Am Samstag wuseln über hundert junge Tüftlerinnen und Tüftler durch die Mehrzweckhalle in Hausen AG. Lego-Roboter in allen Farben und Formen sausen über bunte Spielfelder. Spannung liegt in der Luft. Wer bei der Robotik-Olympiade Erfolg haben will, muss nicht nur mit Lego, sondern auch mit Code umgehen können. Auf dem Spielfeld müssen sich die Roboter orientieren und bestimmte Objekte möglichst genau und schnell verschieben. Aber auch Kreativität ist gefragt, denn das innovativste Design wird mit dem Spezialpreis «DesignOvation» gekürt.

Roboter – Freund und Helfer

Das Thema der diesjährigen World Robot Olympiad ist «My Robot – My Friend». Die Aufgaben behandeln Lebensbereiche, in denen Roboter uns in Zukunft helfen könnten. So müssen die Roboter Patienten im Krankenhaus versorgen, der Feuerwehr bei einer Rettungsaktion beistehen oder Unkraut aus dem Garten entfernen. Am Vormittag muss der Roboter im Vorfeld bekannte Aufgaben erledigen. Am Nachmittag haben die Kids zweieinhalb Stunden Zeit, den Roboter für eine neue Herausforderung zu programmieren. Vom Computer rennen sie zum Spielfeld, um ihren rollenden Freund auszuprobieren. Je nach Ergebnis machen sich unterschiedliche Emotionen breit, dann ab zurück zum Computer, um hochkonzentriert ein paar weitere Zeilen Code zu improvisieren.

Freunde aus aller Welt

An jedem der Spielfelder halten ehrenamtliche Schiedsrichter fest, wie sich die Roboter schlagen. Am späten Nachmittag ist es dann so weit: Drei Teams aus jeder Altersklasse dürfen aus Siegerpodest steigen. Jeweils zwei werden die Schweiz an der internationalen Robotik-Olympiade vertreten. Julian von Hoff freut sich darauf, neue Freundschaften zu schliessen. Der Kantischüler, der bereits seit der fünften Klasse an der Olympiade teilnimmt, kam von der letzten World Robot Olympiad mit einem Koffer voller Mitbringsel aus aller Welt zurück.

Informatik greifbar machen

«Bei diesem Wettbewerb geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern auch um den Spass an Informatik und Robotik», erklären die Freiwilligen vom Verein WRO Schweiz, die diesen Event mit grossem Einsatz auf die Beine stellen. «Es macht Spass, zu experimentieren, herauszufinden, was man alles hinkriegen kann und wie gut», erklärt die 13-jährige Miriam Hausherr. Die Robo Girls, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind, stimmen zu, dass die Olympiade Spass macht – auch wenn es manchmal Ausdauer braucht, wenn etwas nicht gleich klappt. Für Julians Teamkollegen Jesse Born ist es die Möglichkeit, Informatik physisch greifbar zu machen. die ihn an der Robotik fasziniert. Nach der Schule möchte der 16-jährige Maschinenbau studieren.