Eine grosse Lohnauszugs-Panne ist gestern dem Schweizer Fleischverarbeitungsbetrieb Micarna am Mittwoch passiert: Viele der über 3000 Angestellten haben per Post zusätzlich zum eigenen Lohnauszug jeweils den eines anderen Mitarbeiters bekommen. Andere Mitarbeiter haben sogar kein Lohnzettel bekommen. Ein für die Mitarbeiter ärgerlicher Fehler, wenn man nicht möchte, dass die Arbeitskollegen so vertrauliche Daten in die Hände bekommen. 

Auf die Frage von hallowil.ch, ob der Standort Bazenheid vom grossen Verwechslungschaos betroffen ist, antwortet Deborah Rutz, Leiterin Kommunikation & Medienstelle der Micarna: «Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass lediglich drei Unternehmen betroffen sind – also Mitarbeiter von drei Unternehmen nicht die gesamte Unternehmensgruppe.» Dabei handle es sich um die Micarna SA, die anderen beiden Unternehmen seien nicht in der Ostschweiz ansässig. «Auf Ihre konkrete Frage bezogen, heisst das: Bei der Micarna SA sind Mitarbeiter von unterschiedlichen Produktionsstandorten betroffen – unter anderem auch Bazenheid.» Doch wie viele Mitarbeiter haben in Bazenheid den falschen Lohnauszug erhalten? Eine genaue Zahl möchte Micarna nicht nennen. Das Fleischverarbeitungsunternehmen möchte auch nicht sagen, ob jemand den Lohnzettel von Unternehmensleiter Albert Baumann bekommen hat. «Micarna äussert sich nicht zu den betroffenen Mitarbeitern», sagt Rutz, «in erster Linie zum Schutz der betroffenen Personen.» Ausserdem seien die Abklärungen noch nicht vollumfänglich abgeschlossen. Nach aktuellem Wissensstand hätten schweizweit weniger als fünf Prozent der über 3000 Micarna-Mitarbeiter fälschlicherweise den Lohnauszug eines Arbeitskollegen erhalten, also weniger als 150 Personen. «Ausserdem können alldiejenigen ausgeschlossen werden, welche den elektronischen Lohnbrief-Versand –den elektronischen Verschlüsselungsdienst der Schweizerischen Post – nutzen», so Rutz.

Vorfall bei der maschinellen Verpackung

Bei den Problemen beim brieflichen Lohnversand hat es sich um einen technischen Vorfall bei der maschinellen Verpackung einzelner Lohnbriefe gehandelt, wie Micarna-Mediensprecherin Rutz erklärt. Die detaillierte Problemanalyse sei noch Gegenstand der laufenden Abklärungen.

Ein Micarna-Mitarbeiter beklagte sich bei der Pendlerzeitung 20 Minuten, dass viele Angestellten vergebens auf eine Erklärung oder Entschuldigung vom Arbeitgeber warteten: Micarna habe den Mitarbeitern einfach mitgeteilt, dass das falsch versandte Lohnblatt ungeöffnet zurückschicken sollten. «Als wären wir schuld am Chaos», wird der anonyme Mitarbeiter in der Pendlerzeitung zitiert. «Diese Aussage ist nachweislich falsch», sagt Micarna-Sprecherin Rutz. In weniger als einer Stunde habe man alle Mitarbeiter informiert. «Sowohl über das Problem an sich, als auch darüber wie betroffene Mitarbeiter mit vertraulichen Daten umzugehen haben», führt Rutz weiter aus.