Die per Ende 2015 vollzogene Umstellung auf die neue Rechnungslegung HRM2 gefährdete die Existenz der Tobler «Genossenschaft Dorfmarkt Zentrum», die den örtlichen Dorfladen betreibt. Für Detailhandelsunternehmen war der Standort mit zirka 370 täglichen Kunden nicht lukrativ.

Die gemeindeseitige Auslegung der seit Gründung des Dorfmarkts im 2012 zwischen Gemeinde und Genossenschaft bestehenden Verträge über Eigentums- und Nutzungsverhältnisse der Dorfmarkt-Liegenschaft führten beim Tobler Jahresabschluss 2015 nach HRM2 zu einer Umbewertung des Gemeindeeigentums am Dorfladen und gegenüber der Genossenschaft zu einer Finanzforderung in Höhe von rund 400’000 Franken. Mit der Genehmigung des Bilanzanpassungsberichts 2015 und dem HRM2-Jahresabschluss 2015 durch das Stimmvolk wurde das Unheil besiegelt, aber seinerzeit nicht erkannt.

222'000 Franken ausgebucht

Nun brachte die Genossenschaft die brisante Lage vor die Gemeindeversammlung, die eine heftige Debatte um die Sachlage auslöste. Für die Genossenschaft sei es überlebensnotwendig, dass der Restbetrag von zirka 222’000 Franken, der bei der HRM2-Umstellung entstandenen Finanzforderung ausgebucht werde, sagte der Vizepräsident der Genossenschaft, Rolf Müller. Die Standpunkte seitens Gemeinde und Genossenschaft mochten sich nicht annähern. Gemeinderat Roger Kernen, zuständig für das Finanz-Ressort, gab zu bedenken, dass ein Ja-Entscheid des Souveräns, den Verzicht auf die Forderung bedeute. Aus den Reihen des Stimmvolks erhob sich die Meinung, einen Schlussstrich unter das Vergangene ziehen – zum Wohl des für die Bevölkerung wichtigen Dorfladens. Stimmen für einen Konsens wurden laut.

Mit grosser Mehrheit stimmten die anwesenden Stimmberechtigten für den Antrag der Genossenschaft und somit für die Ausbuchung von rund 222’000 Franken aus der Gemeindebilanz. Gleichzeitig erwirbt die Genossenschaft von der Gemeinde die Kältetechnischen Anlagen und die Ladenbeleuchtung für rund 183’000 Franken durch ein Gemeindedarlehen. Der Mietzins für die Dorfladen-Immobilie und der Darlehenszins bleibt auf dem bisherigen Stand vom 1. Januar 2018.

Sanierungsplan für marode Gemeindestrassen

Mit der 2017 erstellten Strassenzustandserfassung wurde ein Zehnjahresplan für die Strassensanierungen gemäss der Dringlichkeit aufgestellt. Im 2019 soll die Sanierung der Sägereistrasse / Saum angegangen werden. Dabei müssten auch die knapp 40 Jahre alten, teils maroden Wasserleitungen ersetzt werden. Die Stimmbürger genehmigten an der Gemeindeversammlung einstimmig den Kreditantrag über 556’000 Franken für die Massnahmen.

Für gutgeheissen wurde ebenfalls einstimmig der Kreditantrag von 95’000 Franken zur Beschaffung neuer Computer und Tablets, sowie sonstiger EDV-Infrastruktur, um den 1:1-Computing-nUnterricht im Fach Medieninformatik an der Primarschule zu ermöglichen.

Budget 2019 im Minus

Das konsolidiert Budget 2019 geht von einem Gesamtminus in Höhe von rund 295’000 Franken aus. Dabei liegen die Technischen Werke mit zirka 5000 Franken im Minus. Ein geplanter Ertrag von knapp 33’000 Franken resultiert aus dem Spezialfond «Feuerwehr, Flur/Wald». Durch den Turnhallen-Neubau werde sich die Bruttoverschuldung wieder verschlechtern, sagte Gemeinderat Roger Kernen. Diese hatte sich 2018 deutlich verbessert. Insgesamt sei diese Entwicklung nicht besorgniserregend. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 115 Prozent – 50 Prozent davon für die Gemeinde und 65 Prozent zugunsten der Primarschule. Die Stimmbürger genehmigten das Budget einstimmig.

Hayo Eckert