Das Publikum konnte an den Unterhaltungsabenden der MG Niederbüren ein bunt gemischtes Programm unter der musikalischen Leitung von Reto Städler und einen witzigen Schwank in zwei Akten geniessen.Die Musikgesellschaft Niederbüren gehört zum festen Bestandteil des kulturellen Dorflebens. Das verdankt die Bevölkerung jeweils dem Verein bei den traditionellen Unterhaltungsabenden mit einem vollen Haus. Am Freitag- und am Samstagabend besetzten die Besucherinnen und Besucher sämtliche Plätze im Gemeindesaal. Dem Motto „Liebe ist…“ entsprechend versuchten die Musikantinnen und Musikanten ihre treue Anhängerschaft in kulinarischer und musikalischer Hinsicht zu verwöhnen.

Das Publikum genoss ein vielfältiges Musikprogramm, welches von Dirigent Reto Städler und der Musikkommission zusammengestellt wurde. Es umfasste ein breites Repertoire, von traditioneller Literatur bis zu modernen Kompositionen. Viel zu lachen gab es im zweiten Teil beim Lustspiel „Cracy Days im Altersheim“ von Franziska und Karin Eichenberger.

Talentierter Nachwuchs
Die über 60 Musikantinnen und Musikanten verwöhnten die Gäste mit einem bunten Strauss gehörfälliger Melodien, abgestimmt auf das Motto. Den Abend eröffnete die Jugendmusik, die seit einigen Jahren von Reto Städler ausgebildet und dirigiert wird. Weil die MGN in Harmoniebesetzung spielt, ist der Anteil der Frauen beachtlich hoch. Die Hälfte der zwei Dutzend Nachwuchsbläser darf bereits auch bei den Aktiven mitspielen.

Mit den drei Stücken „One Direction in Concert“, „Can I have this dance“ und „Glück“ zeigten die Jungen ihr grosses Talent auf. Zur Zugabe wurde vom Publikum das Mitklatschen gewünscht. Die Ansagen übernahmen jeweils die Kids selber. So meldeten sie auch, dass die Jugendmusik im Sommer am kantonalen Jugendmusiktreffen teilnehmen wird.

Thema „Liebe ist…“
Nach dieser gelungenen Einstimmung auf hohem Niveau begrüsste Präsident Markus Düring die Konzertbesuchenden. „Das Ziel der Nachwuchsausbildung ist es, bei den Jungen die Liebe zur Musik zu entfachen. Der Dirigent legt Wert darauf, lustvolles Musizieren zu vermitteln“, rühmte er Reto Städler. Dann lag es an den aktiven Musikantinnen und Musikanten, dem Publikum die Freude an der Blasmusik zu vermitteln.

Der musikalische Leiter Reto Städler und die Verantwortlichen des Programms wählten Titel aus, welche einerseits dem liebenswürdigen Leitgedanken gerecht wurden und andererseits dem Geschmack des gemischten Publikums entsprachen. Jeder Notenständer war mit einem Herzen geschmückt und im ganzen Saal wiesen Herzballone auf das Thema „Liebe ist…“ hin.

Musik geht zu Herzen
Den Auftakt machte nach dem Aufmarsch und der Aufstellung auf beiden Seiten des Saals der stimmungsvolle Marsch „Vereinte Musikanten“, wobei die Perkussion und die Bässe bereits auf der Bühne platziert waren. Beim modernen Stück „80er Kult(tour)“ kamen einige bekannte Hits zu Gehör. Bei den volkstümlichen Melodien der Polka „Von Freund zu Freund“ kamen Leni und Pius Zeller zum Soloeinsatz. Rockig ging es beim Titel „Hard Rock Halleluja“ zu.

Marina Zeller und Daniel Düring passten ihre Moderation ebenfalls dem Motto an. So trat Daniel in einem Herzanzug gekleidet auf die Bühne. Beim abwechslungsreichen Stück „The Power of Love“ spielten mehrere Solisten einen Solopart. Wie beim nachfolgenden „Walzer der Liebe“ bewiesen die Musikantinnen und Musikanten, dass Musik zu Herzen gehen kann. Rockige Melodien erklangen bei der abschliessenden der Zugabe.

Verrückte Tage
Beliebt sind in Niederbüren nach wie vor die Theateraufführungen. Unter der Regie von Damian Werz spielte die bewährte Theatergruppe das Lustspiel „Cracy Days im Altersheim“. Der öde Alltagstramp im Altersheim nimmt eine Wende, als der neue Mitbewohner Beda Berger (Christof Lehmann) eintritt. Er sitzt im Rollstuhl und ist schwerhörig. Anfänglich hat niemand Lust, sich mit ihm abzugeben. Die resolute Krankenschwester Elsa (Marielle Düring) befiehlt den Insassen, den Neuen in ihrem Kreis zu integrieren.

Das gefällt dem bärbeissigen Sepp Zahner (Albert Dürlewanger), der mit seiner Gattin Liseli (Katja Lehmann) im Heim lebt, überhaupt nicht. Die belesene Hobbygärtnerin Mathilda (Joy Labhart) ist die Einzige, die sich liebevoll mit Beda abgibt. Das sieht aber der eifersüchtige Franz (Pascal Rüedi) gar nicht gern. Der liebeshungrige Heimarzt Dr. Häfeli (Adrian Zingg), der mit Elsa ein Verhältnis pflegt, bringt mit seinen dubiosen Pillen plötzlich Schwung in die Bude.

Dubiose Pillen
Für teures Geld dreht er den Heiminsassen seine Wunderpillen an. Der langweilige Alltag ist vorbei, es beginnen die Cracy Days. Eigentlich sollten die Pillen nur die Schmerzen lindern, aber es kommt zu ganz anderen Auswirkungen. Die Insassen haben plötzlich unerwartet Power, tanzen und begegnen einander mit coolen Sprüchen. Spass und Erotik gehören nun angeblich zur Tagesordnung. Der illegale Nebenverdienst des Heimarztes mit diesen Medikamenten läuft wie geschmiert. Elsa ist schockiert und der Verzweiflung nahe, als sie von den Tätigkeiten ihres Geliebten hört.

Zu allem Elend kommt auch noch Dr. Karina Hasler (Patricia Schefer), Mitglied der Ärztekammer ins Heim, um den Fall abzuklären. Damit naht das dicke Ende Knall auf Fall mit einer bösen Überraschung. Der angebliche Kranke im Rollstuhl, in Wirklichkeit ein Polizist, wird Zeuge der Untaten und Gespräche des Heimarztes. Das Lustspiel lebte einmal mehr von amüsanten Szenen und von der Leistung der hervorragend agierenden Schauspieler, welche die unterschiedlichen Typen überzeugend verkörperten.