Herr Gysel, Sie sind Teil des Organisationsteams der Kulturwoche NUR KULTUR in der Komturei Tobel, wie lautet Ihre Bilanz?

Wir sind sehr zufrieden mit diese ersten Ausgabe der NUR KULTUR – Woche. Unsere Überlegungen und Vorbereitungen haben sich bewährt und sind in jeder Hinsicht aufgegangen. Einzig beim Wetter lagen wir falsch: Wir haben mit lauen Sommerabenden gerechnet, und hätten nun Glühwein ausschenken können.

Wie fielen die Rückmeldungen der Bühneninterpreten und des Publikums aus?

Alle Künstler auf der Bühne haben ihren Auftritt genossen. Einerseits hatten sie z.T. seit anderthalb Jahren wegen Corona keine Engagements mehr. Andererseits schätzten sie die Atmosphäre und den familiären Charakter des Events. Vom Publikum erhielten wir sehr positive Rückmeldungen. Es gab Personen, die besuchten bis zu vier Vorstellungen der verschiedenen Künstler.

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Walter Gysel aus Zuzwil ist Mitinitiant einer Kulturwoche, die womöglich eine Fortsetzung findet. 

Mit unsicherer Witterung und Corona hatten Sie bei der Organisation besondere Herausforderungen zu meistern, wie sind Sie damit umgegangen?

Als wir im Februar mit der Planung von NUR KULTUR begannen, setzen wir bewusst auf ein Open-Air- Konzept. Es war damals nicht absehbar, welche Coronamassnahmen im Sommer gelten werden. Einem Programm im Freien rechneten wir die grössten Chancen ein. Die Komturei Tobel verfügt über eine grosse, auf der Längsseite offene Scheune. Glücklicheweise entschieden wir zu Beginn, dass die Gäste im unteren Teil im Trockenen sitzen konnten. Die Bühne stand im Freien, konnte aber relativ leicht vor der Witterung geschützt werden.

Wird es eine Fortsetzung dieser Kulturwoche geben, allenfalls in geänderter Form?

Wir entscheiden nächstens, ob und in welcher Form NUR KULTUR weitergeht. Die Rückmeldungen und unser eigenes Empfinden weisen aber in die Richtung, dass es im nächsten Jahr eine Fortsetzung in ähnlichem Rahmen geben könnte. Ich könnte mir vorstellen, die Event-Woche zu schieben, um sie ausserhalb der Betriebsferien durchzuführen.

Das Areal der Komturei bietet eine besondere Ambiance, war sie eine gute Wahl? Immerhin war sie auch eine Strafanstalt.

Es kommt darauf an, worauf man den Fokus richtet. Ursprünglich war die Komturei dem Johanniterorden zugehörig, also in religiös-spirituelle Ausrichtung. Unter diesem Aspekt ist es ein fantastischer Ort mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Macht es nicht gerade Sinn, dieses Strafanstalt-Image mit einem frohen und lebendigen Kulturevent zu verändern? Alle Beteiligten haben die Ambience geschätzt. Auch die Zusammenarbeit mit den Komturei-Verantwortlichen verlief hervorragend.

Was motivierte Sie und die weiteren Mitwirkenden für die Organisation dieser Kulturwoche?

Am Anfang stand im Februar der Ausblick auf ein weiteres kulturloses Jahr. Dies wollten wir nicht hinnehmen. Die Kulturschaffenden sollten wieder die Möglichkeit haben, ihren Beruf ausüben zu können. Und das Publikum sollte wieder Kultur geniessen können. Die Mitglieder des OK's, Monika Romer, Jan Sieber und ich sind Personen, die anpacken können, viele Erfahrungen in ihren Gebieten mitbringen und sich sehr gut ergänzen.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus der ersten Durchführung der Kulturwoche?

Mut zum kalkulierten Risiko! Abwarten, bis die anderen etwas machen, ist nicht unser Ding.


Mehr als wohlwollender Applaus

Einen Auftritt auf der NUR KULTUR-Bühne hatte auch Conny Dierauer-Jahn. Die Sängerin aus Wilen präsentierte Auszüge aus ihrem neuen Programm «Kassettli», das nostalgisch auf die Zeit und die Musik der achtziger Jahre zurückblickt. 

«Es hat aber alles geklappt und ist gut beim Publikum angekommen. Ich fand den Abend insgesamt sehr gelungen», sagt sie auf Anfrage von hallowil. Das Publikum habe wunderbar mitgemacht und sich gut amüsiert, fasst die erfahrene Bühnenkünstlerin ihre Eindrücke zusammen. «Der Applaus am Ende war jedenfalls mehr als nur wohlwollend.»

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Am 3. August stand Conny Dierauer-Jahn mit ihren musikalischen Ohrwürmern aus den achtziger Jahren auf der Bühne.  


Idealer Ort für Openair

Die Sängerin spricht lobend über den Eventplatz: «Die Komturei Tobel ist so ein toller, wunderschöner Ort und wie gemacht für ein Sommer-Openair. Alles hat so viel Charme und wurde von den Organisatoren liebevoll hergerichtet.» 

Dass in diesem regnerischen Sommer die Sitzplätze und die Bar unter einem Dach waren, habe sich als ideal erwiesen, sagt Conny Dierauer-Jahn. Wenn es zu einer weiteren Ausgabe von NUR KULTUR kommt, wird sie wieder dabei sein: «Auf der Bühne oder im Zuschauerraum.»