Am 25. Oktober 1988, also vor fast auf den Tag genau 30 Jahren, starb Kurt Kretz im Alter von nur gerade 46 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Peru. In Lenggenwil geboren, feierte er 1967 seine Primiz in Niederhelfenschwil. Anschliessend wirkte er als Dekan in Widnau, bevor er 1969 nach Südamerika aufbrach. Auf dem Hochland von Peru setzte er sich für die arme Bevölkerung ein. So baute er kleine Betriebe für das Herstellen von Produkten aus Alpaka-Wolle auf und war später auch beim Aufbau einer Fischzucht im Arapa-See beteiligt. Otto Hutter, ehemaliger Studienkollege, schrieb in seinem Nachruf: «Zwar war er von ganzem Herzen Priester und Missionar, die äusseren Umstände zwangen ihn jedoch auch Unternehmer, Bauzeichner, Fachmann für biologischen Anbau, Imker, Gründer von Handarbeitsbetrieben und Berater für Strickmodelle und Fellverwertung zu sein.»

Schule für geistig behinderte Kinder eröffnet

Seit dem Tod von Padre Conrado, wie er von den Peruanern genannt wurde, setzt sich die Stiftung Conrado Kretz dafür ein, sein Werk im auf rund 3800 Metern über Meer gelegenen Arapa weiterzuführen. 1988 trat mit Markus Degen ein Schweizer Pfarrer die Nachfolge in Arapa an. Die Fischzucht gibt heute vielen Menschen Arbeit, vor rund zehn Jahren wurde in Arapa eine Schule für geistig behinderte Kinder eröffnet und dieser Tage kann ein neues Labor zur Verarbeitung von Heilkräutern eingeweiht werden. Noch immer stricken Frauen aus der feinen Alpakawolle Pullover, Schals und Handschuhe.

Am kommenden Sonntag (21. Oktober) findet um 10.30 Uhr in Lenggenwil ein Gottesdienst mit einem Info- und Gedenkteil zu Kurt Kretz statt. Danach haben Interessierte die Möglichkeit, von Stiftungsratsmitgliedern mehr über die Projekte in Peru zu erfahren und Textilprodukte aus Alpaka-Wolle zu kaufen. (pd)