Gegen einen völlig harmlosen Gegner, beziehen die Ostschweizer eine ärgerliche und unnötige Auswärtsniederlage. Mit diesem Resultat überwintert die Mannschaft von Trainer Fünfstück auf dem letzten Tabellenplatz.Beide Mannschaften starteten behäbig in die Partie. Vor allem die Hausherren agierten zu Beginn sehr zurückhaltend. Der FC Wil zeigte sich zwar bemüht, das Zepter an sich zu reissen, dazu fehlten aber die Ideen und die nötige Präzision. Die Fans der Heimmannschaft mussten sich doch rund eine Viertelstunde gedulden, ehe Sie den ersten vernünftigen Angriff ihres Teams sahen.

Dieser erste Angriff führte direkt zum 1:0. Nach einem Abschluss aus der Distanz, wehrte Jim Freid unglücklich nach vorne ab – direkt in die Füsse von Cicek, welcher die Führung erzielte. Die Gäste fielen nun in ein Zwischentief. Nur wenigen Minuten später erhöhte Sessolo auf 2:0. Er musste die präzise Hereingabe von Cicek nur noch über die Linie schiebe. Auch diese Treffer folgte auf eine unglückliche Szene von Torhüter Freid.

Wiederholter Elfmeter bringt Wil zurück

Die Wiler rafften sich wieder auf und kamen zurück in die Partie. In der spielerisch stärksten Phase der Äbtestädter holte Keller einen Foulelfmeter heraus. Vonlanthen scheiterte aber am Schaffhauser Schlussmann. Schiedsrichter Ovcharov entschied auf Wiederholung. Im zweiten Anlauf verwandelte der der Schütze dann souverän in die hohe Ecke. Das 1:2 war sogleich auch der Pausenstand.

Auch in den zweiten Durchgang starteten beide Mannschaften sehr behäbig. Im Vergleich zu ersten Hälfte darf aber vorab gesagt werden, dass von den Gastgebern gar nichts mehr kam. Ein paar harmlose Kombinationen und weit verzogene Abschlüsse waren das höchste der Gefühle. Der FC Wil war zwar um eine Antwort bemüht, hatte aber ebenfalls nur wenig zu melden.

Ohne Mut und Ideen

Was die Truppe aus dem Bergholz in der zweiten Halbzeit zeigte, war ein Spiegelbild der gesamten Hinrunde. Mit wenig Ideen und ohne Durchschlagskraft lief man ohne Ertrag an. Zwar verzeichnete man viel Ballbesitz, Torchancen waren aber Mangelware. Die besten Möglichkeiten vergaben Vonlanthen und Ze Eduaro. Beide Abschlüsse flogen aber weit über das Tor.

Mit dieser neuerlichen Niederlage überwintert der FC Wil nun auf dem letzten Tabellenplatz. Der Verein ist im Winter gezwungen sowohl die Situation als auch das Kader bis ins Detail zu analysieren. Es wird sich in der zweiten Saisonhälfte viel ändern müssen, wenn man nicht in die Promotion League absteigen will. Auch Trainer Fünfstück attestierte, dass ein harter Winter mit viel Arbeit bevorsteht.

FC Schaffhausen 2:1 FC Wil 1900 (2:1)

LIPO Park, Schaffhausen: 575 Zuschauer. – SR: Vladimir Ovcharov.

Tore: 16. Cicek 1:0, 23. Sessolo 2:0, 31. Vonlanthen 2:1.

FC Schaffhausen: Nikolic; Goncalves, Rhyner, Nejc; Paulinho, Tranquilli (67. Lika), Bunjaku, Fioravanti; Castroman (46. Del Toro); Cicek (75. Barry), Sessolo.

FC Wil 1900: Freid; Goncalves, Lekaj, Stillhart, Schällibaum; Latifi, Scholz (27. Lombardi); Alves (74. Zé Eduardo), Muslin (46. Cortelezzi), Keller; Vonlanthen.

Bemerkungen: Schaffhausen ohne Loosli, Dangubic und Mikari (alle verletzt), Grasseler und Rehter (beide nicht im Aufgebot). Wil ohne Kienast (gesperrt), Baumann, Hamdiu, Ilazi, Sacirovic und Rahimi (alle verletzt), Pugliese (krank), Maroufi, Atila, Roesler und Savic (alle nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 31. Nikolic, 37. Vonlanthen, 73. Schällibaum, 85. Paulinho, 89. Latifi.