Am 20. Oktober des vergangenen Jahres wurde der Gerinneausbau des Dorfbachs an der Urne hauchdünn mit 50,5 Prozent abgelehnt. In der Zwischenzeit haben drei runde Tische mit Vertretern der Parteien, dem Ad-hoc Komitee, dem Perimeterunternehmen, dem Kanton und der Gemeinde stattgefunden. Dies lässt die Gemeinde Zuzwil im aktuellen Mitteilungsblatt verlauten.

An den Besprechungen wurde festgehalten, dass die Erhöhung der Hochwassersicherheit des Dorfbachs nach wie vor ein dringendes Thema ist, das angepackt werden muss. Es wurde auch definiert, dass sowohl die heutige Kapazität des Dorfbachs, wie auch die bei einem Hochwasser zu erwartenden Abflussmengen von unabhängigen Experten neu berechnet werden müssen. «Die Vertreter der verschiedenen Organisationen waren sich einig, dass wir alle Daten von Grund auf neu berechnen lassen müssen, damit die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Gruppierungen und der Bevölkerung zurückgewonnen werden kann. Die Projektgruppe muss also bildlich gesprochen auf einem «weissen Blatt Papier» ihre Arbeit aufnehmen», sagt der externe Gesprächsleiter Ralph Dietsche.

Projektgruppe und Begleitgruppe

An den drei Besprechungen wurde unter anderem darüber diskutiert, wie das weitere Vorgehen aussieht, damit die verschiedenen Interessen der Bevölkerung frühzeitig abgeholt werden können und trotzdem innert nützlicher Frist konkrete Lösungsvorschläge vorliegen. Die Vertreter der Parteien, des Ad-hoc Komitees, des Perimeterunternehmens und der Gemeinde definierten, dass eine Projektgruppe und eine Begleitgruppe zu gründen sind. Aufgabe der Projektgruppe ist die fachliche Begleitung der externen Ingenieure und Fachplaner. Die in der Projektgruppe erarbeiteten Erkenntnisse und Lösungsvorschläge werden regelmässig einer Begleitgruppe vorgestellt. Von dieser wird erwartet, dass sie die präsentierten Lösungsvorschläge kritisch hinterfragt und so in einer frühen Phase erkennbar wird, wo noch vertiefte Abklärungen zu treffen sind und welche Ansätze in der Bevölkerung eine klare Mehrheit finden.

Am 10. September hat die Projektgruppe «HWS Dorfbach» zum ersten Mal getagt. Gemeinsam wurde erarbeitet, was für Kriterien das zu beauftragende Ingenieurbüro erfüllen muss, damit es das Vertrauen aller Beteiligten geniesst. Dabei kristallisierten sich zwei Hauptanliegen heraus. Einerseits muss das Büro in der Planung von Wasserbauprojekten spezialisiert sein und andererseits darf es nicht aus dem Kanton St.Gallen kommen. In der Folge wurden konkret zwei Büros auserwählt, die zu einer Präsentation und Offertstellung nach Zuzwil eingeladen werden. Danach soll sich die Projektgruppe «HWS Dorfbach» für einen Partner entscheiden und diesen dem Gemeinderat für die Auftragserteilung vorschlagen.

Warum bereits saniert wird

Nebst den Vorarbeiten für ein Hochwasserschutzprojekt werden am Dorfbach die ordentlichen Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Diese erfolgen im Auftrag des Perimeterunternehmens und haben keinen direkten Bezug zu den laufenden Planungsarbeiten. Im Mai dieses Jahres wurden mit dem Bagger Verlandungen entfernt. Zudem werden in den Wintermonaten Sträucher und Bäume entlang des Gewässers zurückgeschnitten. Diese Unterhaltsarbeiten hätten auch stattgefunden, wenn sich die Bevölkerung letztes Jahr für eine der beiden vorgeschlagenen Hochwasserschutzmassnahmen entschieden hätte, lässt die Gemeinde Zuzwil verlauten. (gk/red)