Ende November 2022 waren im Kanton St.Gallen 8'897 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet. Das sind 319 Personen oder 3,7 Prozent mehr als Ende Oktober 2022. Damit ist die Zahl der Stellensuchenden im Vergleich zum Vormonat erstmals im laufenden Jahr spürbar angestiegen. Im langjährigen Vergleich entspricht dies einer für die Saison zu erwartenden Entwicklung. Im Vergleich zum November 2021 sind 2'690 Personen oder 23,2 Prozent weniger auf Stellensuche.

Altersgruppen

Der Rückgang ist im Jahresvergleich in der jüngsten Altersgruppe etwas tiefer als bei den Älteren. Bei den 15- bis 24-Jährigen sind 200 Personen weniger bei einem RAV gemeldet, das sind 18,0 Prozent. Bei den 25- bis 49-Jährigen wird der Vorjahresstand um gut 1'600 Personen oder 24 Prozent unterschritten. Die Zahl der 50-jährigen und älteren Stellensuchenden ist gegenüber dem Vorjahreswert um 865 Personen gesunken, das entspricht 23 Prozent.

Wahlkreise

Die Zahl der Stellensuchenden ist in allen Wahlkreisen im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Die Bandbreite liegt zwischen 0,7 Prozent im Werdenberg und 8,9 Prozent im Toggenburg, was auf saisonale Gründe hinweist. Im Vorjahresvergleich ist in allen Wahlkreisen weiterhin eine Abnahme der Stellensuchendenzahlen zu beobachten. Hier bewegt sich die Spannbreite zwischen minus 16,5 Prozent im Wahlkreis Wil und minus 28 Prozent im Wahlkreis St.Gallen.

Kurzarbeit

Die Zahl der für Kurzarbeit vorangemeldeten Mitarbeitenden beläuft sich per Ende November 2022 auf 803 Personen aus 32 Betrieben. Dies sind rund 50 Personen und 4 Betriebe weniger als Ende Oktober. Die Entwicklung ist mit saisonalen Schwankungen vor der Pandemie vergleichbar. Betroffen sind vor allem Industriebetriebe.

Offene Stellen: Meldepflicht wird 2023 angepasst

Ende November waren bei den RAV des Kantons St.Gallen 4'599 offene Stellen gemeldet, 556 mehr als vor Jahresfrist und 717 weniger als im Vormonat. Knapp 80 Prozent davon stammen aus Berufen, die der Meldepflicht unterstehen. Am stärksten gesucht sind Hilfsarbeitskräfte, Dienstleistungsberufe, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Handwerks- und verwandte Berufe.

Die Liste der Berufe, die bei einer Vakanz zwingend den RAV gemeldet werden müssen, wird auf Anfang 2023 verkleinert. Unter anderem fallen Verkaufsberufe des Detailhandels weg. Wie stark sich die Zahl der Stellenmeldungen dadurch verringern wird, ist offen, weil unklar ist, wie viele der betroffenen Betriebe die Dienstleistungen der RAV weiterhin in Anspruch nehmen werden.