Man hätte eigentlich etwas anderes erwartet. Denn die Akte «neue Mehrzweckanlage Oberhofen» ist noch längere Zeit geöffnet. Immer wieder wird das Vorhaben kritisiert aber auch unterstützt. Umso erstaunlicher – auch für Schulpräsident Lukas Weinhappl – dass es kein einziges Votum in diese Richtung gegeben hat. Mager war indes die Beteiligung an den Versammlungen in der Dreifachturnhalle Waldegg. Lediglich 79 von insgesamt 3582 Münchwiler Stimmberechtigte waren anwesend; sehr wenig.

Zwei Abrechnungen gutgeheissen

Der anwesende Souverän genehmigt an diesem Abend einstimmig die beiden Abrechnungen «Wettbewerbskredit Mehrzweckanlage Oberhofen» (126'257 Franken), sowie «Kredit für Heizungsersatz im Schulzentrum Oberhofen» (193'696 Franken). Ebenfalls ohne eine Gegenstimme wird die Rechnung 2020 mit einem Aufwand von 12'788'676 Franken und einem Ertrag von 12'631'905 Franken angenommen. Der daraus resultierende Aufwandüberschuss in der Höhe von 156'770 Franken wird dahingehend dem Eigenkapital belastet. Nach besagter Verbuchung des Ertragsüberschusses beträgt das Eigenkapital per Ende 2020 6'922'865 Franken. Lukas Weinhappl erklärt zum Schluss das weitere Vorgehen betreffend neuer Mehrzweckanlage Oberhofen. «Im kommenden Juli oder August soll die Abstimmungsbotschaft mit allen Details zur Planung, Architektur und Kosten, an den Stimmbürger herangetragen werden. Auf den 26. September 2020 planen wir dann die Grundsatz-Urnenabstimmung betreffend Projekt- und Planungskredit des MZA-Neubaus.» Auch wenn an dieser Urnenabstimmung der eigentliche Startschuss für den Bau genehmigt wird, heisst das noch nicht, dass er realisiert werden kann. «Ein juristisches Nein kann immer noch erfolgen. Und wenn an der Urnenabstimmung der Bau abgelehnt wird, stirbt das ganze Projekt. In diesem Fall, werden wir an der Gemeindeversammlung vom 24. November 2021, über ein Projekt- und Planungskredit für eine Oberhofen-Sanierung und einen Waldegg-Anbau befinden», so Weinhappl.

Post inside
Schulgemeindepräsident Lukas Weinhappl

1 Jahr Nadja Stricker

Auf den Tag genau vor einem Jahr trat Nadja Stricker ihre neue, grosse Herausforderung an. Als neugewählte Gemeindepräsidentin von Münchwilen hat sie bis dato zwölf turbulente Monate hinter sich. «Ich fühle mich wohl, denn ich weiss, dass wir in einer guten Gemeinde leben. Natürlich gibt es noch viel zu tun und wir haben stetig Optimierungsbedarf, doch wir arbeiten daran, damit unsere Gemeinde attraktiv bleibt.» Füreinander – Miteinander; zum Wohl von Münchwilen. Nach dieser Gemeindeversammlung kann der Fokus erst recht in die nahe Zukunft gelegt werden. Gestaltungspläne, die Standort-Entwicklung Wil-West, die Ortsplanungsrevision und vieles mehr, wird die Behörde auf Trab halten. Vorerst hatte die Gemeindepräsidentin jedoch die erfreuliche Aufgabe von einem Bruttogewinn im Jahr 2020 in der Höhe von 1'446'114 Franken zu berichten. Einstimmig wird die Verwendung besagten Gewinns zugestimmt. So fliessen 800'000 Franken in die Vorfinanzierung für die Sanierung des Gemeindehauses, 600'000 Franken in die Vorfinanzierung des Neubaus Werkhof und die restlichen 46'114 Franken übergehen in das Eigenkapital. Schlussendlich erhält die Gemeindeordnung einen neuen Zusatzartikel. «Verwendung Gemeindeanteil Mehrwertabgabe aus dem Spezialfinanzierungsfonds», tönt kompliziert; ist es auch. Hauptsache einstimmig angenommen.