Da wäre mehr gewesen für den FC Wil. Dass er am Ende ohne Punkt dastand, war unnötig – und selbstverschuldet. Trainer Ciriaco Sforza sprach von «Konzentrationsschwächen», welche sein Team offenbart habe (siehe untenstehendes Video-Interview). Und tatsächlich: Beide Gegentore waren alles andere als zwingend. Beim Ausgleich standen die Wiler zu wenig nahe bei ihren Gegenspielern. Beim Game-Winning-Goal segelte eine Corner-Ball von Berkay Sülüngöz unbehelligt durch den Wiler Fünfmeter-Raum. Denis Simani stand am hinteren Pfosten bereit, um eizuschieben. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des Vaduzer Innenverteidigers – der dritte gegen den FC Wil. Das Tor fiel in numerischer Unterzahl der Liechtensteiner, da sich ihr «10er», Tunahan Cicek, in der Situation zuvor verletzt hatte, bereits vom Feld geleitet worden war und der fällige Wechsel erst nach dem Tor stattfand.

Die Wiler mussten die vierte Auswärtsniederlage in Folge auch darum hinnehmen, weil sie offensiv zu viel liegen liessen. So zum Beispiel Mergim Brahimi, der vor der Pause zwei Tore hätte erzielen können, eines hätte erzielen sollen. Auch Kwadwo Duah hatte Möglichkeiten, scheiterte aber nach der Pause am Pfosten. 1:0 lagen die Wiler zu jenem Zeitpunkt vorne, da Valon Fazliu die Gäste schon früh in Führung gebracht hatte. Dies mit einem Abschluss aus rund 20 Metern Distanz, den Vaduz-Torhüter und Captain Benjamin Büchel für gewöhnlich hält. Die Effektivität des Mittelfeldspielers ist beeindruckend. Seit Anfang September ist er beim FC Wil. In 13 Pflichtspiel-Einsätzen war er an 12 Toren beteiligt – achtmal als Torschütze, viermal als Passgeber.

Stojilkovic-Transfer: Keine Million

Das Verdikt war für die Wiler bitter zu akzeptieren, weil sie nicht die schlechtere Mannschaft gewesen waren. Einzig in einer Phase Mitte erster Halbzeit mussten sie untendurch, fingen sich aber schnell wieder. Wiederholt setzten sich die Gäste auch offensiv in Szene, wobei viel über die rechte Seite von Brahimi ging. Die Äbtestädter erzeugten somit auch ohne ihren besten Torschützen der Hinrunde, Filip Stojilkovic, einiges an Gefahr. Der zum FC Sion verkaufte Stürmer war in den Gesprächen bei den mitgereisten Wil-Anhängern ein Thema. Nicht, weil er an allen Ecken und Enden gefehlt hätte. Sondern wegen der Ablöse-Summe, welche der FC Sion zu zahlen hat. Eine Million Franken soll sie hoch sein, mutmasste der «Blick». Stimmt nicht, war am Sonntag aus FC-Wil-Kreisen zu hören, ohne dass genaue Zahlen genannt wurden. Gemäss hallowil.ch-Recherchen dürfte die Summe deutlich unter der Millionen-Grenze liegen, aber für den FC Wil eine ansehnliche Einnahme bedeuten.

Zurück zum Spiel: In diesem kam Mittelfeldspieler Andrea Padula, der in der Winterpause aus Chiasso gekommen war, in der Startformation zum Einsatz. Und zwar auf der Position des Aussenverteidigers, da dort derzeit die Spielerdecke dünn ist. Er zeigte ein solides Debüt. Der knapp 20-jährige Radivoj Bosic, der erstmals von Beginn weg ran durfte, war auf dem Flügel ein Aktivposten und hatte mehrere Torabschlüsse.

Auf Augenhöhe mit Vaduz

Und was bleibt vom ersten Rückrundenspiel haften? Die Erkenntnis, dass Platz 3 in Griffnähe war. Um auf diesen zu klettern, wäre ein erster Auswärtssieg seit über drei Monaten nötig gewesen. So finden sich die Wiler aber auf Platz 5 wieder – und die Liechtensteiner sind erste Verfolger des Spitzenduos Lausanne/GC.

Eine Erkenntnis ist aber auch, dass die Wiler den aufstrebenden Vaduzern auf Augenhöhe begegneten. Wenn die Leistung in die nächsten Spiele mitgenommen werden kann und die Konzentrationsschwächen abgestellt werden, dürften die ersten Punkte des Jahres eher früher als später eingefahren werden. Der nächste Gegner heisst am kommenden Samstag Stade Lausanne-Ouchy.

Die wichtigsten Szenen des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 
Die wichtigsten Szenen des Wiler Rückrunden-Auftakts in Vaduz.

Resultate, Challenge League, 19. Runde:
Vaduz - Wil 2:1
Chiasso - Grasshoppers 1:1
Kriens - Winterthur 0:0
Stade Lausanne-Ouchy - Aarau 0:2
Schaffhausen - Lausanne-Sport 0:0

FC Vaduz – FC Wil 1900 2:1 (0:1)

Rheinpark: 1404 Zuschauer. – Sr: Dudic.

Tore: 7. Fazliu 0:1. 54. Cicek 1:1. 75. Simani 2:1.

FC Vaduz: Büchel; Sülüngöz, Y. Schmid, Simani; Dorn, Gajic, Lüchinger, Schwizer (86. Gasser); Cicek (76. Prokopic); Coulibaly, Sutter (76. Milinceanu).

FC Wil 1900: Mossi; Padula, Schmied, Kamberi, D. Schmid; Muntwiler, Abedini; Brahimi (81. Silvio), Fazliu, Bosic (76. Krasniqi); Duah.

Bemerkungen: Vaduz ohne Hofer, Wieser (verletzt), Chande, Drazan, Antoniazzi, Sele, Bajrami, Saglam, Gomes und Djokic (nicht im Aufgebot). Wil ohne Klein, Schäppi, Wörnhard, Rohner (verletzt), Kostadinovic, Sejdija, Ismaili und Beka (nicht im Aufgebot). – 27. Pfostenschuss Gajic. – 51. Pfostenschuss Duah. – 74. Cicek verletzt ausgeschieden. – Verwarnungen: 43. Gajic (Foul). 63. Sülüngöz (Foul). 68. Muntwiler (Reklamieren).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 19/40. 2. Grasshoppers 19/34. 3. Vaduz 19/29. 4. Kriens 19/29. 5. Wil 19/27. 6. Aarau 19/25. 7. Winterthur 19/25. 8. Stade Lausanne-Ouchy 19/21. 9. Schaffhausen 19/17. 10. Chiasso 19/13.

Nächste Spiele (20. Runde):
Freitag, 31. Januar: Grasshoppers - Vaduz (20.00 Uhr).
Samstag, 1. Februar: Wil - Stade Lausanne-Ouchy (17.30 Uhr).
Sonntag, 2. Februar: Aarau - Schaffhausen (15.00 Uhr), Lausanne-Sport - Kriens (15.00 Uhr), Winterthur - Chiasso (15.00 Uhr).

Trainer Sforza im Video: «Hätten einen Punkt verdient»

 
Der FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza erörtert im hallowil.ch-Interview die Gründe für die Niederlage im ersten Pflichtspiel des Jahres.

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein mit der Live-Berichterstattung. Wir gehen nun auf Stimmenfang und melden uns dann noch einmal mit einem einordnenden Bericht. Vorerst bedanke ich mich für das Interesse und wünsche noch einen schönen Rest-Sonntag. Bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil am kommenden Samstag, 1. Februar, mit dem ersten Rückrunden-Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy. Anpfiff im Bergholz ist um 17.30 Uhr. Auch von dieser Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Eine unnötige Niederlage. Vaduz war nicht die bessere Mannschaft, machte aber halt dieses eine  Tor  mehr richtig. Die Wiler hätten offensiv kaltschnäuziger sein müssen, um hier zu punkten. Hätten Brahimi oder Duah vor und nach der Pause das 2:0 gemacht, wäre es wohl anders gekommen. Hätte, wäre, wenn. Bringt nichts: Es ist die vierte Wiler Auswärtsniederlage hintereinander. Damit rutschen die Äbtestädter auf Platz fünf ab in der Tabelle. Zum zweiten Mal in dieser Saison verlassen sie das Rheinparkstadion als Verlierer, obwohl sie geführt hatten.

Schlusspfiff im Rheinpark: Der FC Wil unterliegt dem FC  Vaduz mit 1:2.

92. Minute: Auch Wils Goalie Mossi ist aufgerückt. Statt eine Wiler Chancen gibt es einen Gegenstoss. Coulibaly schiesst au der eigenen Platzhälfte auf das verwaiste Wiler Tor. Der Ball kullert aber knapp rechts daneben.

92. Minute: Der Ausgleich liegt nicht wirklich in der Luft. Aber immerhin ein Corner für Wil.

91. Minute: 3 Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

90. Minute: Aber genau auf Büchel, der den Ball sicher herunterpflückt.

90. Minute: Eckball für den FC Wil.

88. Minute: Die Wiler haben jetzt zwar mehr am Ball, finden aber keine Lösungen. Auf der Gegenseite versucht es Lüchinger. Harmlos.

87. Minute: Die Zeit zerrinnt ...

85. Minute: Vaduz wechselt nochmals: Schwizer macht Platz für den Ex-Wiler Gasser.

84. Minute: Wird das die vierte Wiler Auswärtsniederlage hintereinander? Einiges deutet darauf hin.

82. Minute: Und Silvio ist gleich da: Er legt schön für Fazliu auf, der auf der rechten Seite abzieht:  Der Ball ist im Netz. Im Aussennetz.

82. Minute: Weiterer Wechsel bei den Gästen: Silvio kommt für Brahimi.

81. Minute: Kommt da noch eine Reaktion der Wiler? Duah versucht es auf Links. Doch der Winkel wurde zu spitz. Daneben.

77. Minute: Die Gastgeber nahe an der Vorentscheidung. Ein Coulibaly-Kopfball ist brandgefährlich, streicht aber knapp rechts vorbei.

75. Minute: Gleich drei Wechsel: Bei Vaduz wird Cicek durch Prokopic ersetzt und Milinceanu komm tfür Sutter. Beim FC Wil räumt Bosic seinen Posten für Krasniqi. 

74. Minute: TOOOOOR für den FC Vaduz durch Simani zum 2:1. In Unterzahl. Cicek war soeben nach Pflege vom Feld gegangen. Dann kommt ein Corner von Schwizer von links rein. Manch einer verpasst den Ball. Am hinteren Pfosten kann dann Simani einschieben.

72. Minute: Ein Brahini-Abschluss bleibt harmlos. Kein Problem für Büchel.

71. Minute: Noch acht Wechsel sind möglich in den letzten 20 Minuten des Spiels.

69. Minute: Gelb für Muntwiler wegen einer Meinungsverschiedenheit.

66. Minute: 1404 Zuschauer wohnen dem Spiel bei. Wie immer hier in Vaduz sehr grosszügig gezählt. Ob der Fürst noch ein Kontingent gekauft hat?

64. Minute: Und gleich nochmals der Ex-Vaduzer und jetzige Wil-Captain: Dieses Mal wird sein Abschluss aus halbrechter Position zum Corner geblockt. Dieser bringt dann nichts ein.

64. Minute: Die Wiler mal wieder: Muntwiler versucht es direkt aus der Luft. Büchel kann die Situation entschärfen, wenn auch erst im Nachfassen.

63. Minute: Zweite Verwarnung gegen die Vaduzer: Es trifft Sülüngöz nach einem Foul an Bosic im Halbfeld.

60. Minute: Nach einem Padula-Bock geht Schwizer über links durch. Er spielt auf Coulibaly, der recht frei vor Mossi auftaucht. Doch dieser macht die Ecke gut zu und kann abwehren.

58. Minute: Somit beginnt nun ein neues Spiel. In den bisherigen Saison-Duellen setzte sich immer das Heimteam durch. Und heute?

56. Minute: Und beinahe kann Vaduz nachdoppeln: Coulibaly im Fallen. Doch der Ball holpert ganz knapp am rechten Pfosten vorbei.

54. Minute: TOOOOR für den FC  Vaduz durch Cicek zum 1:1. Das ist ungenügend verteidigt und die Liechtensteiner haben zu viel Platz. Cicek schliesst in die linke Ecke zum Ausgleich ab. Das hat sich überhaupt nicht abgezeichnet.

51. Minute: Pfostenschuss für den FC Wil durch Duah! Und zwar mittels direktem Freistoss von halbrechts aus rund 20 Metern Distanz. Da wäre Büchel chancenlos gewesen. 1:1 in Sachen Pfostenschüssen.

49. Minute: "Leise rieselt der Schnee", stimmen die 20 mitgereisten Wiler Fans in einer nicht ganz jugendfreien Version an. Es wär auch ok, wenn's noch ein paar Tore rieseln würde an diesem Januar-Sonntag.

47. Minute: Der erste Abschluss der zweiten Halbzeit gehört den Wilern: Captain Muntwiler hält aus 18 Metern recht zentral vor dem Tor einfach mal drauf. Aber rechts daneben. Die zweite Hälfte ist lanciert.

46. Minute: Das Spiel läuft wieder. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

Die Mannschaften sind zurück und gleich geht es weiter im Rheinpark. Halten sich die Wiler auf dem dritten Platz, den sie mit einem Sieg erklimmen würden und dementsprechend derzeit virtuell innehaben?

Pausenfazit: Die Führung ist nicht gestohlen. Die Wiler hatten die grössere Anzahl klarer Möglichkeiten. Allerdings mussten die Gäste eine Zeit lang untendurch. Jedoch fanden sie dann die Ordnung wieder. Vor dem Spiel fragte man sich, ob nach dem Abgang von Stojilkovic noch genug offensive Power da ist. Erstes Zwischenfazit: Das sah auch offensiv gut aus. Es gab doch einige schnell vorgetragen Vorstösse der Wiler. Es bleibt abzuwarten, was passiert, wenn die Äbtestädter mal einem Rückstand nachlaufen müssen. Das muss ja nicht zwangsläufig schon heute geschehen. Wenn die Wiler hinten weiterhin so kompakt stehen und ihre offensiven Nadelstiche etwas konsequenter zu Ende spielen, kommt das gut. Aber wie schon mal erwähnt: Im Herbst führten die Wiler hier gar zweimal, verloren aber wegen dreier später Gegentore noch mit 2:4. Alles ist noch möglich. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Pünktlich ertönt der Pausenpfiff im Rheinpark: Der FC Wil führt gegen den FC Vaduz bei Spielhälfte mit 1:0.

45. Minute: Duah geht zu Boden und hätte gerne einen Penalty. Aber das war zu wenig. Weiter geht's.

43. Minute: Eine erste Verwarnung des Spiels ist fällig: Es trifft Gajic von Vaduz nach einem Foul in der neutralen Zone an Torschütze Fazliu.

42. Minute: Was geht noch vor der Pause? Beide Teams wollen noch was reissen.

40. Minute: Es ist wirklich ein munteres Spiel mit einem hohen Unterhaltungswert. Wieder Wil: Bosic kommt an der Strafraumgrenze an den Ball. Dieses Mal bringt er aber nicht einmal einen Abschluss fertig und vertändelt die Kugel. Aber die Wiler haben sich wieder gefangen.

38. Minute: Und dann ist die Wiler Chancen-Triplette perfekt. Bosic mit einer Art Schlenzer von halblinks, nahe der Strafraumgrenze. Aber da war Büchel schon mehr gefordert als bei diesem Abschluss.

35. Minute: Nur Sekunden danach müsste das 2:0 für die Gäste fallen: Vaduz' Simani unterschätzt einen Ball völlig. Brahimi steht dann als Konsequenz daraus allein vor dem Tor. Aber was ist denn das? Ein Schüsschen. Da macht er viel zu wenig daraus. Büchel hält.

35. Minute: Und dann ist der FC Wil dem 2:0 nahe: Schöner Doppelpass Fazliu-Bosic-Fazliu. Der Knaller von Fazliu wird dann von Büchel mit einem schönen Hecht geklärt. Flugwetter im Rheinpark.

31. Minute: Vaduz ist in dieser Phase spielbestimmend. Entweder riecht es schon nach Pausenwurst, oder nach Ausgleich. Ich bin nicht ganz sicher, hätte aber einen Favoriten.

29. Minute: Und der Eckball bringt Gefahr: Sülüngöz komm beim Penaltypunkt zum Kopfball. Aber knapp rechts vorbei. Durchatmen.

28. Minute: Pfostenschuss Vaduz! Gajic setzt einen Freistoss von weit rechts an die Stange. Hoppla. Vaduz wird aktiver. Nächster Corner für die Liechtensteiner.

27. Minute: Sutter mit einem Energieanfall. Der umkurvt die Wiler wie Daniel Yule die Slalomsangen in Kitzbüehl. Doch Schmied ist schliesslich die eine "Stange" zu viel und kann klären.

24. Minute: Das muntere Hin und Her führt wieder vor das Wiler Tor: Die Gäste bringen das Ding nicht weg. Yannick Schmid schliesst dann von der Strafraumgrenze her ab. Aber zu zentral direkt auf Mossi.

21. Minute: Top-Chance FC Wil: Schöne Flanke Brahimis von der rechten Seite. Bosic kommt aus 6-7 Metern zum Kopfball, setzt die Murmel aber knapp drüber. Hui …! Aber die Wiler machen das bisher gut. Oft kommen sie über rechts. Die Führung spielt ihnen natürlich in die Karten. Zum dritten Mal hintereinander erzielten sie hier im Rheinpark übrigens Führungstreffer. Einmal siegten sie 2:0, einmal verloren sie 2:4. Mal schauen, was das heute wird.

18. Minute: Dann ein erster Corner für die Liechtensteiner: Yannick Schmid kommt zum Kopfball. Doch das ist mehr eine Kerze. Kein Problem für Mossi, den Ball runterzupflücken. Wil setzt zum Konter an. Duah geht durch, legt sich den Ball aber etwas zu weit vor. Schade, da war schon ein Raunen durchs Nationalstadion gegangen.

15. Minute: Aber auch Wil ist aktiv: Brahimi kommt über rechts in den Strafraum gerauscht und schliesst ab. Da muss Büchel mit den Fingerspitzen zum Corner klären. Der hätte sonst wohl gepasst. Der Eckball bringt dann nichts ein. Aber eine muntere Startphase im sonnigen Rheinpark.

12. Minute: Vaduz ist nun aber erwacht. Wieder Dorn. Dieses mal schliess ter selber ab. Wils Schmid kann blocken. Cicek nimmt den Reebound direkt aus der Luft. Doch so hoch ist das Tor nicht.

9. Minute: Vaduz versucht gleich zu reagieren: Dorn kommt über rechts und findet in der Mitte Sutter. In vielversprechender Position setzt dieser den Ball deutlich über das Tor, statt zum 1:1 einzuschieben.

7. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 0:1. Das sah alles andere als unhaltbar aus. Aus halbrechter Position und 20 Metern Distanz hält der beste Wiler Torschütze des aktuellen Kaders einfach mal drauf und trifft in die rechte Ecke. Siebter Saisontreffer von Fazliu. Dazu kommen vier Vorlagen. Und er war ja zu Beginn der Saison noch gar nicht bei Wil. Schon im November, als die Wiler hier mit 2:4 verloren haben, war Fazliu an beiden Toren beteiligt. Damals zweimal als Vorlagengeber. Was für ein Start ins neue Jahr.

5. Minute: Duah mit einem Distanzschuss zentral vor dem Tor. Aber weit drüber. Eine wirkliche Chance war auch das noch nicht.

4. Minute: Freistoss für Wil aus "netter" Position. Von links, unweit der Seitenauslinie, Höhe Strafraum: Fazliu bringt den Ball rein. Wird aber per Kopf geklärt.

1. Minute: Duah mit einem ersten Energieanfall über links nach 20 Sekunden. Doch seine Flanke kann geblockt werden. Noch keine Gefahr.

1. Minute: Der Ball rollt. Das Spiel ist freigegeben.

Die Mannschaften sind da. Wil ganz in weiss, die  Vaduzer ganz in rot. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Vaduz gegen FC Wil - und dem Fussballjahr 2020. 

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Kastriot Ndau (rechts) und Bledian Kraniqi beim Einlaufen. Gleich geht e los.

Geleitet wird das Spiel vom Berner Schiedsrichter Alessandro Dudic, der auch Super-League-Spiele pfeift.

Vaduz-Trainer Mario Frick setzt in einem 3-4-1-2-System auf Captain Büchel im Tor. In der Abwehr spielen von rechts her gesehen Sülüngöz, Yannick Schmid und Simani. Das Mittelfeld bilden von rechts nach links Dorn, Lüchinger, Gajic und Schwizer. Auf der 10er-Position spielt Cicek. Und die beiden Stürmer sind Coulibaly (rechts) und Sutter. Die Ex-Wiler Gasser und Rahimi sind auf der Ersatzbank.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen: FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza stellt folgende Spieler in einem 4-2-3-1-System auf. Das Tor hütet Mossi. Die Abwehr bilden von rechts nach links Neuzugang Padula, Schmied, Kamberi und Dominik Schmid. Defensive Mittelfeldspieler sind Captain Muntwiler (rechts) und Abedini. Im offensiven Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Brahimi, Fazliu und Bosic auf. Einzige Sturmspitze ist Duah. Verletzt gemelet werden Goalie Klein sowie die Feldspieler Schäppi, Rohner und Wörnhard. Nicht im Aufgebot steht unter anderem Goalie Kostadinovic, auf den man ja nicht mehr setzt. Auffallend: Duah rückt eine Position nach vorne und ersetzt Stojilkovic als Stossstürmer. Das war aufgrund der Testspiele so zu erwarten.

Es geht heute auch darum, auf Platz drei zu klettern und in der Tabelle vor den Vaduzen zu bleiben. Um beides zu erreichen, ist ein Auswärtssieg nötig. In der Fremde setzte es zuletzt allerdings drei Niederlagen hintereinander ab. Eine davon wurde am 3. November hier in Vaduz bezogen – trotz 2:1-Führung bis zur 79. Minute. Gewinnen heute die Liechtensteiner, sind sie Dritte.

Wer schiesst beim FC Wil die Tore? Diese Frage ist zu stellen, weil der beste Torschütze der Hinrunde die Äbtestädter verlassen hat. Filip Stojilkovic, der acht Treffer und vier Tor-Vorlagen beigesteuert hat im Herbst, ist heute Nachmittag bereits mit seinem neuen Klub FC Sion spielberechtigt. Auf dem Transfermarkt ist der FC Wil betreffend Stürmer-Ersatz nicht tätig geworden. Oder zumindest noch nicht. Die besten Torschützen des aktuellen Kaders sind Valon Fazliu mit sechs Treffern und Kwadwo Duah mit fünf Toren.

Der Winter-Monat Januar ist noch nicht einmal vorbei, und schon regiert wieder König Fussball. Scheinbar auch über Frau Holle. Gute Bedingungen, um an diesem 26. Januar in die Rückrunde der Challenge League zu starten. Und das im Alpenland … Fürstentum Liechtenstein. Herzlich willkommen aus dem «Ländle» zum Aufgalopp zwischen dem FC Vaduz und dem FC Wil. Simon Dudle tickert aus dem Rheinparkstadion durch die Partie.

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Die Vorschau:

Es ist schon speziell: Noch bevor im Flachland der erste Schnee dieses «Winters» gefallen ist, beginnt im Fussball bereits die Frühlingsrunde. Dies hat einerseits mit den klimatischen Verschiebungen zu tun, andererseits mit der Fussball-EM im kommenden Sommer. Um die hiesigen Profi-Meisterschaften in der zweiten Mai-Hälfte beenden zu können, ist erstmals in der Geschichte der Super League und Challenge League ein Rückrunden-Start bereits im Januar nötig.

Das bringt mit sich, dass das Transferfenster noch einen guten Moment geöffnet ist – nämlich bis Mitte Februar. Gut möglich also, dass auch der Kader des FC Wil noch Anpassungen für die Rückrunde erfahren wird. Bisher war die markanteste Veränderung, dass der beste Wiler Torschütze der Hinrunde, Filip Stojilkovic, nach zähen Verhandlungen an den FC Sion verkauft wurde. Ein Ersatz ist nicht verpflichtet worden, wenn man mal vom 16-jährigen Österreicher Alessandro Paunescu absieht, der behutsam aufgebaut werden soll. Als Stossstürmer dürfte in erster Linie Kwadwo Duah, fünffacher Torschütze in der Hinrunde, fungieren – je nach Situation unterstützt von Silvio. «Wir haben die Augen immer offen und uns werden täglich Spieler angeboten. Wenn das Gesamtpaket stimmt, handeln wir», sagt FC-Wil-Präsident Maurice Weber.

Die Wiler:

Alles in allem ist das Wiler Team, das bereits in der Hinrunde den Titel «Jüngste Challenge-League-Mannschaft aller Zeiten» erlangt hatte, nochmals verjüngt wurden. Der 27-jährige Goalie Zivko Kostadinovic spielt keine Rolle mehr, der Vertrag des 30-jährigen Nick von Niederhäusern wurde aufgelöst. Als Routiniers verbleiben der bald 33-jährige Captain Philipp Muntwiler und der fast 35-jährige Stürmer Silvio. «Wir haben nun 20 Spieler mit dem Status U21 im Team. Es hat sich herumgesprochen, dass wir gute Nachwuchsarbeit leisten. Die grossen Schweizer Vereine bieten uns ihre besten Nachwuchsspieler an, damit sie bei uns weiter reifen können», sagt Weber.

Und genau dazu wird die Rückrunde da sein: Fortsetzung des Reifeprozesses. Denn von der sportlichen Seite her fehlt in der zweiten Saisonhälfte aller Voraussicht nach der ganz grosse Reiz. Das Erreichen der Barrage dürfte nicht realistisch sein, mit dem Abstieg werden die Wiler nichts zu tun haben. Also können die Spieler in geschützten Rahmen entwickelt werden.

Die Vaduzer:

Auch bei den Liechtensteinern war es – zumindest bisher – ein eher ruhiger Transferwinter. Vom FC Wil wurde Verteidiger Fuad Rahimi übernommen. Viel Grund für eine Anpassungen gibt es bei den Vaduzern auch nicht. Nach einem schwachen Saisonstart hat das Team von Trainer Mario Frick die Tabelle von hinten aufgerollt und im Dezember selbst den souveränen Leader Lausanne-Sport auswärts mit 2:0 besiegt. So haben Vaduz und Wil als Tabellennachbarn überwintert – nur einen Punkt voneinander getrennt. Im Gegensatz zum FC Wil gönnten sich die Liechtensteiner ein zehntägiges Trainingslager im türkischen Belek. In Testspielen hat man den Deutschen Klubs Braunschweig und Meppen (je 3. Liga) sowie Greuther Fürth (2. Bundesliga) ansehnlich Paroli geboten. 

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Hat das Lager gewechselt: Fuad Rahimi spielt nun mit Vaduz gegen Wil.