Claudia Rüegsegger die Regisseurin stand vor der Premiere hallowil.ch Red und Antwort. Es sei seit Anfang 2020 ein ständiges Auf- und Ab der Gefühle gewesen aber zusammen mit der ganzen Truppe habe man die Unsicherheiten sehr gut bewältigen können, meint die Regisseurin.

Schon im Herbst 2019 stand fest, dass die Autorin Anina Büchenbacher ein Stück schreiben sollte. Geplant war, die Uraufführung im Frühling 2020. Aber Corona machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Regisseurin Claudia Rüegsegger wollte die ganze Sache abblasen aber das Ensemble wollte am Stück festhalten und setzte eine Verschiebung ins 2021 durch. Damit verbunden waren einige einschneidende Veränderungen im Leben der Jugendlichen. Praktika und Auslandaufenthalte wurden abgesagt oder verschoben. Diese Einstellung hat Rüegsegger schwer beeindruckt und so wurde denn weiter geplant. Im Sommer schrieb Anina Büchenbacher eine zweite Version mit einer zusätzlichen Figur im Ensemble.

Man begann die Proben per Zoom-Meeting, dann physisch mit 5 Personen und immer unter Einhaltung der Hygiene-Massnahmen. Das Ganze war immer sehr fragil, beständig hatte man Angst, dass alles doch noch gekippt werden könnte. Ein Aufschnaufen dann, als der Bundesrat beschloss, dass man mit Jugendlichen unter 20 Jahren wieder mit 15 Personen zusammenkommen durfte.

Die Kulisse ist ein Wald, ein einheimischer Wald, denn die Wiler Ortsbürger haben Baumstämme, Baumrückschnitte und Laub gespendet. Das ganze Bühnenbild ist sozusagen biologisch abbaubar.

Das Stück: Tücken der Handytechnik?

Die Schlummerfunktion des Handyweckers versetzt eine Gruppe junger Menschen in einen gemeinsamen Traum, ins Schlummerland. Schlummerland ist ein Winterwald, in dem es eigentlich längst schon hätte Frühling werden sollen und wo zwei schlechtgelaunte Elfen auf Mutter Dragona warten. Dragona sorgt sich um die Gesundheit des Waldes und um die Einstellung der Menschheit zur Natur. Die Elfen sollen helfen, haben aber eigentlich gar keine Lust dazu.

Im Traum wollen die jungen Frauen eigentlich Walpurgisnacht feiern, aber ohne die Jungs, die den Mädchen nachgeschlichen sind um sie zu erschrecken. Streit bringt die Gruppe auseinander und sie finden den Ausweg aus dem Wald nicht mehr. Da kommen die Elfen wieder ins Spiel und auch Mutter Dragona. Die jungen Leute lernen, dass sie auf ihre Herzen hören sollen, um ihr weiteres Leben zu gestalten. Mit den Elfen finden sie schlussendlich gemeinsam den Weg aus dem Wald – dem Schlummerland.


35 Jahre Momoll-Theater

Die 50 Zuschauer applaudierten, als ob es über 100 gewesen wären. Man sah die Freude über die  gelungene Aufführung den Jugendlichen auf ihren strahlenden Gesichtern an. Auch Regisseurin Claudia Rüegsegger schien die Last der vergangenen Wochen abgefallen zu sein. Sie dankte allen Beteiligten. «Es ist die speziellste Aufführung ever» teilte sie dem Publikum mit, aber gemeinsam hätte man es geschafft. Fast nostalgisch wurde es, als sie ehemalige Momoll-Mitglieder auf die Bühne bat, darunter Jordi Vilardaga (Regisseur) und Antonio da Silva (Schauspieler) . Am 16. April 1986 fand die erste Aufführung statt. Stephan Büchenbacher und Rhea Hindermann  (Eltern der Autorin) waren damals Mitglied des Ensembles und Claudia Rüegsegger war bei «Warten auf Godot» schon Produktionsleiterin.

Auf die Frage, ob schon eine neue Idee in ihrem Kopf stecke, meinte Claudia Rüegsegger lachend: «Nei jetz mues i zersch mol dureschnuufe».

Weitere Aufführungen finden mit beschränkter Publikumszahl statt. Eine davon im Rahmen der Kulturbühne 2021, die vom 30. April bis 9. Mai in der Grossregion Wil durchgeführt wird. Das Ensemble hat kurzfristig entschieden, trotz der grossen Belastung von vier Vorstellungen am Stück eine Zusatzvorstellung zu spielen. Diese findet statt am Mittwoch 5. Mai, und dafür gibt es ab sofort Tickets auf momoll-theater.ch.