«Lohnwahnsinn in der Challenge League», schrieb der «Blick» vergangenen Monat und legte die Löhne der Spieler von Leader Lausanne-Sport offen. Demnach soll Stürmer Anthony Koura 13 500 Franken im Monat verdienen. Auch bei Verteidiger Nikola Boranijasavic sollen es stattliche 11 500 Franken monatlich sein.

Es ist noch nicht lange her, da war der «Lohnwahnsinn» noch viel extremer – nicht bei Lausanne-Sport, sondern beim FC Wil, als er unter türkischer Führung stand. Doch die Zeiten, als Spieler pro Monat kolportierte 50'000 Franken verdient haben, sind vorbei. Um dies zu untermauern, legt FC-Wil-Präsident Maurice Weber die Zahlen offen. Die best-verdienenden Spieler – es sind «drei oder vier» - bekommen je zwischen 7000 und 7500 Franken pro Monat – also gute die Hälfte des bestbezahlten Lausanners. Es handelt sich beim FC Wil um die Führungsspieler in einer ansonsten blutjungen Mannschaft.

Viele Spieler müssen nebenbei noch arbeiten

Alle anderen streichen deutlich weniger Geld ein. Wenn jungen Spielern ein erster Profivertrag gegeben werde, betrage der Lohn 500 Franken. Die zahlreichen Nachwuchs-Nationalspieler bekommen vom FC Wil 1500 Franken pro Monat. Sind sie von anderen Vereinen ausgeliehen, kann es vom Besitzer-Klub, je nach Abmachung, noch ein zusätzliches Einkommen geben. Die etwas älteren Spieler kassieren laut Weber zwischen 3000 und 4000 Franken. Dazu kommen bei allen Punkteprämien. Trotzdem: «Die meisten unserer Spieler arbeiten nebenbei noch», sagt Weber. «Eine einheitliche Lohnstruktur ist mir besonders wichtig.»

Alles in allem steht dem FC Wil ein Budget von 2,6 Millionen Franken zur Verfügung. Bei Lausanne-Sport beträgt dieses laut Weber 12,5 Millionen Franken, bei den Grasshoppers gar 13,6 Millionen. Von dem her ist es umso erstaunlicher, dass die Äbtestädter mit den beiden Liga-Krösussen sowie dem FC Winterthur die Challenge-League-Spitzengruppe bildet.

FC Wil spielt gegen Mönchengladbach

Maurice Weber lässt zudem verlauten, dass der FC Wil im kommenden Sommer ein lukratives Testspiel austragen wird. Im Rahmen der aufgegleisten Zusammenarbeit kommt es zu einem freundschaftlichen Vergleich mit dem Bundesligaklub Borussia Mönchengladbach – und zwar «in der Schweiz». Trifft der FC Wil alsdann auf den Deutschen Meister? Gut möglich, ist doch «Gladbach» momentan Tabellenführer in der Deutschen Bundesliga – drei Punkte vor Verfolger Dortmund.