«Nächster Halt: Eschlikon, Gemeindehaus». Geht es nach Ruedi Camenzind, wird das irgendwann Tatsache. Wobei «irgendwann» nicht ganz richtig ist. Im Jahr 2050 soll es soweit sein und das 4er-Tramm durch Eschlikon und den ganzen Hinterthurgau fahren (siehe Bild oben). Natürlich ist das Vorhaben nicht wirklich realistisch, aber für den selbsternannten Tram-Romantiker mehr als nur einen Gedanken wert.

Der einstige Aussendienstler ist in Luzern aufgewachsen. Und das in einer Zeit, in welcher es dort noch zwei Tramlinien gab. Eine nach Kriens, eine nach Emmenbrücke. Aber nur bis 1961. Alsdann setzte man auf Trolleybusse. Sehr zum Leid von Ruedi Camenzind. Seine Faszination für Trams hat sich aber bis heute gehalten. Schon fast unzählige Fotomontagen hat er am Computer erstellt. Mehrere davon zeigen ein modernes 4er-Tram, wie es durch Eschlikon fährt und vor dem Gemeindehaus Halt macht. Oder es gibt den in die Jahre gekommenen 2er, der ab dem Bahnhofplatz Eschlikon zur Fahrt Richtung Wil startet.

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Ruedi Camenzind hat mehrere Collagen erstellt, wie Trams durch Eschlikon fahren.


In Wil gab es Pläne für ein Tram

Apropos Wil: Dort gab es effektiv einst Pläne, ein Tram zu errichten – im 19. Jahrhundert. Das damalige Wil reichte noch nicht bis zum Bahnhof und das gesellschaftliche Leben spielte sich hauptsächlich in der Altstadt ab. Die Strassenbahn sollte die Leute vom Bahnhof in die Altstadt transportieren. Otto Sand, der nach der Jahrhundertwende in die neu geschaffene Generaldirektion der SBB berufen wurde, erstellte ein Gutachten für diese Wiler Strassenbahn. Aus diesem ging jedoch hervor, dass die Kosten zu hoch gewesen wären. Das Projekt war früh vom Tisch.

Auch wenn es in Eschlikon bei Visualisierungen bleiben dürfte: Diese stossen auf Interesse. Im aktuellen Mitteilungsblatt von Eschlikon wird eine gezeigt – und Gemeindepräsident Hans Mäder hat ein solches Tram im Büro hängen. Nette Details: Auf dem Bild, welches das Jahr 2050 zeigt, ist Mäder noch immer Gemeindepräsident von Eschlikon. 92-jährig wäre er dann. Und gesteuert wird das Tram von Ruedi Camenzind, dann 109-jährig. Aber es geht ja – gerade in diesen schwierigen Zeiten – um etwas anderes. Nämlich darum, Visionen zu haben und diese zu verfolgen. Und vielleicht auch eine Schiene, der man folgen kann. Darum: «Nächster Halt: Eschlikon Gemeindehaus.»