Spannender und enger könnte eine Entscheidung kaum ausfallen. Mit 36 von 40 möglichen Punkten entschied Erich Stör die Thurgauer Austragung von «Mini Schwiz Dini Schwiz» für sich und seine liebgewonnene Wohngemeinde. Dicht dahinter folgen Egnach und Berg mit 35 Punkten, Wängi mit 32 Punkten und Berlingen mit 31 Punkten. «Damit habe ich nun wirklich gar nicht gerechnet. Gehofft zwar schon, aber dass es für den Sieg reicht, hat mich überrascht», sagt Erich Stör (67). Stolz blickt der ehemalige, selbständige Schreinermeister, zurück auf die Drehtage im November 2020 und erinnert sich, dass es kein Zuckerschlecken war. «Die Drehtage verlangten von uns fünf Teilnehmern, den Kameraleuten, dem Aufnahmeleiter und dem Regisseur alles. Die Tage waren lang und oft brauchte es Szenen, die wir mehrere Male durchspielen mussten. Nichtsdestotrotz war es eine tolle Erfahrung einmal zu sehen, was es alles braucht nur um eine Sendung zu produzieren die dann lediglich eine Spieldauer von rund 20 Minuten hat».

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Erich Stör in seinem Element. Dazu gehört Arvenholz.

Willkommen im Alfred Sutter Park

Erich Stör wurde durch die Produktionsfirma ITV Köln kontaktiert, ehe er sich in einem mehrminütigen Bewerbungsfilm definitiv für die Sendung qualifiziert hat. «Bevor ich mich beworben habe, diskutierten wir meine Teilnahme noch im Vorstand von «Lebenswertes Münchwilen», schnell resultierte daraus die Meinung, dass ich genau der richtige Mann für «Mini Schwiz Dini Schwiz», bin», sagt Stör lachend. Nervös sei er gewesen vor den ersten Drehs, gibt er zu. «Doch versuchte ich von Beginn an, einfach mich selber zu sein» und das gelang ihm offenbar. Eingeladen hatte er seine «Konkurrenten» zum eröffnenden Apéro in den Alfred Sutter Park, ehe es in die Gärtnerei Bieri, in die Schreinerei Specker zum Anfertigen von Arven-Duftboxen und in die Kochschule s-tisch zum Backen ging. Dabei entstanden als Premiere und unter der Anweis-ung von Feinbeck Silvio Dietsche, die erste Münchwiler Spezialität. Diese ist unter dem Namen «Münchwiler Sterne» beim neuen Münchwiler Beck bereits im Angebot.

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Kochen in Erich Störs Kochschule war für seine Mitstreiter ein Element der Sendung.

Faszination Fernsehen

Erich Stör, der in seiner Freizeit gerne Velo fährt, sich als Steinbildhauer betätigt oder auch mal mit Schneeschuhen auf der Hulftegg unterwegs ist, zeigt sich nach Drehschluss und der Ausstrahlung der Sendung fasziniert, vom Schaffen der Produzenten. «Was es alles braucht, wie viel im Vorfeld geplant werden muss und wie die verschiedensten Zahnräder für funktionierende Aufnahmen ineinandergreifen müssen, ist schon unglaublich. Jetzt schaue ich meine Lieblingssendung, den Tatort, mit ganz anderen Augen und mit dem Wissen, wie aufwändig die ganze Arbeit dahinter ist.» Oft brauchte es mehrere Stunden Aufnahmezeit, bis eine sechsminütige Sequenz im Kasten war. «Hut ab vor den Fernsehmachern, auch, weil sie aktuell unter den coronabedingten Massnahmen noch schwierigere Arbeit verrichten müssen».

Erich Stör, der Macher

Um eine TV-Erfahrung reicher frönt Erich Stör nun wieder seinen Hobbys, wobei auch seine Frau Ursula stets an seiner Seite steht. In unzähligen Ämtern hat er sich engagiert, hat jahrelang Schreinerlehrlinge zu Fachleuten ausgebildet und gründete vor Jahresfrist den Verein «Lebenswertes Münchwilen». «Dieser hat sich ursprünglich aus einer Gruppe von 5G Gegnern gebildet. Während dem Lockdown im März engagierten wir uns vor allem im gemeinnützigen Sinn. Sei es im besorgen der Einkäufe, Fahrdienste oder als telefonische Ansprechpartner für Personen in schwierigen Situationen.» Und in diesen Verein lässt Erich Stör das Preisgeld von 1000 Franken fliessen; eine tolle Geste.

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Nach seiner Pensionierung geniesst Erich Stör auch gerne mal seine Ruhe auf seinem Ofenbänkli.