«Wie bekannt ist diese Liegenschaft in einem Zustand der ein ständiges Bewohnen aufgrund des hohen Gesundheits- und Brandrisikos nicht mehr erlaubt», informiert der Gemeinderat in der aktuellsten Ausgabe der Münchwiler Nachrichten. Damit will der Gemeinderat deutlich machen, wie gefährlich die Wohnsituation für die drei Asylbewerber ist, die aktuell an der Waldeggstrasse 5 untergebracht sind. Auf Anfrage von hallowil.ch erklärt der Gemeinderat, dass das Gebäude – dessen Landverkauf die Münchwiler Bevölkerung am 20. Oktober abgelehnt hatte – keine Zentralheizung und damit auch keine Heizverteilung besitze. Alle Wohnungen werden deshalb mit Einzelöfen beheizt. «Bereits im Jahr 2012 wurde durch das Feuerschutzamt der Gemeinde festgehalten, dass die Kamine und die Kachel- sowie Tragöfen ausgebrannt und baufällig sind», informiert Gemeindepräsident Guido Grütter, «aus Sicherheitsgründen wurden alle Öfen demontiert.» Seit der Ausserbetriebnahme werde in den einzelnen Zimmern mit mobilen Elektroöfen geheizt. Das habe bereits zu einem Schwelbrand geführt. «Weil bei höchster Heizleistung brennbares Material auf den Heizkörper abgelegt wurde», so Grütter. Ein Brandausbruch konnte damals rechtzeitig verhindert werden. «Ausserdem sind alle Fenster undicht. Deshalb ist es in allen Zimmern des Gebäudes überdurchschnittlich kalt und feucht.»

Betroffene Asylbewerber bleiben nicht in der Gemeinde

Die gesamte und nicht ganz ungefährliche Wohnsituation ist der Grund, warum Münchwilens Gemeinderat beschlossen hat, die drei Einzelpersonen an einem anderen Ort sicher unterzubringen. Weil die drei Asylbewerber – eine Person wohnt seit dem Jahr 2015 und die anderen zwei Personen wohnen seit diesem Jahr an der Waldeggstrasse – bereits diesen Monat ausziehen müssen, hat die Gemeinde Münchwilen bereits eine Lösung gefunden. Doch die drei betroffenen Personen können nicht weiter in der Gemeinde bleiben. Warum eigentlich? Fakt ist, dass sich Münchwilen nicht aus der Verantwortung ziehen und sich sehr wohl um die Betroffenen kümmern möchte. «Alle bisher angefragten Vermieter in Münchwilen waren nicht bereit, der politischen Gemeinde eine Wohnung oder ein Zimmer für die Asylbewerber – die alle arbeiten und intensiv Deutsch lernen – zu vermieten», so Grütter.

«Daher hat die Gemeinde Münchwilen mit der Gemeinde Wilen eine Unterbringungsvereinbarung abgeschlossen», heisst es in den Münchwiler Nachrichten. Somit werden die drei Asylbewerber in der Asylunterkunft Wilen wohnen und die Gemeinde Wilen betreut. «Es gab gemischte Reaktionen von den Asylbewerbern, weil der Wohnortwechsel Veränderungen mit sich bringt», sagt Grütter.