Noch ist das Zentrum von Bronschhofen grün. Doch das dürfte sich in einigen Jahren ändern. Seit 2015 wird ein neues Quartier zwischen dem ehemaligen Gemeindehaus und dem Bahnhof geplant. 78 Wohnungen, verteilt auf fünf Gebäude-Komplexe, sollen errichtet werden. Für drei Häuser zeichnet die Wiler Alters-Organisation Thurvita verantwortlich, für zwei die Katholische Kirchgemeinde Wil.

Mittlerweile sind die Planungen so weit gediehen, dass sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden können. Dieser Tage liegt der Sondernutzungsplan öffentlich auf. In diesem wird schon ganz konkret angegeben, was, wo, wie – und sogar mit welchem Material gebaut werden soll. 34 Wohnungen wird die Thurvita im Rahmen des neuen Altersstützpunktes anbieten - und 44 «normale» Einheiten die Katholische Kirchgemeinde. Für Thurvita-CEO Alard du Bois-Reymond ist wichtig, dass «kein Altersghetto» entsteht. Dies soll mit der Durchmischung gelingen. Rund ein Drittel der Fläche ist für gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Es gilt die alte Bronschhofer Zonenplanung

Doch welches Planungsinstrument zählt denn nun eigentlich? Diese Frage ist spätestens aufgekommen, seit der Kanton St. Gallen den überarbeiteten Wiler Zonenplan zurückgewiesen hat und in der Äbtestadt weiterhin die Version aus dem Jahr 1992 gilt. Doch dieser ist für das neue Bronschhofer Quartier nicht relevant. Denn Bronschhofen hat vor der Gemeindefusion mit Wil dieses Planungsinstrument noch angepasst. Bis nun im fusionierten Wil ein neuer Zonenplan rechtskräftig abgesegnet ist, gilt noch der alte Bronschhofer Zonenplan.

Eine weitere Frage, die beschäftig: Wer zahlt den Bau der fünf Häuser? In wenigen Wochen lanciert die Thurvita einen Investoren-Wettbewerb. Alard du Bois-Reymond spricht aber bereits jetzt von einer «langen Liste an Interessenten». Das Ziel der Thurvita wird sein, einen Investor zu finden, der dann auch bei der Errichtung des Demenzzentrums in Rossrüti im Boot sitzen wird.

So geht es nun weiter

Bis die ersten der neuen Wohnungen in Bronschhofen bezogen werden können, wird aber noch einiges an Zeit verstreichen. Die Verfeinerung der Planung wird ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Danach ist mit einer zweijährigen Bauzeit zu rechnen. Vor 2022 hat Bronschhofen also kein überbautes Zentrum. Sollte es Einsprachen geben, verzögert sich das Projekt nochmals – womöglich um Jahre.

Möglichkeit, Einsprache zu machen, bietet sich dieser Tage. Denn ab sofort und noch bis zum 12. Oktober liegt der Sondernutzungsplan dieses neuen Quartiers öffentlich auf. Sind allfällige Einsprachen behoben, wird dieser Sondernutzungsplan zusammen mit dem Teilzonenplan an den Kanton zur Genehmigung vorgelegt.

Slideshow des neuen Bronschhofer Quartiers: