Ob nun unter Trainer Konrad Fünfstück oder Nachfolger Ciriaco Sforza: Der FC Wil macht im Frühjahr 2019 mehr Rück- als Fortschritte. Von den vergangenen 15 Spielen wurde nur noch eines gewonnen. Zu den bereits bekannten Mängeln in der Offensive kommen nun auch vermehrt defensive Unzulänglichkeiten. Vor den letzten sechs Runden dieser Saison hat der einstige Leader noch acht Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz.

hallowil.ch: Herr Weber, der Auftritt beim 0:4 gegen Aarau war blutleer.
Ja, bei einem 0:4 muss man das sagen.

hallowil.ch: Die Marschrichtung im Jahr 2019 stimmt nicht. Was ist das Problem?
Der neue Trainer lässt ein anderes System spielen. Das müssen die Spieler zuerst verinnerlichen. Diese Niederlage gibt uns gute Erkenntnisse, wer noch für den FC Wil kämpft und wer nicht. Es ist aber auch zu sagen, dass wir in den letzten drei Spielen gegen die Top drei der Liga gespielt haben. Da stand viel Qualität auf dem Platz beim Gegner.

hallowil.ch: Was hielten sie von Sforzas Dreifachwechsel nach einer halben Stunde im Aarau-Spiel?
Es wurde damit ein Zeichen gesetzt. Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft danach besser im Spiel war. Bis zum Penalty, der völlig unnötig war. Aber klar: Viele gute Noten haben wir uns in diesem Spiel nicht abgeholt.

hallowil.ch: Vom versprochenen Power-Fussball ist noch nicht viel zu sehen.
Wir wollen einen attraktiven, offensiv ausgerichteten Fussball bieten. Gerade mit jungen Spielern muss man vorwärts spielen. Wenn man die körperlichen Werte zu Beginn der Saison mit jenen während der Länderspielpause im März vergleicht, so sind sie schlechter geworden. Die Aarauer waren immer einen Tick schneller und spritziger. Das ist ein Zeichen, dass wir nicht fit sind. Im neuen System muss man mehr marschieren also zuvor mit zwei defensiven Riegeln. Wir werden an der Athletik hart arbeiten müssen, um diese Defizite zu beheben. Auch im Staff muss noch etwas gemacht werden in diesem Bereich.

hallowil.ch: Haben Sie Angst, noch in den Abstiegsstrudel zu geraten?
Das gilt es sicher im Auge behalten. Aber ich habe nicht wirklich Angst. Ich denke, wir holen unsere Punkte schon noch, spielen wir doch noch zuhause gegen Rapperswil-Jona, Vaduz und Chiasso. Auch in Winterthur haben wir noch nicht verloren. Wir müssen vorwärts schauen und positiv denken. Der Trainer hat nun eine gute Testsituation im Aktiv-Modus. Klar ist aber bereits: Wir werden auf dem Transfermarkt einiges machen diesen Sommer.

hallowil.ch: Wie ist die Situation mit den Verträgen?
Jene von Zé Eduardo, Michael Gonçalves und Andelko Savic laufen Ende Saison aus. Die Kontrakte von Teamstützen wie Zivko Kostadinovic, Nikki Havenaar, Silvano Schäppi, Nick von Niederhäusern, Sandro Lombardi, Sergio Cortelezzi und Silvio sind hingegen über diese Saison hinaus gültig. Wir bekommen auch viele Angebote von ausländischen Klubs, die ihre Talente bei uns platzieren wollen. Das sind die interessanten Spieler für uns.