauger, Verhütungsmitteln und Frauenstimmrecht. Alle Möglichkeiten des Lebens standen offen, und das ist mit dem Abschluss der Matura genauso möglich.

Zeugnisse für 129 MaturandInnen in 7 Klassen
Zu den Zeugnissen erhielten die Maturandinnen ein für die Openair-Saison unverzichtbares Necessaire mit Lippenstift, und die Maturanden eins mit Haargel. Klasse für Klasse überreichte Doris Dietler die Zeugnisse den erfolgreichen 129 Maturae und Maturi. Viel Applaus und Stolz war allen gewiss.

Wettbewerb für Nachhaltigkeit
Die Preise für die nachhaltigsten Maturaarbeiten verlieh Markus Wagner, Präsident der Arbeitgebervereinigung der Region Wil. Timo Kleger zum Thema «Energieautarkes Wohnen durch saisonale Speicherung» und Mareike Brockes mit «Simulation of ecological residental house heating» betrachteten ein ähnliches Thema aus verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln, mit Modellen, Simulationen und Berücksichtigung zukünftiger Technologien. Carla Gutmann beschäftigte sich mit Abfallbewirtschaftung «Zero Waste – Was ist wirklich möglich?». Das Fazit: Veränderung beginnt mit kleinen Schritten und bei jedem Einzelnen.

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Preisverleihung durch Markus Wagner, Arbeitgebervereinigung der Region Wil, an Timo Kleger, Carla Gutmann und Mareike Brockes

Die Klassenbesten
Die etwas pathetische Einführung durch Kurt Enderli, Vizepräsident des Kantivereins, zielte auf die Verbundenheit der Generationen ab, da ohne Eltern keine Kinder, die jetzt auf der Bühne stehen, und umgekehrt der nötige Dank der Kinder für ihr Dasein und Unterstützung durch ihre Förderer. Im Prinzip hat er recht, aber man kann den Dank nicht verlangen. Er muss von selber und von Herzen kommen. Es erstaunt, wie die Besten es geschafft haben einen Notendurchschnitt von über 5.8 zu erreichen. Das ist einfach ausserirdisch.

MaturandInnen als Künstler auf der Bühne
Die Eröffnung durch Selina Weiss am Horn war ergreifend, passend zum gefühlvollen Einstieg in die Maturafeier. Danach auf der Bühne ein gewiefter Maturand von 2010, Raphael Kaufmann, der in der Zwischenzeit Assistenzarzt im Burghölzli ist. Als Slam-Poet wurde er 2010 Schweizer Meister und jetzt lockerte mit seinem Schalk die gespannte Stimmung - ein richtiger Eisbrecher. Sein Tipp aus einiger Distanz von der Kantizeit: Feiern, feiern, den Abschluss und jeden Zwischenerfolg feiern.

markierte die ebenfalls zur Klasse 4gGM gehörende Nadin Fey mit Klavierbegleitung und einem Lied von Jonathan Foreman die Halbzeit, während Carla Gutmann zum Abschluss mit einem Liebeslied aus der Oper Carmen bezauberte. Die Klasse 4gGM wird belächelt als Hobby-Matura mit bildnerischem Gestalten und Musik, aber wie man sieht, bringt sie Stimmung in die Gesellschaft und Vorfreude auf den Apéro und den nachfolgenden Kantiball.