Der höchste Wiler heisst ab sofort Roland Bosshart und nicht mehr Marc Flückiger. Bereits zum 14. Mal in der 35-jährigne Geschichte des Wiler Stadtparlaments ist somit ein Vertreter der CVP der höchste Repräsentant der Stadt. 37 von 40 Stimmen entfielen auf den 62-jährigen Schulinspektor, der schon zehn Jahre dem Stadtparlament angehört.

Es war das erwartet gute Ergebnis. Ein ähnlich gutes machte auch Christof Kälin (SP), der 36 Stimmen auf sich vereinte, somit Vizepräsident wurde und das Parlament im Jahr 2021 aller Voraussicht nach führen wird. Somit ist dieses nun während zwei Jahren fest in schulischer Hand, sind doch beides Pädagogen. Mal schauen, ob in der Schulthematik bis Ende 2021 die vielen offenen Fragen beantwortet werden können.

Weihnachtslieder: Nur CVP unterstützt SVP

Im ganzen Wahl- und Feierprozedere ging fast etwas unter, dass die Stadtparlamentarier dazwischen eine Entscheidung mit Strahlkraft fällten. Es ging um drei Weihnachtslieder, welche am Mattschulhaus nicht gesungen worden waren, nachdem es Kritik abgesetzt hatte. Dies wiederum löste viel Kritik an der Schulleitung aus. Bei Schulpräsidentin Jutta Röösli gingen fast schon unzählige Mails ein, die zum Teil deutlich unter der Gürtellinie und auch anonym waren. Das Thema wurde von allen grossen Medien aufgenommen.

Ursula Egli von der SVP wollte mit einer Resolution erreichen, dass sich die Wiler Politik der Thematik annimmt. Jedoch sprach sich neben der SVP lediglich die CVP dafür aus, die Resolution dem Gemeinderat zu überweisen. Da die CVP nicht geschlossen dafür stimmte, gab es ein schliesslich einigermassen deutliches Ergebnis. Mit 17:21-Stimmen sagten die Stadtparlamentarier, dass sich die Wiler Politik nicht darum zu kümmern hat. Trotzdem ist durchaus vorstellbar, dass die Politik noch aktiv wird. Denn auf Ebene Kantonsrat sind gleich mehrere Vorstösse in dieser Thematik hängig.

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Der Parlamentsticker:

18.37 Uhr: Wir bedanken uns für das Interesse. Bis bald auf hallowil.ch.

18.35 Uhr: Dann wird hier Schicht gemacht. Damit für die Parlamentsfeier genug Zeit bleibt, wird auf die weiteren beiden Traktanden verzichtet. Nun gibt es zuerst einen Apéro, dann die Parlamentsfeier. Wir beenden an dieser Stelle den Ticker, werden dann aber heute am späten Abend noch von der Parlamentsfeier - und auch nochmals zusammenfassend von dieser kurzen Sitzung berichten.

18.33 Uhr: Die Voten haben sich erschöpft. Nun die Abstimmung. Das Ergebnis: Mit 17:21-Stimmen wird die Resolution nicht überwiesen. 2 Enthaltungen hat es gegeben.

18.30 Uhr: Im Angesicht der sich abzeichnenden "Niederlage" versuchen Egli und Gehrig mit zweiten Voten das Ruder noch herumzureissen. Wird wohl nix.

18.26 Uhr: Weiter im Takt mit Erika Häusermann (GLP), welche zu diesem Thema schon eine Anfrage an den Stadtrat gerichtet hatte. Die Antwort der Exekutive bezeichnet sie als "heisse Luft". Wenn man Musik verbiete, würden ihr die Worte fehlen.

18.20 Uhr: Jigme Shitsetsang trägt das Votum für die FDP vor. Die Lieder seien nicht verbannt worden. Sie würden wieder kommen. Unglücklich sei, dass ein interner Entscheid der Presse zugespielt wurde. Das sei nicht gut für das Vertrauen. Er wünscht sich eine gewisse Gelassenheit bei solchen Themen. Die FDP ist der Meinung, dass die Resolution nicht nötig ist.

18.18 Uhr: Eva Noger (Grüne Prowil) steht nun am Rednerpult. Die Schule habe eine Weihnachtsfeier wie immer durchgeführt, ausser mit angepasstem Lied-Repertoire. "Es ist nicht unsere Aufgabe, Vorgaben an die Schule zu machen. Es ist bedenklich, dass die SVP die Stimmung weiter anheizt", sagt Eva Noger.

18.13 Uhr: Die Diskussion wird nun durch Reto Gehrig lanciert, der im Namen der CVP-Fraktion spricht. Man könne hinter dieser Resolution stehen, sagt er. Dora Luginbühl (SP) sieht es anders. Man habe sich geärgert über die Resolution. Es gebe nichts rückgängig zu machen. Weihnachten werden gefeiert an den Wiler Schulen. "Es wäre eine falsche Vereinnahmung, wenn man den Schulen etwas vorgeben würde", sagt Dora Luginbühl.

18.05 Uhr: Egli sagt, dass es mit einer Entschuldigung längst nicht getan sei. Es nimmt sie wunder, was die Schulpräsidentin zu sagen hat. Et voilà: Das Wort ist bei Schulpräsidentin Jutta Röösli. Sie sagt, es habe eine interne Diskussion gegeben bei der Liedauswahl. Lieder seien rausgenommen worden, um das Programm zu straffen. "Wir müssen uns die Frage gefallen, ob wir übervorsichtig waren", sagt Röösli. Reflexionen hätten nun stattgefunden, auch mit den Schulleitungen. Traditionen hätten einen wichtigen Stellenwert an den Wiler Schulen. So zum Beispiel Ostern und Muttertag. Man wolle den Schülern Traditionen und Bräuche vermitteln.

17.59 Uhr: So, fertig gewählt. Nun wird politisiert. Es geht nun die Weihnachtslieder, welche am Mattschulhaus nicht gesungen wurden, nachdem es im Vorfeld Kritik abgesetzt hatte. Ursula Egli hat eine Resolution eingereicht und will, dass sich die Politik dem annimmt.

17.55 Uhr: Es geht gleich munter weiter mit Wahlen. Die Stimmenzähler sind nun an der Reihe. In einer offenen Abstimmung werden Jannik Schweizer (FDP), Michael Fischer (Grüne Prowil) und Pascal  Stieger (SVP) werden bei einer Enthaltung gewählt. Als Ersatzstimmenzähler werden Urs Etter (FDP), Michael Sarbach (Grüne Prowil) und Ursula Egli (SVP) gewählt. Das geht sogar ohne Gegenstimme.

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Der neue Vize-Parlamentspräsident Christof Kälin (SP) wird in einem Jahr zum Parlamentspräsidenten - aller Voraussicht nach. Das freut auch Silvia Ammann, Fraktionspräsidentin der Wiler Sozialdemokraten.

17.50 Uhr. Hier kommt die Glocke. Es hat etwas von einer Bundesratswahl. Alsdann: Mit 36 Stimmen gewählt ist Christof Kälin. Auch da gibt es einiges an Applaus. Wie schon zuvor bei Roland Bosshart. Präsident und Vizepräsident kennen sich übrigens aus gemeinsamer Lehrer-Aktivität.

17.42 Uhr: Und wider wird gewählt. Auch diese Wahl erfolgt geheim. Erneut kurz Pause.

17.41 Uhr: Weiter geht es mit der Wahl des neuen Vizepräsidenten Christof Kälin (SP), der dann aller Voraussicht nach in einem Jahr "höchster Wiler" wird. Fraktionspräsidentin Silvia Ammann stellt Kälin vor. Er ist Lehrer an der Sportschule Lindenhof und sei kein Vielredner. Alles in allem sei Kälin der ideale "Vizepräsident".

17.35 Uhr: Vorgänger Flückiger attestiert er ein "schwungvolles" Jahr. Er liebe es ja, Sitzungen zu verlängern. Darum übergibt er ihm ein fünf Meter langes Verlängerungskabel. "Damit kannst du zu Hause verlängern, was du willst. Und dazu noch einen Schluck Bier trinken", sagt Bosshart.

17.28 Uhr: Fast wie bei den Oskar-Verleihungen bedankt sich nun Bosshart bei seiner Frau, der Partei und vielen mehr. Es sei eine Ehre, dieses Amt innezuhaben. Den gegenseitigen Umgang könne man noch stärker kultivieren, sagt Bosshart. Sein Motto ist: "Gute Qualität und Effizienz". Gute Qualität erreiche man durch gute Kommissionsarbeit und durch gutes Zuhören in den Debatten - und durch kurze Voten. "Ich erhoffe mir einen fairen Betrieb ohne Vorstossflut", sagt Bosshart.

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Steht jetzt im Rampenlicht: Der neue Wiler Parlamentspräsident Roland Bosshart (rechts), hier in Begleitung von CVP-Fraktionspräsident Christoph Hürsch.

17.23 Uhr: Das Wahlergebnis ist da. Auf 37 der 40 Wahlzettel stand der Name Roland Bosshart. Dieser ist somit neuer Wiler Parlamentspräsident. Auch hallowil.ch gratuliert. Zwei Zettel waren übrigens leer.

17.14 Uhr: Nun werden die Stimmzettel verteilt und die Parlamentarier wählen. Es gibt also ein paar Minuten Pause.

17.11 Uhr: Jetzt ergreift CVP-Fraktionspräsident Christoph Hürsch das Wort - und würdigt den neuen "höchsten Wiler" Roland Bosshart. Politisch das wichtigste sei gewesen, dass er sich für eine ständige Bildungskommission eingesetzt habe, die dann auch umgesetzt wurde. Oder auch ganz nett: Ein Kinderbuch habe er geschrieben. Hürsch wählt die Worte "vielseitig" und "kompetent".

17.05 Uhr: Er spricht von "Freude, das Amt wieder los zu seien". Aber auch von "Wehmut". Sein Ziel sei gewesen, pragmatisch zu sein. Das sei grossmehrheitlich gelungen. Aber manchmal sei es schon etwas lang gegangen. Seinem Nachfolger Roland Bosshart verspricht er, dass es ein unvergessliches Jahr wird. Nun denn ...

17.03 Uhr: Ausnahmsweise mit drei Minuten Verspätung geht es los. Noch-Parlamentspräsident Marc Flückiger ergreift das Wort und zieht Bilanz.

16.58 Uhr: Apropos Wahl: Wahlen gibt es bereits heute. Diese sind aber nicht umstritten. Es geht um das Präsidium und das Vize-Präsidium im Stadtparlament. Mehr dazu dann gleich als erstes. Noch füllen sich die Reihen. Gleich geht es los.

16.55 Uhr: Das neue Jahr ist noch keine neun Tage alt, und schon wird wieder politisiert – und gefeiert. Und das von den gleichen Leuten. Herzlich willkommen aus der Wiler Tonhalle zur ersten Sitzung des Stadtparlaments im letzten Jahr der laufenden Legislatur. Der Wahlkampf wird 2020 Politisch Wil prägen. Es wird spannend. Aber der Reihe nach. Zuerst mal die erste Parlamentssitzung. Simon Dudle tickert durch den verhältnismässig kurzen Abend.

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Die Vorschau:

Die erst Sitzung des Wiler Stadtparlaments in einem neuen Jahr ist jeweils eine spezielle. Da die Parlamentsfeier das inoffizielle «Haupttraktandum» des Abends ist, wird die offizielle Teil deutlich kürzer ausfallen als gewohnt. Los geht es mit den Wahlen. Roland Bosshart (CVP) wird zum Nachfolger von Marc Flückiger (FDP) ernannt werden – und dann auch gleich den Stuhl des «höchsten Wilers» besteigen, um seine erste Sitzung zu leiten. Bossharts Stellvertreter wird Christof Kälin. Der SP-Vertreter dürfte somit Wiler Parlamentspräsident des Jahres 2021 werden.

Danach steht eine Resolution von Ursula Egli (SVP) auf der Traktandenliste. Es geht um drei Weihnachtslieder, welche im Matt-Schulhaus für die letztjährige Weihnachtsfeier aus dem Programm gekippt wurden, nachdem es Kritik abgesetzt hatte. Egli fordert den Stadtrat auf, er möge dafür sorgen, dass dieser Entscheid rückgängig gemacht wird, sämtliche Schulleitungen Weihnachten gebührend achten und bei Schulleitungen sowie Lehrpersonen das Bewusstsein dieses Festes gestärkt wird.

Wie weiter mit dem «Turm»?

In der Folge steht eine Motion von Sebastian Koller (Grüne Prowil) zur Debatte, welche fordert, dass die Liegenschaft Turm – neben der Tonhalle gelegen – zu einem Kultur- und Musikschulzentrum wird. Wird die Motion für erheblich erklärt, hat der Stadtrat bis Ende Jahr ein Umbau- und Betriebskonzept vorzulegen. Die Chancen scheinen gut zu stehen, dass dies klappt. 28 der 40 Stadtparlamentarier haben die Motion Kollers unterzeichnet. Der Stadtrat empfiehlt hingegen, die Motion nicht für erheblich zu erklären. Er will einen Kredit von 100'000 Franken bewilligen lassen, um ein Raum- und Betriebskonzept für ein Musikschulzentrum im «Turm» zu erarbeiten. Die Exekutive möchte eine ganzheitliche Auslegeordnung machen und nicht schon jetzt festlegen, was genau gemacht werden soll – auch wegen der derzeit noch unklaren Kosten. Ob diese Liegenschaft für die Kulturnutzung geeignet ist, sei zuerst abklären. Geht es nach den Plänen des Stadtrats, soll im Jahr 2021 ein Projektwettbewerb stattfinden. Der effektive Baukredit würde hernach dem Parlament vorgelegt.

Ob die Zeit vor der Parlamentsfeier noch reicht, um über Ursula Eglis Interpellation «Selektives Obligatorium für die Sprachförderung von Kleinkindern» zu sprechen, wird sich weisen. Dabei geht es darum, ob Kinder vor dem Schuleintritt verpflichtend Deutsch lernen sollen. 16 der 40 Stadtparlamentarier unterstützen dieses Vorhaben. 

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Weitre Liveticker auf hallowil.ch in den nächsten Tagen:

  • Freitag, 10. Januar, 20.00 Uhr: Nacht des Wiler Sports
  • Samstag, 11. Januar, 14.30 Uhr: Fussball-Testspiel FC Wil – FC Thun (Super League)