Die beiden Kündigungen hängen zwar nicht zusammen, kommen aber alles andere als gelegen. Zuerst machte Stadtschreiber Hansjörg Baumberger seine Demission per Oktober publik. Nur wenige Tage später wurde dessen Stellvertreter, Samuel Peter, von der ehemaligen Stadtpräsidentin Susanne Hartmann als Leiter des kantonalen Baudepartements «engagiert».

Im Wiler Rathaus machte man sich Gedanken, ob die Job-Profile angepasst werden sollen – zumal Baumberger über zu wenig Mitspracherecht klagte. Doch soweit kommt es nicht und die beiden Personen sollen 1:1 ersetzt werden. Vor rund zwei Wochen sind die beiden Stellen im Internet ausgeschrieben worden, am Freitag auch in der Tagespresse. «Für beide Stellen haben wir schon über zehn Bewerbungen im Haus. Bis Ende August können es noch mehr werden», sagt Daniel Meili, Stadtpräsident ad Interim. Er hofft, den Stadtschreiber-Stellvertreter im Herbst präsentieren zu können, so dass dieser – je nach allfälliger Kündigungsfrist – irgendwann zwischen Oktober und Jahresende beginnen kann.

Übergangslösung steht – fast

Etwas komplizierter ist es beim Stadtschreiber, da ein vertieftes Auswahlverfahren nötig ist. Meili geht davon aus, dass dieser wohl erst im Frühjahr 2021 seine Arbeit aufnehmen wird. In der Zwischenzeit gibt es eine Übergangslösung. Man ist sich mit einer Person einig. Der Name wird aber erst genannt, wenn der Vertrag auch unterschrieben ist. Gemäss Recherchen von hallowil.ch ist es eine Person, die in Wil bestens bekannt ist und die Tätigkeit in einem Teilzeit-Pensum erledigen wird. Die Arbeit soll im Oktober aufgenommen werden. Für die Rekrutierung beider Stellen zieht die Stadt Wil ein externes Büro bei.

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Die Hintergründe zu den beiden Kündigungen (18.6.)

Bis Ende Oktober muss die Stadt Wil einen neuen Stadtschreiber und einen neuen Stellvertreter für diesen suchen. Nach Bekanntwerden der Kündigung von Hansjörg Baumberger am Mittwoch wurde am Donnerstagvormittag publik, dass auch sein Stellvertreter Samuel Peter die Verwaltung der Äbtestadt verlässt. Die beiden Abgänge haben aber nichts miteinander zu tun, betont der interimsmässige Stadtpräsident Daniel Meili.

Gegenüber hallowil.ch äusserst sich Hansjörg Baumberger zu seinen Beweggründen. Dass die Tätigkeit bei der Stadt Wil nicht ganz dem entspricht, was er sich vorgestellt habe, sei ihm über längere Zeit immer klarer geworden, sagt Baumberger am Telefon; «Zusammengefasst kann man sagen, dass ich etwas Selbstbestimmteres machen möchte.» Baumberger kam 2017 von Uster nach Wil. Er habe schnell gemerkt: Im Kanton Zürich wird die Rolle des Stadtschreibers anders interpretiert als in St. Gallen. In Uster sei er als Stadtschreiber auch Leiter der städtischen Verwaltung gewesen. «Dadurch hatte ich auch mehr Entscheidungsbefugnisse», so Baumberger. Derzeit verfolge er «Anfragen und Projekte für die weitere berufliche Zukunft».

Sein Stellvertreter Samuel Peter ist hauptamtlich Leiter des Departements Dienste, Integration und Kultur (DIK), wo er mehrere Jahre Ex-Stadtpräsidentin Susanne Hartmann (CVP) unterstand. Er folgt nun seiner früheren Chefin ins kantonale Baudepartement, wo er neuer Generalsekretär wird. Hartmann wurde im März in die St.Galler Regierung gewählt, seit Anfang Juni ist sie im Amt. Die neue Departementsvorsteherin wolle die Stelle des Generalsekretärs neu besetzen, heisst es in einer am Donnerstagvormittag verschickten Medienmitteilung. Vor diesem Hintergrund habe sich der aktuelle Generalsekretär Kurt Signer entschlossen, sich beruflich neu zu orientieren.

Susanne Hartmann: «Samuel Peter ist der beste Mann»

Für sie sei schnell klar gewesen, dass sie für die Nachfolge Samuel Peter, ihren langjährigen Mitarbeiter im Wiler DIK, fragen wolle, sagt Susanne Hartmann am Telefon. Peter habe mit Freude zugesagt. Freude, die beidseitig ist: «Samuel Peter ist der beste Mann für diesen Posten», so Hartmann. Dass sich Peters Wechsel und Baumbergers Kündigung nun – sowohl was die Bekanntgabe wie auch was den Vollzug betrifft – kreuzen, tue ihr Leid für die alte Arbeitgeberin: «Dass es nicht so glücklich ist für Stadt Wil, ist mir klar.» Die Bekanntgabe der Kündigung sei aber auf Baumbergers Wunsch im Juni erfolgt.

Peter ist der zweite neue Generalsekretär im Departement eines CVP-Regierungsmitglieds auf Beginn der Amtsperiode 2020/24. Der ehemalige Kirchberger Schulleiter und Kantonsrat Donat Ledergerber (SP) wurde als Generalsekretär des Gesundheitsdepartements durch Gildo Da Ros ersetzt, der zusammen mit seinem Vorgesetzten, Regierungsrat Bruno Damann, vom Volkswirtschaftsdepartement kam

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Nach dem Stadtschreiber: Auch Stellvertreter geht - und folgt Hartmann (18.6.)

Samuel Peter war sechs Jahre für die Stadt Wil tätig. Neben der Leitung des Departements Dienste, Integration und Kultur bekleidet er auch die Funktion als Stellvertreter des Stadtschreibers. Dabei unterstützte Peter den Stadtrat in zahlreichen Geschäften und war für verschiedene Projekte verantwortlich, schreibt die Stadt Wil. Ein Rückblick auf die Tätigkeit von Samuel Peter folge zu einem späteren Zeitpunkt. Die Stadt Wil gibt zudem bekannt, dass die Stelle in diesen Tagen ausgeschrieben wird. (sk)

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Gekündigt: Der Stadtschreiber verlässt die Stadt Wil (17.6.)

Stadtschreiber Hansjörg Baumberger hört auf. Dies teilt die Stadt Wil am Mittwochabend mit. Ab November bis Januar 2021 werde Baumberger noch in einem reduzierten Pensum für Projekte und die Übergabe der Geschäfte im Einsatz sein, heisst es in der Mitteilung. Schon für diesen Zeitraum wird nun eine Übergangslösung gesucht. Derzeit werde das Rekrutierungsverfahren für die längerfristige Neubesetzung der Stelle vorbereitet.

Hansjörg Baumberger wird bei seinem Austritt rund dreieinhalb Jahre in den Funktionen Stadtschreiber und Sekretär des Stadtparlaments bei der Stadt Wil tätig gewesen sein. In der Mitteilung dankt der Stadtrat dem Scheidenden für die Arbeit und wünscht ihm alles Gute. Ein Rückblick auf Baumbergers Tätigkeit werde zu einem späteren Zeitpunkt folgen. (pd/red)

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Hansjörg Baumberger verlässt die Stadt Wil nach dreieinhalb Jahren als Stadtschreiber. (Bild: sk)