Der Entscheid war knapp, aber bindend: Am 20. Oktober haben die Zuwziler an der Urne beschlossen, dass sie weder einen Entlastungs-Stollen unter dem Kirchhügel noch die vom Gemeinderat vorgeschlagenen Massnahmen umsetzen wollen. Die Emotionen haben sich mittlerweile gelegt. Geblieben ist aber die Frage: Wie weiter? Die Gefahr eines Hochwassers ist weiterhin latent vorhanden.

Das Ad-Hoc-Komitee, welches die Pläne des Gemeinderates bekämpft hatte, wandte sich vor einigen Tagen mit einem offenen Brief an die Bevölkerung. Dies mit der Forderung, dass zügig etwas geschehen müsse. Am Donnerstag meldete sich nun auch der Gemeinderat zu Wort – „unabhängig des offenen Briefes“, wie Gemeindepräsident Roland Hardegger auf Anfrage von hallowil.ch sagt. Die Gemeindebehörde habe sich zusammen mit Vertretern des Amtes für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau, Gedanken zum weiteren Vorgehen gemacht. In diesem Zusammenhang fand eine Besprechung mit dem Vorstand des Perimeterunternehmens statt. Den dieses ist für die Unterhaltsarbeiten des Dorfbachs verantwortlich und hat auf einzelnen Abschnitten bereits 2010, 2015 und 2019 Arbeiten ausgeführt.

Hardegger: „Müssen die Leute mehr abholen“

„Um der Bevölkerung unter den gegebenen Umständen trotzdem die bestmögliche Sicherheit bieten zu können, ist das bestehende Gerinne weiterhin zu unterhalten. Deshalb empfehlen die Verantwortlichen des Kantons sowie der Gemeinderat dem Vorstand des Perimeterunternehmens ein Unterhaltskonzept für den Dorfbach durch ein Ingenieurbüro erarbeiten zu lassen und die entsprechenden Unterhaltsmassnahmen auszuführen“, schreibt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt. Im Unterhaltskonzept sollen Massnahmen zur Erhaltung der Abflusskapazität des heutigen Gerinnes und zur Pflege der natürlichen Ufer definiert werden. Bereits klar ist: Zahlen müssen dies – abgesehen von einem Gemeindebeitrag zu 25 Prozent – vollumfänglich die Anstösser des Dorfbachs.

Angedacht ist, sämtliche Perimeterpflichtigen an einem Informationsanlass über das Unterhaltskonzept und die Unterhaltspflicht am Dorfbach zu informieren. „Die Fachleute von Bund und Kanton sowie der Gemeinderat und der Vorstand des Perimeterunternehmens sind sich bewusst, dass mit dem ordentlichen Unterhalt des bestehenden Gerinnes lediglich eine ungenügende Hochwassersicherheit gewährleistet wird und das grundsätzliche Problem nicht gelöst werden kann“, so die Gemeinde. Zudem ist ein runder Tisch mit verschiedenen Interessensvertretern denkbar. Weiter ist ein Mitwirkungsverfahren angedacht, in dem sich die Einwohner – und somit das Ad-Hoc-Komitee – frühzeitig einbringen können. „Wir müssen die Leute mehr abholen. Da haben wir in der Vergangenheit zu wenig gemacht“, sagt Hardegger. Er geht davon aus, dass die Erstellung des Konzeptes rund ein halbes Jahr in Anspruch nimmt. Wann die Unterhaltsarbeiten effektiv ausgeführt werden, ist aber noch offen. (gk/sdu)