Glücklicherweise ist Tschiibii ein positiver Mensch. Er hat in den sieben Jahrzehnten seines Lebens schon manche Krise bewältigt. Dennoch hätte er sich gewünscht, nach den monatelangen Einschränkungen sein Museum  wieder öffnen zu können und seine Besucher wieder an seinem grossen Wissen und seiner Erzählkunst teilhaben zu lassen.

Das Rock- und Popmuseum ist vor acht Jahren in einem Gebäude untergebracht worden, das ehemals einen Textilindustriebetrieb beherbergte. Es liegt am östlichen Rand von Niederbüren an der Strasse zum thurgauischen Hauptwil. Hier – wo Füchse und Hasen einander gute Nacht sagen, wie er es selber schmunzelnd formuliert – präsentiert Roland Grossenbacher seine riesige Sammlung an Erinnerungsstücken und dokumentiert damit die Musikgeschichte von 1910 bis zu Lady Gaga. Das Konzept des Museums sei einzigartig, betont Tschiibii. Alle Mitarbeitenden engagieren sich ehrenamtlich. Es werden keine öffentlichen Gelder beansprucht. Getragen wird das Museum von einem Verein, der mittlerweile 560 Mitglieder zählt.


125 Führungen abgesagt

Im Rock- und Popmuseum wird den Bildern und Erinnerungsstücken Leben eingehaucht. Tschiibii führt die Besucher und begeistert sie mit eindrücklichen Schilderungen, Tonbeispielen und Videos. Im Corona-Jahr allerdings konnten nur 142 Führungen mit eingeschränkten Teilnehmerzahlen durchgeführt werden, 125 Führungen mussten ganz abgesagt wurden. Und vorläufig bleibt das Museum geschlossen. Tschiibii bedauert dies, freut sich aber, bald wieder an die bisherigen Erfolge anschliessen zu können.

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Mit berechtigtem Stolz weist das Museum auf den innerhalb von acht Jahren erreichten grossen Bekanntheitsgrad hin.

1'600 Führungen waren es bisher. Eine Führung dauert gut und gern zweieinhalb Stunden, und wenn sie mit einem Apéro kombiniert wird noch länger. Am ersten Samstag im Monat werden sobald als möglich die Türen von 9 bis 12 Uhr wieder offen stehen und die Besucher nebst Information und Musik auch Kaffee und Gipfeli serviert bekommen. Tschiibii kann auf unzählige begeisterte Dankesschreiben hinweisen. Als Ritterschlag bezeichnet er es, dass seinem Museum im deutschen Rock-Magazin «Good Times» eine ausführliche Reportage gewidmet worden ist. Auch die Einladung zur sonntäglichen Talk-Sendung «Persönlich» war eine Auszeichnung für seinen über die Region hinaus bedeutenden Kultur-Beitrag.


Musik als Lebenselixier

Tschiibii schaut optimistisch in die Zukunft. Das Materielle hat für den einstigen Verdingbuben keine Priorität. Ohne seine Mutter je gekannt zu haben, ist er in Baden und im Emmental aufgewachsen. Einige Zeit hat er auch in einem Rheintaler Waisenhaus verbracht. Auf eine Lehre als Koch folgte eine wilde Zeit mit Drogen und Anhäufung von Schulden. Musik, das Fussballspiel ein starker Glaube halfen ihm schliesslich über die Probleme hinweg. Zusammen mit seiner zweiten Frau Uschy hat er die Schwierigkeiten überwunden und den Schuldenberg abgebaut. Seit 2013 setzen sich die beiden mit ganzer Kraft für ihr Museum ein.