Eine auf Essensbons spezialisierte Firma befragte 350 Personen in der Schweiz nach ihren aktuellen Essgewohnheiten. 

Ein Drittel der Befragten konsumiert die Mahlzeit am Arbeitsplatz, entweder am Schreibtisch, an der Werkbank oder im Pausenraum. Vier Prozent setzen sich in die Betriebskantine. Jede fünfte Person legt selten eine Mittagspause ein oder verzichtet ganz auf sie. Vier von fünf Personen benötigen mehr als dreissig Minuten für die Verpflegung. 

In der Umfrage wurde im Weiteren die Gelegenheit zur Entspannung in der Mittagszeit als besonders wichtig genannt. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen wurde als wertvoll hervorgehoben.

Stress verändert Darmflora

Mittagspausen sind heute oft knapp bemessen, dies kann sich auf das Wohlbefinden und auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Wer sich zum Essen wenig Zeit nimmt, oder sich gleichzeitig von digitalen Medien in Beschlag nehmen lässt, muss unter anderem mit Aufstossen, Druckgefühl und Blähungen rechnen. Grund dafür ist zu hastiges Essen. Die Speisen werden wenig gekaut und es wird übermässig viel Luft geschluckt. Die Stresshormone sorgen zudem für eine reduzierte Durchblutung der Magen- und Darmschleimhaut. 

In einer Studie mit Militärpiloten, die in einem Simulator Kampfsituationen trainierten, zeigte sich unter dauerhaftem Stress eine ungünstige Veränderung der Darmflora. Deren Balance ist sowohl für die Qualität der Verdauung wie auch für die Abwehrkräfte entscheidend. Die Piloten klagten vermehrt über Halsschmerzen, Erkältungen und Kopfweh.

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(Foto: unsplash adam bartocewicz) 


Defizite an Vitalstoffen

Wer unter permanenter Anspannung steht, neigt zu unregelmässiger und zu unausgewogener Ernährung und greift zu Fastfood, zu Schokoriegel und zu anderen Süssigkeiten sowie zu zuckerhaltigen Energydrinks und Limonaden. 

Zwar liefern sie alle rasch die gewünschte Energie, aber der Organismus wird auf Dauer ungenügend mit Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen, sekundären Pflanzenstoffen und weiteren wichtigen Substanzen versorgt. Dies kann mit der Zeit den Stoffwechsel in Schieflage bringen. 

Zudem verpufft die Energie von Snacks rasch, das Verlangen nach dem nächsten Kalorienstoss meldet sich nach kurzer Zeit.

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(Foto: unsplsah sam moquadam)  

Über den Tag verteilte kurze Pausen, um sich etwas zu bewegen, etwas zu trinken und zu essen, tragen gemäss Forschung zur anhaltenden Leistungsfähigkeit bei. Versuche mit Testpersonen an einem Fahrsimulator haben gezeigt, dass die Fehlerquote ansteigt, wenn die letzte Mahlzeit länger zurückliegt.

Anspruchsvoller Prozess

Es scheint schier unglaublich was ein Mensch im Durchschnitt im Laufe von 75 Lebensjahren so alles konsumiert: 6,5 Tonnen Früchte und Gemüse, etwa 40 Schweine sowie mehrere hundert Hühner. Hinzu kommen noch rund 60 000 Liter Getränke. 

Sämtliche Nahrung muss das rund acht Meter lange schlauchartige Verdauungssystem passieren. Unterwegs sorgen physikalische und chemische Prozesse dafür, dass der Körper aus jedem Bissen Lasagne und jedem Glas Prosecco alle für ihn wichtigen Stoffe aufnehmen kann. 

Je nach Beschaffenheit der Nahrung braucht der Verdauungsapparat dazu unterschiedlich lang. Spätestens nach 24 Stunden ist auch das zähste Schnitzel in seine Einzelteile zerlegt.

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(Foto: unsplash ulysse pointchval) 


Verdauung erleichtern

Allerdings bevorzugt der Bauch leichte Speisen, mit denen er sich weniger abmühen muss. 

Und auch sehr kalte Lebensmittel sind nicht nach seinem Geschmack, sie verlangen ihm viel ab, das Sandwich aus dem Kühlregal, Glacé und kaltes Bier müssen um rund dreissig Grad erwärmt werden, um die Körpertemperatur zu erreichen, dies benötigt viel Energie. Häufiges kaltes Essen und Trinken kann die Immunabwehr schwächen. 

Nicht ohne Grund setzt die Traditionelle Chinesische Medizin vor allem auf warme Speisen, die die Verdauung weniger belasten.

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(Foto: Pixabay cattalin)


Tun Sie Ihrem Bauch am Mittag Gutes:

  • «Das Auge ist mit», achten Sie auf hübsch angerichtete Speisen, durch sie werden die Verdauungssekrete besonders reichlich ausgeschüttet
  • Kauen Sie die Nahrung gründlich, Ihr Magen und Ihr Darm werden es Ihnen danken
  • Setzen Sie besonders am Mittag auf leichte Speisen, sehr fetthaltige binden viel Energie zur Verdauung
  • «Man ist, was man isst», muten Sie Ihrem Organismus möglichst nur Nahrung von guter Qualität zu
  • Oft werden Mahlzeiten und Besprechungen kombiniert; Arbeitslunchs bekommen dem Bauch nur, wenn sie in entspannter Atmosphäre stattfinden; Konflikte und Ärger sollten nicht auf der Menükarte stehen
  • Verschiedene Kräutertees erleichtern die Verdauung: Fenchelfrüchte, Aenis, Kamille sowie Pfefferminze
  • Versuchen Sie sich in der Mittagspause mental von der Arbeit zu lösen, denken Sie an etwas Erfreuliches
  • Essen ist mehr als reine Kalorienaufnahme, es ist auch Lebensgenuss und ein sozialer Akt. Tun Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes    
  • Achten Sie auch bei Diäten auf eine regelmässige und vitalstoffreiche Ernährung, andernfalls leidet Ihre Leistungsfähigkeit und das Risiko von Heisshungerattacken steigt
  • Gönnen Sie sich am Mittag nach Möglichkeit einen kurzen Verdauungsspaziergang an der frischen Luft, er fördert die Entspannung
  • Energie kann man in der Mittagspause nicht nur über die Ernährung tanken, auch Powernapping, Entspannungsapps sowie Yogaübungen tragen zur Regeneration bei