Nach der Wiederwahl von Benedikt Würth als Ständerat am vergangenen Sonntag und der definitiven Bekanntgabe seiner Demission als Regierungsrat hatte die kantonale CVP unverzüglich Susanne Hartmann als Vorschlag der Findungskommission und des Parteivorstandes für Würths Nachfolge bekanntgegeben. Die CVP Wil-Untertoggenburg setzte die Nominationsversammlung auf Donnerstagabend an. Kantonsrat Bruno Cozzio, Präsident der CVP Wil-Untertoggenburg, zeigte sich erfreut darüber, eine ausgewiesene Kandidatin für das Amt des Regierungsrates vorschlagen zu können. Er ermunterte die Versammlungsteilnehmer, sich auch am Folgetag, am Freitagabend, an der kantonalen Delegiertenversammlung im Kantonsratssaal in St. Gallen für die Wiler Kandidatin einzusetzen.

Susanne Hartmann braucht man in Wil politisch Interessierten nicht vorzustellen. Wer aber in die Regierung gewählt werden will, muss Bekanntheit über die Gemeinde hinaus haben - oder erwerben. Die Kandidatin gab einen kurzen Überblick über ihrem Lebenslauf und zeigte die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit auf. Sie empfinde es als grosse Ehre, dass sie von der Findungskommission und vom Kantonalvorstand als Regierungsratskandidatin vorgeschlagen worden sei, begann Susanne Hartmann ihre Ausführungen vor den Delegierten der Regionalpartei. Dann erwähnte sie wichtige Stationen aus ihrem Lebenslauf. 


Lehrerin und Juristin

Susanne Hartmann ist in einer politisch aktiven Familie in Wil aufgewachsen. Schon ihr Vater, von Beruf Gewerbeschullehrer, hatte das Amt des Wiler Stadtpräsidenten inne. Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin hat Susanne Hartmann drei Jahre am Tonhalle-Schulhaus in Wil unterrichtet. Dann hat sie an der Universität Zürich Rechtswissenschaften studiert. 2002 erwarb sie das Lizentiat, 2006 das Anwaltspatent des Kantons St. Gallen. Ihre berufliche Laufbahn hat sie am Kreisgericht Untertoggenburg begonnen und beim Rechtsdienst der Baudirektion des Kantons Zürich fortgesetzt. Seit 2013 ist sie Stadtpräsidentin von Wil. Von 1997 bis 2012 war sie Mitglied des Wiler Stadtparlaments, welches sie 2003 präsidierte.

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Die Delegierten der CVP Wil-Untertoggenburg tagten im Fürstenlandsaal des Hofs zu Wil.

Mit 24 Jahren sei sie der CVP beigetreten, sagte die heute 49-Jährige, und sie könne sich nach wie vor mit der Werthaltung der Partei vollumfänglich identifizieren. Als junge Frau seien ihr die Türen für politische Betätigung offengestanden und so habe sie unter anderem in der jungen CVP und später im Kantonalvorstand mitgewirkt und dabei ein breites Netzwerk aufbauen können. Zusammenarbeit sei ihr nach wie vor wichtig. Politik interessiere sie über Wil, die Schweiz und Europa hinaus. Politik müsse für Menschen gemacht werden und zum Ziel haben, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Als Politikerin verfüge sie, wie ihr auch Menschen aus anderen politischen Lagern attestierten, über die notwendigen Erfahrungen und Qualitäten. Sie bezeichnet sich als kommunikativ, führungsstark, belastbar und entscheidungsfreudig. In ihrer siebenjährigen Tätigkeit als Wiler Stadtpräsidentin habe sie alle ihre Vorlagen im Parlament durchgebracht. Die Möglichkeit zum Wechsel in die kantonale Exekutive ergebe sich nicht alle paar Jahre. Jetzt sei sie bereit, diese Chance zu packen und sie würde sich auf einen spannenden Wahlkampf freuen.

Parteiinternes Duell

Am Freitagabend entscheiden die kantonalen Delegierten, wen sie ausser dem wieder kandidierenden Bruno Dammann als Regierungsmitglied vorschlagen. Susanne Hartmann wird sich – so wie es jetzt aussieht – gegen Thomas Ammann aus Rüthi durchsetzen müssen, um offizielle CVP-Kandidatin zu werden.

An der Nominationsversammlung der CVP Wil-Untertoggenburg wurde am Donnerstagabend in einem weiteren Traktandenpunkt Agronom Erich Frick aus Niederwil als 23. Kandidat für die Kantonsratsliste nachnominiert. Alle anderen Kandidaten waren bereits rund zwei Wochen zuvor ins Rennen geschickt worden.