An der Kirchgemeindeversammlung vor einem Jahr waren die Meinungen zum Thema Kirchenmusik heftig aufeinandergeprallt. Von einigen Bürgern wurde kritisiert, dass die begnadete Organistin Oxana Peter nicht mehr zum Einsatz komme. Im aktuellen Amtsbericht wird sie nun verabschiedet. Neben der Würdigung ihrer Verdienste lässt die knappe Feststellung «per 1. Juni 2019 endete die Zusammenarbeit» die Folgerung zu, dass mindestes am Schluss die Harmonie und der Wohlklang fehlten. Übrigens war ihr an der Kirchgemeindeversammlung 2019 eine Stellungnahme verwehrt worden. Begründung: Als nicht stimmberechtigte Person habe sie kein Anrecht auf Meinungsäusserung.

Während an besagter Versammlung die einen mehr Orgelmusik forderten – sie gehöre einfach zum Gottesdienst –, sprachen andere der populären Kirchenmusik das Wort. Wenn moderne Musik nicht ihren Platz bekomme, würden die Jungen in den Gottesdiensten bald gänzlich fehlen, befürchteten sie. Die Diskussion vermochte allerdings die Votanten nicht von ihren Standpunkten abzubringen. 


Populäre Musik gewinnt an Bedeutung

Die Kirchenvorsteherschaft macht nun einen Versuch, die Situation zu klären. Dabei greift sie bis auf Martin Luther zurück, der die Musik als Liedermacher und Komponist als wichtiges Instrument zur Verbreitung der Reformation eingesetzt habe. Kirchenmusik leiste für die Gottesdienste einen wichtigen und emotionalen Beitrag. Sie diene als lebendiges Kommunikationsmittel und unterstütze die Verkündigung des Glaubens. Situationsgerechte und ausgewogene Musik müsse auf den kirchlichen Jahreskreis und weitere Gesichtspunkte abgestimmt sein. Die Vorsteherschaft anerkennt aber auch, dass die Musik ein vielfältiges Feld sei und die diversen Formen unterschiedlich wahrgenommen würden. Wichtig sei ihr aber, schreibt sie in ihrer Begründung, dass die verschiedenen Musikrichtungen einen festen Platz in der Kirchgemeinde hätten. Zudem betont sie, der zunehmende Stellenwert der populären Musik müsse innerhalb der Kirche anerkannt werden.

Diese Überlegungen führen zu folgendem Antrag: «Die Kirchenvorsteherschaft beantragt, dass die Musikrichtungen der traditionellen und populären Musik in den Gottesdiensten während des ganzen Jahres in einem ausreichenden Mass berücksichtigt werden.»