Infolge des Priestermangels musste auch in der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland (SEMF) das Gottesdienstangebot wesentlich reduziert werden. Bis vor wenigen Jahren wurden am Samstagabend regelmässig in der Georgskapelle Zuckenriet ein Vorabendgottesdienst und an jedem Sonntagvormittag in den Kirchen von Niederhelfenschwil und Lenggenwil die Sonntagsmessen gefeiert. Neben den beiden Pfarreien der Gemeinde Niederhelfenschwil sind auch Zuzwil und Züberwangen vom reduzierten Angebot betroffen. Fahrdienste ermöglichen jedoch, dass vor allem ältere Personen die Messfeiern in anderen Kirchen besuchen können. Die wesentlich kleinere Anzahl von Gottesdiensten hat auch Auswirkungen auf den Ministrantendienst, sinkt doch die Zahl der Einsätze.

In Zuckenriet schrumpft die Mini-Schar
In den Gotteshäusern der Gemeinde Niederhelfenschwil fanden kürzlich die Ministrantenaufnahmen statt, bei denen austretende Minis verabschiedet und neue aufgenommen wurden. In der Georgskapelle Zuckenriet übernahmen Kaplan Karl Wenzinger und Katechet Urs Vescoli im Rahmen des Sonntaggottesdienstes diese Aufgabe. Fünf Ministranten beendeten ihren Dienst in der Liturgie, leider aber fand sich kein einziges Kind bereit für den Eintritt in den Kirchendienst. Die austretenden Michel und Leandro Fürer, Jonas Zwick, Steven Fischer und Noel Santschi quittierten ihren freiwilligen Dienst aus zeitlichen oder persönlichen Gründen. Urs Vescoli dankte den fünf Knaben für ihren teilweise langjährigen Einsatz und übergab ihnen eine Osterkerze als Anerkennung.

Den Worten Taten folgen lassen
In seiner Predigt machte sich Urs Vescoli Gedanken über den blinden Gehorsam. Die Religionslehrer, mit denen Jesus in Kontakt getreten sei, hätten ihm vorgeworfen, seine Anhänger nicht auf die Einhaltung aller Gesetze zu ermahnen. „Jesus aber forderte sie auf, bei allem was sie tun das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und dieses Ziel sei, den Willen Gottes zu erfüllen“, erklärte der Seelsorger. Jesus habe sich nicht gegen die Gesetze gewehrt, sondern gegen unüberlegte Prinzipien und blinden Gehorsam. „Wenn Gesetz und Liebe sich widersprechen, folge der Liebe“, sei ein Wort Jesu. Mit der Geschichte des barmherzigen Samariters verband er Gedanken an die Nächstenliebe. Sehen und Hören müsse zum Handeln führen.

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Ein herzlicher Dank an die Austretenden für die freiwillige DienstbereitschaftDer Seelsorger freute sich, dass neue Minis in den Dienst der Kirche eintraten

Neue Minis in Niederhelfenschwil
Eine Woche nach dem Gottesdienst in Zuckenriet fand die Ministrantenaufnahme in der Johanneskirche Niederhelfenschwil statt. Die Liturgie feierte Pfarrer Hermann Hungerbühler, unterstützt von Katechet Urs Vescoli, der in seiner Predigt die gleichen Gedanken wie in Zuckenriet äusserte. Er gab seiner Freude über den Eintritt von fünf neuen Ministranten Ausdruck: „Es freut mich, dass wir heute wieder eine schöne Schar neuer Ministranten aufnehmen können. Es ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass sich junge Menschen freiwillig für den Dienst in der Kirche bereit erklären“. Die neuen Minis: Noel Buchmann, Carmen Gahlinger, Damian Meyenberger, Samya Schönenberger, Franziska Wittwer. Austritte: Sandro Baltensperger, Christian Kleger, Fabien und Samira Koller, Noah Rüttimann, Barbara Wittwer, Gian Zwick.

Juchzed und singed
Der Johanneschor unter der Leitung von Bernhard Zingg umrahmte den Gottesdienst mit der gehörfälligen Jodlermesse „Juchzed und singed“ von Peter Roth. Dabei konnte Emanuel Krucker, Sohn der Bichwiler Pastoralassistentin Ingrid Krucker, mit seinem ansprechenden Hackbrettspiel volkstümliche Akzente setzen. Die Orgelbegleitung übernahm Antonia Widmer. Für den Chor war dies eine gute Vorbereitung auf den sonntäglichen Einsatz in einem Alters- und Pflegezentrum in Embrach. Die ökumenische Feier regte der evangelische Pfarrer Walter an, der vorher im Bürgerspital St.Gallen wirkte. Der Johanneschor durfte dort während einiger Zeit jährlich in einem Sonntagsgottesdienst auftreten.