Man spürte von allem Anfang an, dass hier aus tiefstem Herzen heraus gesungen werde. Der Chor präsentierte ein „Best-Of“ seines Repertoires, Lieder, die alle sehr gerne singen. Die Begeisterung für Irland war schon bei früheren Konzerten aufgefallen, diesmal gab es grad einen ganzen Block solcher „Hymnen“. Auch das grosse Publikum war begeistert. Gute Gliederung des Konzerts
Das Konzert war in drei Teile mit je fünf Liedern gegliedert, welche jeweils von Sängerin Marlies Gemperle Berger in einem kleinen witzigen Geschichtchen angesagt wurden. Im Teil SWING war der Himmel erst rosa, denn „What a Wonderful World“ spreche schliesslich allen Verliebten aus dem Herzen. Darauf bat ein Gebet für ewige Glückseligkeit – „I Say a Little Prayer“ – auch im Film „Sister Act“ zu hören. Dumm nur, wenn sich der Angebetete dann als „Gigolo“ entpuppt, sodass die ehemals geliebte Frau ihm energisch den Laufpass gibt mit den Worten „Hit the Road, Jack“, wir würden dazu sagen: Hau ab! Die Erkenntnis daraus: „I Did it My Way“, Frank Sinatras Welthit.

Werbespot fürs Singen
Eindringlich machte die Konzertmoderatorin dem Publikum klar, wie gut und wichtig Singen für die Gesundheit sei. Im Laufe eines Liedes schwinge sich die Herzfrequenz auf Gleichschlag ein, das Herz gehe dabei auf und ein Glücksgefühl stelle sich ein. Zudem habe das Herz vier Kammern, ein Chor brauche vier Stimmen – eine grosse Verwandtschaft sei da nicht abzustreiten.

Natürlich sagte sie das keineswegs ohne Absicht, denn sie warb im gleichen Atemzug für neue Mitsingende. Vor allem Männer würden Verstärkung sehr begrüssen, was auch ein Blick in den Chor zeigte, standen beim Konzert doch 19 Frauen 9 Männer gegenüber. Weil aber Männerstimmen meist recht durchsetzungsfähig sind, gab es trotzdem einen ausgewogenen Chorklang.

Kleine, aber feine Begleitmusik
Der Chor wurde von Hanspeter Nadler, dem versierten und einfühlsamen Uzwiler Pianisten begleitet, virtuos und stimmig und immer unterstützend. Dazu bediente der junge Andrin Moser das Cachon, drei Cinellen und eine Trommel, das genügte, um den Liedern den teils swingenden, teils rockigen, aber hie und auch balladenartigen Liedern den richtigen Rhythmus vorzugeben. Manchmal sang er gar ganz leise mit. Es überkomme ihn halt manchmal einfach, meinte er auf Nachfrage leicht verschämt. So soll Musik sein: mitreissend, zu Herzen gehend, wohltuend…

Swing
Gestaffelt zogen die einzelnen Stimmen ein, von Anfang genau dirigiert von Priska Bischof, welche „ihre“ Leute zum Kanon "Doo duh dah" nach vorne winkte. Nach und nach entstand ein Kanon, der nun im Chorraum weiterentwickelt wurde und damit das Publikum in Swinglaune versetzte. Und schon kam „What a Wonderful World“. Hanspeter Nadler spielte hier dezent und besang gleichzeitig als Solist die wunderschöne Welt, vom Chor im Hintergrund harmonisch begleitet. Die Geschichte entwickelte sich, bis irgendwann die Frau dem untreuen Typen zeigte, wo der Zimmermann das Loch gemacht habe. Hier sangen Präsident Stefan Brändle und Bernadette Metzger in einer Art Fehdegesang gegeneinander an, wobei die Frau ihrem Wunsch auch mittels Gesten Nachdruck verlieh – gut nachvollziehbar für das Publikum.

Film
Aber auch Filmmusik mit richtigen Ohrwürmern durfte das Publikum geniessen. Dieser Part begann mit dem philosophisch angehauchten Hit aus „The Lion King“, dem Nachspüren des Lebenskreises – „Circle of Life“.
Darauf folgte ein weiterer Hit, diesmal aus dem schwedischen Film „As It Is in Heaven“ .„Fly With Me“ hat unterdessen die Welt erobert. Der Chor sang das Lied mit sehr viel Freude und innerer Anteilnahme. Beim „Eye of the Tiger“ kam zünftig Leben in den Chor, aber auch ins Publikum. Schon „Flashdance“ hatte zum Klatschen animiert. Jetzt durfte auch der Schlagzeuger einmal so richtig „auf die Pauke hauen“, wenn dies auch „nur“ eine Trommel war. Und Hanspeter Nadler liess die Finger nur so über die Tasten fliegen, immer mit aufmerksamem Blick hin zu Dirigentin Priska Bischof.

Irland
Da schlägt das Herz der Sängerinnen und Sänger eindeutig höher. Mit zwei teilweise gälisch gesungenen Liedern begann der Chor den dritten Block. Ein Solo erklang – doch niemand im Chor hatte ein Mikrofon in der Hand. Nein, es war die Dirigentin, die mit glockenklarer Stimme das Intro zu „Siúl a Rùn“ sang, verinnerlicht und zu Herzen gehend, bis der Chor dazu auf Englisch einfiel. Das Lied endete wieder mit einem Soloteil.

Bernadette Metzger verlieh dem Lied „Mo Ghile Mear“ mit ihrer warmen Stimme ein Heimwehgefühl nach Irlands grünen Küsten, die gleich darauf ebenfalls besungen wurden. „Erin’s Green Shore“. Hier spielte nun Simon Brändle – Sohn des Präsidenten Stefan Brändle - auf der Geige mit. Schliesslich gehört dieses Instrument einfach zu irischer Musik.

Am Schluss durfte natürlich das schottische Lied der Freundschaft – „Auld Lang Syne“ nicht fehlen – nochmals mit Hanspeter Nadler als Solist - , welches in angelsächsischen Ländern beim Jahreswechsel und in vielen irischen Pubs vor jedem Heimgehen irgendwann um Mitternacht – und vielleicht auch noch auf dem Heimweg - gesungen wird.

Rise Me Up
Gleich zwei Zugaben wurden dem begeisterten Publikum gewährt, erst „Heaven“ von Gotthard, wieder mit Bernadette Metzger als Solistin, und darauf das Lieblingslied der Dirigentin: „Rise Me Up“, ein gehaltvoller Gospel, sehr innig und berührend vorgetragen. Ganz besonders bewegten hier die beiden Solistenstimmen von Hanspeter Nadler und Dirigentin Priska Bischof, die damit Hühnerhaut erzeugten. Die Zwei hätten absolut das Zeug zu einem Grossauftritt!

Der Chor wurde ursprünglich vor 25 Jahren als Gospelchor – damals noch von Esther Wild Bislin – in Niederhelfenschwil gegründet, hat sich unterdessen aber eine Vereinsstruktur gegeben und das musikalische Spektrum ausgeweitet. Mit riesigem Applaus wurde das schöne, abwechslungsreiche Konzert verdankt. Beim Ausgang warteten Chormitglieder mit Körbchen für die Kollekte, verteilten aber auch Mini-Minörli, um den frostigen Heimweg etwas zu versüssen.

Dank
Der Chor liess ein sehr schönes Programmheft – dem man heute „Booklet“ sagt… - drucken, das kostet. Auch das Notenmaterial ist nicht gratis. Darum ist der Verein den Firmen und Einzelpersonen sehr dankbar, welche die Sängerschar als Sponsoren unterstützen. Die Inserate zeigen auf, dass der Chor in der Umgebung gut verankert ist. Der Verein ist zwar selbsttragend, hat aber dennoch darauf vertraut, mit einer Kollekte die Unkosten für das Konzert decken zu können.


Das Konzert war bereits am Samstagabend, 24.02.2018, einmal in Oberglatt über die Bühne gegangen.

Good News Chor

Frank Sinatra – I Did it My Way

Hintergründe zu Highland Cathedral

Hier singt Aretha Franklin solistisch das Liebeslied „I Say a Little Prayer“ sehr berührend.

I Say a Little Prayer

Der Chor sang auch das unterdessen zu einem Welthit gewordenen Lied FLY WITH ME oder auch LENAS SONG aus dem wunderbaren Film „As It Is in Heaven“ von Kay Pollak.

Lenas Song

Siùl a Rùn ">

Halleluja – Leonard Cohen