Den gut besuchten Festgottesdienst leitete Pater Albert Schlauri in Konzelebration mit Primissar Eugen Boppart. Der Johanneschor bereicherte die Messfeier mit der „Missa ex F“ von Franz Aumann. Anschliessend vergnügten sich Klein und Gross bei der gemütlichen Chilbi auf dem Schulhausplatz.Auch nach 230 Jahren beeindruckt die 1787 eingeweihte Pfarrkirche St.Johannes Baptist mit ihrem barocken Glanz. Das prachtvolle Deckengemälde des Tiroler Künstlers Josef Anton Pullacher stellt Szenen aus dem Leben von Johannes dem Täufer dar. Eine erste Kirche wurde in Niederhelfenschwil bereits im Jahre 903 erstmals erwähnt.

Das Patrozinium des Kirchenpatrons nimmt im Jahreskalender der Pfarrei Niederhelfenschwil einen hohen Stellenwert ein. Das Kirchenfest ist denn auch einer des bestbesuchten Anlässe der Kirchgemeinde. Kirchenpräsident Michael Okle erinnerte in seinem Schlusswort an das 30-jährige Jubiläum der neuen Späth-Orgel.

Der 85-jährige Konzelebrant Eugen Boppart war bei der Orgelweihe und der gleichzeitigen 200-Jahrfeier Pfarrer von Niederhelfenschwil. Er feierte zu jener Zeit auch die Primiz des Neupriesters Albert Schlauri mit.

Musikalische Bereicherung
Traditionsgemäss singt der Johanneschor beim Festgottesdienst eine stimmungsvolle Messe. Dieses Jahr wählte der langjährige Chorleiter Bernhard Zingg ein Werk des österreichischen Komponisten Franz Aumann (1728-1797).

Der bei uns wenig bekannte Komponist schuf vor allem geistliche Kirchenmusik. Bei der Orgelsolomesse „Missa ex F“ übernahm der Chor diesmal auch die im Werk vorgesehenen Solostellen.

An der Orgel begleitete Antonia Widmer den Johanneschor und die Gemeindelieder. Besonders bei gewissen Orgelsoloeinsätzen konnte sie mit wunderschönen Melodien glänzen. Zur Unterstützung trugen zusätzlich auch Erika Häusermann (Cello) und Ernst Bühler (Kontrabass) bei.

Johannes als moderner Glaubensbekenner
Der Salettiner-Pater Albert Schlauri kommt immer wieder gerne zu besonderen Gottesdiensten nach Niederhelfenschwil zurück, wo er aufwuchs. Er feierte zusammen mit dem ehemaligen Pfarrer und heutigem Primissar Eugen Boppart und den Gottesdienst-Besuchenden die Liturgie.

Er sei stolz auf die Jubla, die mit rund 70 Kindern und Jugendlichen teilnahm. Mit ihrem Kirchenbesuch setze die Jugend ein schönes Zeichen der Gemeinschaft, sagte Albert Schlauri. Er bezeichnete in seiner Predigt Johannes als modernen Heiligen, der schon zu seiner Zeit sagte, was er dachte und der damaligen Gesellschaft kritisch begegnete.

Zu seinen Gedanken über das Verhalten der heutigen Gesellschaft stellte er die Forderung auf, einander in Ehrfurcht und Würde zu begegnen und Gemeinschaft zu pflegen.

Chilbi-Vergnügen
Anschliessend an den Gottesdienst besuchten die meisten Pfarreimitglieder die gemütliche Johanni-Chilbi auf dem Schulhausplatz. Der Pfarreirat sorgte mit einer Speiseauswahl und Getränken für das leibliche Wohl.

An verschiedenen Posten organisierten die Leiter und die Jubla-Kinder verschiedenen Spielmöglichkeiten für Jung und Alt. Besonders die Jugend nutzte das Angebot und vergnügte sich am Galgen, beim Harassenstapeln, Büchsenwerfen, Nageln oder anderen Spielen.

Die Erwachsenen widmeten sich eher einem regen Austausch. Die Musikgesellschaft Niederhelfenschwil unterhielt mit einem Ständchen.