Im Alter von acht Jahren stand Daniel Bösch zum ersten Mal im Schwingkeller. Damals zusammen mit seinem Bruder im Schwingkeller von Uzwil. Da im Jahr 1996 die Jungschwinger erst mit zehn Jahren an einem Buebeschwinget starten durften, trainierte Daniel Bösch als kleiner „Knirps“ mit seinen Kollegen zwei Jahre mit, konnte jedoch nie ein Fest bestreiten. In seiner Jungschwingerzeit erkämpfte er sich als Sennenschwinger den einen oder anderen Zweig und wechselte damals vom Schwingclub Uzwil zum näher gelegenen Schwingclub in Wil. Der gebürtige Kirchberger dominierte, je älter er wurde, immer mehr bei den Jungschwingern. Schon damals war klar: Wenn er im Alter von 16 Jahren zu den Aktiven wechselt, kann er gefährlich werden.

«Ich durfte dann im Jahr 2004 zum ersten Mal bei den Aktiven starten und nahm sofort ersten Kranzfest der Saison teil», erinnert sich Bösch. Beim ersten Kranzfest in Uesslingen durfte er auch gleich mit dem ersten Kranz nach Hause reisen. Es folgten in der gleichen Saison noch der St. Galler und der Bündner Kranz. Somit war klar: Der Sennenschwinger wird auch in Zukunft das Geschehen im Schwingsport prägen. Dank seinen drei Kränzen durfte er noch im selben Jahr am Eidgenössischen Schwingfest in Luzern starten – und dies im Alter von 16 Jahren. Beim Anschwingen hiess damals sein Gegner Christian Schuler. Dem Schwyzer begegnete er dann in der Karriere immer wieder.

Kein «Noname» mehr in Aarau

Dank seinen zwei Kränzen am Nordostschweizer Schwingfest 2005 und 2006 konnte sich Bösch als Teilverbandskranzer bezeichnen und qualifizierte sich damals zum ersten Mal für den Unspunnen-Schwinget. Ebenfalls ein Name, welcher den Toggenburger noch prägte. Das Eidgenössische Schwingfest in Aarau stand vor der Tür und der damals 19-Jährige erkämpfte sich alle möglichen Kränze in der laufenden Saison. Dazu gehörten auch die drei ersten Bergrkänze, angefangen mit dem Kranz am Schwarzsee und auf der Rigi sowie dem ersten Schwägalp-Kranz. Die gute Saison 2007 machte sich dann auch in Aarau bemerkbar und er war kein „Noname“, mehr. Für einen Überraschungsmoment sorgte er dann am Samstagabend im vierten Gang in Aarau, als er den grossen Favoriten Martin Grab auf den Rücken legte und die Nordostschweizer Kurve so richtig zum Kochen brachte. Schlussendlich reiste er als neuer Eidgenosse aus dem Aargau nach Hause.

Hoch und Tiefs

Den Kranz von Aarau wollte Bösch drei Jahre später in Frauenfeld, vor der Haustüre, bestätigen. Der Schuss ging aber nach hinten los und am Sonntagabend sass er mit wässrigen Augen auf den Rasensitzplätzen. Bösch konnte selber nicht glauben, dass er den Kranz verpasst hatte. «Frauenfeld 2010 und Burgdorf 2013 muss ich als grösste Enttäuschungen in meiner Karriere bezeichnen», sagt Bösch heute.

Nach der grossen Enttäuschung in Frauenfeld folgte im Jahr danach der Unspunnen-Schwinget. Eine Woche vor dem Fest war der Wolzenalp-Schwinget. Auf die Frage, wieso er nicht im Favoriten-Check der Zeitung „Blick“ sei, antwortete er: „Ich gehöre nicht dazu.“ Eine Woche später, bei strömendem Regen, stand Bösch fünf Jahre nach seinem ersten Einsatz am Traditionsanlass gegen den bekannten Christian Schuler im Schlussgang. Völlig überraschend meldete er sich am Unspunnen zurück und konnte das Fest für sich entscheiden. Favoriten wie Sempach, Wenger, Forrer, Grab und wie sie noch heissen, bremsten sich selber aus dem Rennen und der Toggenburger marschierte durch.

Nach diesem Erfolg musste er seinen Sieg bestätigen und er wuchs im Jahr 2012 zum Favoriten für Burgdorf an. Die Saison 2013 hatte er dann mit dem Sieg am Zürcher Kantonalschwingfest und dem Sieg am St. Galler Kantonalschwingfest erfolgreich gestartet. «In der Woche nach dem St. Galler Kantonalen riss ich mir das Kreuzband und die Saison war vorbei. Eine bittere Pille war das damals», sagt Bösch.

Acht St. Galler-Siege, zwei Schwägalp-Siege

Trotz der grossen Enttäuschung im 2013 liess der Zuzwiler den Kopf nicht hängen und kam 2014 noch stärker zurück. Er feierte Festsieg um Festsieg und war dann am Kilchberg Schwinget wieder im Favoritenkreis. Schliesslich klassierte er sich auf dem Gutsbetrieb in Kilchberg auf dem guten dritten Schlussrang. Darauf folgte im 2015 der erste Festsieg auf der Schwägalp und mittlerweile hat er bereits zwei Sieg am Heimfest auf sicher. „Ich kann und darf meinen Unspunnen-Sieg, die zwei Schwägalp-Siege und die acht Erfolge am eigenen Kantonalschwingfest als grösste Erfolge bezeichnen“, sagt Bösch. Es darf auch nicht vergessen werden, dass er am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer-le-Lac mit Abstand das beste Notenblatt vorweisen konnte und in den letzten vier Jahren immer im Schlussgang auf der Schwägalp stand. Nun konnte er unlängst seinen 100. Kranzerfolg am eigenen Kantonalschwingfest mit dem Sieg feiern - und liess kurze Zeit später den 101. Krank folgen. Was für eine Geschichte für den gelernten Metzger. (pd/red)

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Am St. Galler Verbandsschwingfest 2019 in Widnau holte sich Daniel Bösch de n100. Kranz.