In der Budig der Kobesenmühle fanden die Skulpturen des Holz-Künstlers grossen Anklang.Marcus Messmer kommt ursprünglich vom kaufmännischen Bereich. Zusammen mit seiner Gattin Michaela bearbeitet er einen 12-Hektar grossen Bio-Bauernhof mit grosser Blumenwiese und Naturgarten im thurgauischen Wolfikon, Gemeinde Amlikon-Bissegg. Seit 15 Jahren verbringt er viel Zeit im Wald oder in der Werkstatt mit der Kettensäge und seinen aussagekräftigen Holz-Skulpturen.

Werkstoff aus dem Wald
Er findet seinen Werkstoff in den Ostschweizer Wäldern vom Seerücken bis ins Fürstenland, vom Sturm gefällt oder vom Förster zum Abholzen freigegeben. Dort, wo er das geeignete Holz findet, wird es auch bearbeitet, oft mit Stirnlampe in der Nacht. Weil zum Beispiel ein Eichenstamm bei ca 30m Höhe 12 bis 14 Tonnen wiegt, muss er soweit bearbeitet werden, dass er transportiert werden kann.

Organische Einheit
Für den Künstler ist es sehr wichtig, dass die organische Einheit des Holzes beibehalten wird. So entstehen die Figuren unter der Kettensäge je nach Beschaffenheit des Stammes oder Astes, die spätere Form ist vorgegeben. Die meist schlanken, hohen Figuren – einzeln oder in Gruppen - wachsen gleichsam aus dem Stamm heraus, werden stumme Zeugen des gefällten Baumes, lassen ihn in einer anderen Form weiterleben. Die Figuren ähneln sich, aber jede hat ihren eigenen Charakter. Nur kleinste Teile werden gefeilt. Sieht man die feinen Skulpturen, kann man es kaum glauben, ist die Kettensäge doch ein recht schweres Arbeitsgerät – und eine äusserst ruhige Hand gefordert, vor allem bei Hals und Kopf.

In der Werkstatt
In der heimischen Werkstatt wird dann weitergearbeitet, das Werk vollendet. Dabei will Marcus Messmer, dass die ursprüngliche Oberfläche erhalten bleibt und der Figur die eigentliche Struktur gibt. Die Kerb- und Schnitzarbeiten, die durch die Säge entstehen,ebenfalls. Man soll sehen, dass ein Baum den Grundstoff schenkte. Dabei ist es nicht unerheblich, dass die Strukturen am Fundort gemacht werden und somit ganz verschiedene Werke entstehen und ein unterschiedliches Gefühl beim Berühren erzeugt wird. Je nach Holzart und Standort werden die Figuren mit einer Beize patiniert.

Vergänglich
Kaum etwas auf der Welt ist unvergänglich – und das ist gut so. Wenn die grossen Figuren im Freien den richtigen Standort haben, keine Feuchtigkeit hineinziehen kann, erfreuen sie den Besitzer aber während langen Jahren. Faszinierend ist auch, dass ganz kleine schlanke Personen oder Gruppen – geeignet für den Innenbereich – auf die gleiche Art entstehen wie ihre grossen Freunde. Da und dort, je nach Wunsch, kann eine weisse Patina aufgetragen werden – und somit erscheint das Ganze noch filigraner. Immer aber spürt man die Kraft des im Freien gewachsenen Holzes, der Natur.
Wünsche erfüllen
Marcus Messmer ist gerne bereit, Wünsche der Kunden zu erfüllen. Er versteht es ausgezeichnet, mit dem gegebenen Material und dessen Möglichkeiten treffende Aussagen zu machen, Kunst und Natur auf eine staunenswerte Art zu vereinen. Die Inspiration dazu gibt aber in jedem Fall der Baum. Seine Werke haben bewusst keinen Namen. Wer eine Skulptur kauft, soll sich damit auseinandersetzen und den richtigen Bezug zur Benennung finden. Steht man länger vor einer Figur oder Gruppe, erinnert sich an ihre Herkunft, kommt das Gefühl auf, sie beginne zu erzählen.