Erst am Ende ihrer beiden Unterhaltungsabenden liess die Musikgesellschaft Zuckenriet die Katze aus dem Sack. „Musikgesellschaft“ ist Geschichte, unter dem neuen Namen Brass Band Zuckenriet und neuem Logo wird jedoch weiterhin der Leidenschaft für die Blasmusik nachgegangen.Das Motto „Schlussgang 2018“, das die Programmgestalter für ihre Konzert- und Unterhaltungsabende wählten, liess viele Möglichkeiten offen, um den populären Schwingsport mit Schweizer Blasmusik zu verbinden. So waren denn im dreiteiligen Programm mehrheitlich Musikstücke von Schweizer Komponisten zu hören. Auch das Bühnenbild, das den Schwägalp-Schwinget darstellte richtete sich ganz nach diesem Thema aus. Unter der Leitung von Sepp Zürcher überzeugten die Musikantinnen und Musikanten mit gefälligen Melodien. Durch das originelle Programm führte Schwingrichter (Moderator) Max Bünzli, der bereits schon einmal als humorvoller Unterhalter in Zuckenriet zu Gast war.

Eigenes Partychalet
Der Moderator kündete den Beginn der Unterhaltung mit einer fiktiven Schwingfeststimmung an: „Es ist früh am Morgen, neblig und die Arena mit erwartungsvollen Zuschauern gefüllt. Der Einzug der Wettkämpfer wird von Schellern mit ihren grossen Glocken begleitet“. Im verdunkelten Saal marschierten die Musikantinnen und Musikanten in weissen Sennechutteli durch die Tischreihen zur Bühne. Vereinspräsident Hans Sutter erwähnte bei seiner Begrüssung, dass die Mitglieder der MGZ in freiwilliger Arbeit ein Holzchalet erbaut haben, das auch als Partyraum genutzt werden könne. Der Barbetrieb an den Unterhaltungsabenden wird zukünftig in diesem attraktiven Chalet statt in einem gemieteten Zelt stattfinden. Stolz zeigte sich Hans Sutter über die anhaltenden Erfolge bei regionalen und nationalen Musikfesten. Als neuer Kantonaler Veteran wurde Markus Zwick geehrt. Er ist eine wichtige Stütze des Bassregisters und wirkte in mehreren OK’s und als Festwirt mit. Als jüngstes Mitglied hiess er Nico Rotach im Verein willkommen. Im ersten Konzertteil unterhielt die Musikgesellschaft mit einem bunten Melodienstrauss mit traditionellen und zeitgemässen Blasmusikstücken.

Bekannte Gastsolisten
Die Organisatoren konnten dieses Jahr zwei Gastsolisten aus der Volksmusikszene verpflichten, welche den „Schlussgang 2018“ musikalisch bereicherten. Heinz della Torre wuchs in einer musikalischen Familie auf. An der Musikhochschule Zürich erwarb er das Lehr-, Orchester- und Konzertdiplom für Trompete. Regelmässig nimmt er auch an Projekten als Alphorn-, Büchel- und Kuhhornbläser teil. Am Unterhaltungsabend in der Sproochbrugg bot er mit diesen Instrumenten einen spektakulären Auftritt. Für die gebürtige Entlebucherin Franziska Wigger ist der Jodelgesang seit ihrer Kindheit ein fester Bestandteil. Für ihre Gesangskarriere legte sie die Basis mit einem Studium an der Musikhochschule Luzern. Ihre gesangliche Vielseitigkeit beweist sie auch in der klassischen und modernen Musik. In Zuckenriet trat sie als stimmgewaltige Jodlerin auf die Bühne und bei einem zweiten Auftritt berührte sie mit dem Gotthard-Hit „Haeven“, wozu Dirigent Sepp Zürcher die Begleitung der Bläser arrangierte.

Nachwuchs gesichert
Als Gastformation trat im zweiten Teil die Greenhorn Brass auf, die vor fünf Jahren von den drei Musikvereinen ins Leben gerufen wurde. „Dass in unserer Gemeinde drei Musikvereine die Blasmusik erfolgreich pflegen, ist in der ganzen Schweiz einmalig“, erwähnte Vereinspräsident Hans Sutter. Die jugendlichen Bläserinnen und Bläser werden unter der Leitung von Andreas Signer seriös ausgebildet und bekommen eine gute Basis für den späteren Übertritt in einen der Vereine. Die Band trat infolge des verhinderten Leiters mit dem Niederhelfenschwiler Dirigenten Marcel Eggler auf und überzeugte durch ihre frischen Darbietungen auf beachtlichem Niveau. Moderator Max Bünzli machte sich einen Spass daraus, immer wieder auch das Publikum herauszufordern. Mit Matthias und Lisa fand er geeignete Opfer und präsentierte einige Zaubertricks und animierte die Saalgäste zum Mitsingen. Dann war wieder die MGZ mit weiteren gefälligen Blasmusikstücken an der Reihe.

Abschied und Neubeginn
Nach einer weiteren Pause trat die Musikgesellschaft zum Schlussgang an. „Bei einem Schlussgang gibt es immer einen Sieger und einen Verlierer. Die Musikgesellschaft gibt den Gang auf und spielt nun das letzte Stück. Er will neue Wege gehen“, kündete Max Bünzli das Finale der langjährigen Vereinsgeschichte an. Mit den Kompositionen „My Way“ und „Tränen“ werde der Abschiedsschmerz ausgedrückt. Daran beteiligten sich mehrere Solisten aus verschiedenen Registern mit glanzvollen Einlagen. Der Präsident stellte nach dem Wiederaufmarsch zum dritten Konzertteil alle Musikantinnen und Musikanten namentlich vor. Sie seien die Gewinner und so kämen die mehrheitlich jungen Bläser nun zur Erfüllung ihres langgehegten Wunsches. Zukünftig heisse der Verein Brass Band Zuckenriet und er bekomme auch ein neues Logo. Mit zwei rassigen Märschen startete die Band in die neue Aera.

Aushängeschild der Brass Band
Die Brass Band Zuckenriet darf sich glücklich schätzen, mit Matthias Keller in den eigenen Reihen ein Mitglied zu wissen, das in der obersten Liga der Brass-Band-Welt mitwirken kann. Der gebürtige Dietenwiler (Jahrgang 1991) studiert ein Jahr in Manchester GB und seit 2015 an der Musikhochschule Luzern. Neben dem noch aktiven Studium dirigiert er die Bürgermusik Gonten und gibt Instrumentalunterricht auf dem Cornet, dem Flügelhorn und der Trompete. Schon mit 19 Jahren trat er der Liberty Brass Band Ostschweiz bei. Nach der Schweizer Militärmusik Rekrutenschule wurde er 2012 als Flügelhornist in die Swiss Army Brass Band aufgenommen.