Die Regionalsektion Toggenburg-Fürstenland organisierte zusammen mit dem Kantonalvorstand die kantonale Delegiertenversammlung. Als Tagungsort wählten die örtlichen Organisatoren den Saal des Restaurants Toggenburgerhof in Kirchberg. Die Musikformation Schwarzenbach unter der Leitung von Gust Fust begrüsste die 76 Delegierten und Gäste mit einem beschwingten Ständchen. Sie umrahmte auch die Ehrung der 21 verstorbenen Veteranen. Unter dem Vorsitz des Kantonalpräsidenten Edi Waldburger bildeten die Rechenschaftsberichte und die Vorschau auf die Saison 2019 die geschäftlichen Schwerpunkte. Geehrt wurde Jakob Schweizer, Nesslau, der im JU+VE-Final der besten acht Veteranen in Thun den hervorragenden 3. Rang belegte.


Auch Regierungsrat Fässler mit dabei

An der Versammlung nahmen rund ein Dutzend prominente Ehrengäste teil, darunter Jakob Büchler, Präsident des KSV SG, Regierungsrat Fredy Fässler, Divisionär Willy Brülisauer, Kommandant Ter Reg 4, Oberstleutnant Walter Eugster als Vertreter des Amtes für Militär und Zivilschutz, Orlando Simeon, Gemeindepräsident-Stellvertreter, sowie Delegierte aus den befreundeten Kantonalverbänden Thurgau, Zürich, Schwyz und Glarus. Ebenso zeigten elf Ehrenmitglieder des SG-SV ihr Interesse an der kameradschaftlichen Zusammenkunft. Der Oberuzwiler Florian Zogg, Präsident der Schiesskommission des VSSV, vertrat den Zentralpräsidenten Bernhard Lampert und überbrachte Grüsse des Schweizer Verbandes. Er informierte über Aktualitäten und die bevorstehende Delegiertenversammlung des VSSV in Brig.


Gegensätzliche Meinungen

Regierungsrat Fredy Fässler grüsste im Namen der St.Galler Regierung. Er machte sich in seinem Eingangsreferat einige Gedanken über die nationale und internationale Lage. Der Schweiz gehe es mit seiner Demokratie, dem Föderalismus und der Sprachen- und Regionenvielfalt gut. Das Schiesswesen habe seit dem Mittelalter eine wichtige Bedeutung. Den Vereinsvorständen wünschte er engagierte Idealisten, welche sich zum Wohl der Mitglieder einsetzen. Im Gegensatz zu den Rednern der Schützenverbände sieht Fredy Fässler beim neuen Waffenrecht nur eine marginale Auswirkung auf das Schiesswesen. Es sei bei der Abstimmung auch die sicherheitspolitische Dimension zu beachten. Eine Gefährdung der Schengen- und Dublin-Verträge hätten eine enorme Auswirkung auf die Sicherheit im Lande.


Vielfältige Gemeinde

Der Vizepräsident des Kirchberger Gemeinderats, Orlando Simeon, verband sein Grusswort mit einer kurzen Vorstellung der grossen Toggenburger Gemeinde. Die Veteranen seien wertvolle Stützen der Vereine und Vorbilder für die Jugend. Oberstleutnant Walter Eugster informierte über militärische Massnahmen und die Entwicklung bei den nach Hause genommenen Armeewaffen. Alt-Nationalrat und KSV-Präsident Jakob Büchler rief in seinem Votum die Veteranen auf, ihre demokratische Rechte wahrzunehmen und an der Abstimmung vom 19. Mai teilzunehmen. Sicher gebe es positive und negative Punkte im neuen Waffengesetz. Ziel der Kampagne der Schützenverbände sei, möglichst wenige Verschärfungen des Waffenrechts zu erhalten.


Veränderungen in der Armee

Der neue Kommandant des Ostschweizer Ter Reg 4, Divisionär Willy Brülisauer, erinnerte in seinem prägnanten Referat einleitend an die militärhistorische Bedeutung von Kirchberg. Die sogenannten Kaisermanöver mit dem Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm habe sich als Publikumsmagnet erwiesen und rund 100‘000 Besucher nach Kirchberg und in die Region gelockt. Nach dem 2. Weltkrieg fand General Guisan lobende Worte für die Schützen, welche in ihren Vereinen gut ausgebildet worden seien. Der ranghohe Offizier mit Toggenburger Wurzeln stellte die Führungsstruktur seines Kommandos vor, dem rund 5700 Soldaten aus sieben Kantonen unterstellt sind. Die abgestufte Bereitschaft ermögliche einen kurzfristigen Einsatz. Die Kaderausbildung sei wesentlich verbessert worden. Kritisch äusserte er sich zum vermehrten Wechsel in den Zivildienst. Dies absorbiere Personal, das man in der Armee benötige.