Nach dem Lockdown ist in Wil vor der Eröffnung eines Schulhauses. Zwar liegen dazwischen noch acht Wochen Schule und ein thematischer Zusammenhang besteht nicht, aber nach den Sommerferien ist es soweit: Statt im maroden Zeughaus können die Schüler des Wiler Lindenhof-Quartiers im Langacker-Pavillon beschult werden. Dessen Bau hat vor einer Woche begonnen. Es entsteht zwischen dem Kunstturn-Zentrum und der Schulanlange Lindenhof ein zweigeschossiges Gebäude mit acht Klassenzimmern und vier Gruppenräumen. Kostenpunkt: rund 5,6 Millionen Franken. Vor etwas mehr als einem Jahr hat eine deutliche Mehrheit im Stadtparlament mit 25:8-Stimmen dieses Provisorium befürwortet.

Einst sah der «Fahrplan» vor, dass der «Langacker» im März dieses Jahres bezogen werden kann – was nun wegen dem Coronavirus ohnehin nicht geschehen wäre. Renato Tamburlini, Leiter Hochbau der Stadt Wil, sagt: «Der für Mitte März terminierte Beginn der Montage der Raummodule hat sich infolge von Produktionsverzögerungen bei der Kifa AG verschoben. Nun läuft sie auf Hochtouren.»

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Der Bau des modularen Gebäudes hat Fahrt aufgenommen. (Bilid: Simon Dudle)


Provisorium oder Providurium?

Wie lange das Provisorium bestehen bleibt, ist offen. Grundsätzlich ist es für eine Dauer von acht Jahren ausgelegt. In dieser Zeitspanne soll geklärt werden, wie es mit den Wiler Schulen im Allgemeinen weitergeht. Es ist aber vorstellbar, dass im Langacker auch danach Schule abgehalten wird – zumal das Gebäude modular gebaut wird und somit jederzeit ergänzt werden könnte. Der zuständige Stadtrat Daniel Stutz hatte einst von «vollwertigem Schulraum» gesprochen. «Es wurde bisher in der Stadt Wil noch nie ein Schulprovisorium wieder abgerissen», sagte Reto Gehrig im Rahmen der Stadtparlaments-Diskussion. Darum hat das Gebäude auch bereits den Übernamen «Providurium» bekommen.