Als im Jahr 2021 Hühner angeschafft wurden, um den dementen Gästen eine Freude zu bereiten, war das Hallo im Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Feldegg gross. «Wir veranstalteten ein üppiges Eierfest und hatten am Ende viel zu viele Eierbrötchen übrig», erinnert sich die Geschäftsführerin des Tertianum Feldegg, Katja Walt, lachend. Die Hühner erkunden täglich gackernd die schöne, blühende Gartenanlage. Und die Gäste ihrerseits erfreuen sich am Dasein des Federviehs.

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Ganz gezielt Reize setzen

Gezielt gesetzte Reize und Bezugspunkte wie diese Hühnerhaltung sind zentral im Bestreben, die Lebensqualität der Gäste im Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Feldegg auch dann hochzuhalten, wenn vieles fortlaufend immer weniger gut funktioniert: das Gehen, die generelle Beweglichkeit, aber vor allem auch das Gedächtnis. All das sind Dinge, die mit fortschreitender Demenz immer mehr Impulse und Stützen von aussen benötigen, um erfolgreich angewendet werden zu können.

Wohlbefinden der Gäste stärken

Was in der Theorie gut tönt, kann im Pflegealltag aber eine Herausforderung sein – allerdings eine, der sich das ebenso empathische wie auch professionell agierende Pflegeteam gerne annimmt. Letztlich geht es darum, den Gästen individuell bei der Verrichtung der alltäglichen Dinge beizustehen. «Indem wir vieles tun, um das körperliche und geistige Wohlbefinden unserer Gäste zu stärken, verbessern wir auch deren Gesundheitszustand. Und wer gesund ist, lebt in der Regel zufriedener», so Walt. Was auch immer gut ankommt, sind kulturelle Aktivitäten wie Konzerte oder Clown-Auftritte, die von allen Gästen des Tertianum Feldegg genossen werden.

Besuche sind willkommen

Das Haus verfügt über 30 Betten, zehn davon im geschützten Wohnbereich. Dies ermöglicht es Gästen, in der vertrauten Umgebung zu bleiben, auch wenn sich der eigene Zustand verschlechtert. Wichtig ist, dass im Tertianum Feldegg die dementen Menschen nicht einfach unter sich sind. Zwar haben sie geschützte Bereiche, wo sie essen und viel Freizeit verbringen. Aber das Treffen von Besuchern ist im Restaurant und im Garten möglich. Letzterer ist so angelegt, dass Gäste sich frei bewegen können, ohne sich dabei zu verlaufen. Und wenn das Wetter für einmal nicht so schön sein sollte, dann sorgt ein breites Aktivierungs- und Beschäftigungsangebot dafür, dass noch vorhandene Ressourcen freudvoll gestärkt werden.