Schon seit einigen Jahren werden die Drittklässler an der Oberstufenschule Sproochbrugg mit besonderen Projekten auf ihre zweite Lebensphase vorbereitet. Die Ergebnisse der Abschlussarbeiten wurden in der Mehrzweckhalle öffentlich ausgestellt und durch eine unabhängige Jury bewertet. Zwei sechzehnjährige Sekundarschülerinnen zeigten mit ihren ausgezeichneten Werken ihre Talente auf eindrückliche Weise auf. Mit ihren kreativen Objekten überzeugten sie die Jury, welche sie mit Spitzenrängen und einer Sonderprämie belohnte. Beide jungen Frauen ziehen für die Zukunft eine gestalterische Berufsausbildung in Erwägung.

Berufsfindung unterstützen
Antonia Luchsinger wuchs in Niederhelfenschwil mit zwei Schwestern und einem Bruder im Elternhaus von Roland und Gaby Luchsinger auf und besuchte die Schulen in der Wohngemeinde. Sie habe schon seit früher Kinderzeit immer gerne gezeichnet und gemalt, gestand Antonia. Darum stand für sie der Wunsch nach einem Beruf im gestalterischen Bereich im Vordergrund. Nach den Sommerferien beginnt für sie der gestalterische Vorkurs an der Schule für Gestaltung in St.Gallen. Dieser einjährige Kurs soll als Vorbereitung für eine gestalterische Berufslehre dienen und ihr bei der beruflichen Entscheidungsfindung helfen. Die Schule vermittelt eine breite gestalterische Grundausbildung, in der die persönliche Kreativität und eigene Gestaltungslösungen gefördert werden. Nach diesem Vorkurs hofft Antonia, ihre zukünftige Berufsrichtung gefunden zu haben.

Fantasievolles Kinderbuch
„Weil ich demnächst den gestalterischen Vorkurs in St.Gallen besuche, war ich bei der Themenwahl zur Abschlussarbeit ziemlich frei. Zuerst dachte ich an ein Fotobuch über das dritte Sekundarschuljahr, aber das war mir dann doch etwas zu einfach“, erklärte Antonia. So sei sie auf die Idee gekommen, ein Bilderbuch für Kinder zu kreieren. Mit der eigenständigen Gestaltung eines Kinderbuches konnte sie sich einen Traum erfüllen. Rund um eine fantasievolle Tiergeschichte, welche sie selber erfand, malte sie mit verschiedenen Mal- und Gestaltungstechniken die authentischen, ausdruckstarken Bilder. Auf der Reise der Hauptfigur Groome, einem abenteuerlustigen Ameisenbär, durch den südamerikanischen Regenwald finden viele spannende Begegnungen mit Urwaldtieren statt. Im Kindergarten Lenggenwil durfte sie den begeisterten Mädchen und Buben ihr Buch vorstellen und die Geschichte von Groome erzählen. Auch am mitgebrachten Stofftier-Ameisenbär hatten sie ihre Freude. „Die ganze Arbeit hat mir viel Spass und Freude gemacht. Zudem konnte ich vielfältige Erfahrungen sammeln, die mir wichtige Impulse verschaffen“, zog Antonia ihr Fazit.

Vorliebe für fotografische Gestaltung
In der gleichen Klasse wie Antonia Luchsinger absolvierte die auf denselben Tag gleichaltrige Geraldine Raschle aus Zuzwil die Oberstufenschule Sproochbrugg in Zuckenriet. Bei der Berufswahl entschied sie sich nach mehreren Schnupperwochen in verschiedenen Berufen für eine vierjährige Lehre als Polygrafin. Nach den Sommerferien wird sie diese Ausbildung bei der Firma Cavelti AG in Gossau beginnen. Im Beruf Polygrafin werden Texte und Bilder für Printmedien und elektronische Medien gestaltet und verarbeitet. Die Leidenschaft von Geraldine für das Fotografieren und die Arbeit am PC führte im Verlaufe der Jahre zu einer Unmenge vor gespeicherten Bildern. Deshalb griff sie nach langen Diskussionen mit ihrer Schwester Vivienne und ihrer Mama für ihre Abschlussarbeit die Idee eines Fotomosaikbildes auf. „Ich wählte aus meinem grossen Fotoarchiv rund 1‘500 Bilder aus, mit denen ich mittels der Software Mosaizer-Pro ein grosses Fotomosaikbild mit meinem Selbstportrait gestaltete. Es sind Fotos von Geburtstagen, Partys, Reisen und Freizeit dabei“, erzählt sie.

Handwerkliches Geschick
Als die sehr aufwändige Arbeit auf ihrem PC ihrem Anspruch genügte, konnte sie in ihrem zukünftigen Lehrbetrieb zusammen mit einer fachkundigen Kollegin den Ausdruck vorbereiten und durchführen. Diesen klebte sie auf einen fünf Millimeter dicken Karton. „Mein Ziel war es, viele tolle Momente in meinem Fotomosaikbild festzuhalten. Sie erinnern mich an die vielen Erfahrungen, die ich in der Schulzeit an der Sproochbrugg gemacht habe“, stellt Geraldine fest. Um das Bild wirkungsvoll präsentieren zu können, entschloss sie sich zur Herstellung einer Dreibeinstütze. Dabei war der auch handwerklich geschickten Schülerin ihr Grossvater behilflich. In seiner Heimwerkstatt schnitt sie die Latten aus Buchenholz zu, schliff, bohrte und lackierte sie. Jetzt galt es noch die Stützen zusammen zu montieren. Zusätzlich zum Fotomosaikbild fertigte Geraldine Raschle auch noch ein kleineres Mosaikbild mit Steinen nach altem Stil an. Mit dieser seit Jahrhunderten bekannten Methode gestaltete sie nach einer Vorlage aus dem Internet ein Portrait von Marilyn Monroe. Für dieses Steinmosaikbild stellte sie eine zweite Stütze an. Die Abschlussarbeiten von Geraldine gefielen den Experten und dem Publikum.