Er wollte nur schlichten – und bekam dafür eine Flasche über den Kopf gezogen. Mit sechs Stichen mussten die Wunden im Spital genäht werden. Es geschah vor etwas mehr als einer Woche auf dem Bahnhofplatz Wil, als der besagte Mann am Freitagabend um 23.30 Uhr seine Kollegin auf den Zug bringen wollte und laut eigenen Angaben an eine brenzlige Situation heranlief.

Da es nicht das erste Gewaltdelikt in diesem Sommer am Wiler Bahnhof war – im Juni hatte es eine Massenschlägerei gegeben, nach welcher ebenfalls eine Person ins Spital musste –, wird die Situation am Bahnhof dieser Tage heiss diskutiert. Es würde immer mehr passieren, heisst es im Volksmund. «Stimmt nicht», sagen die Ordnungshüter. «Der Bahnhof Wil ist ein Knotenpunkt des öffentlichen Lebens in der Region. Er wird täglich von sehr vielen Personen frequentiert. Im Vergleich zu anderen, ähnlichen Bahnhöfen fällt er in Bezug auf die Sicherheit nicht auf», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage von hallowil.ch.

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So sah das Opfer nach dem jüngsten Zwischenfall am Wiler Bahnhofplatz aus


Videobilder helfen bei der Tätersuche

Nach dem jüngsten Vorfall wurde auch Kritik an der Polizei laut. Diese sei zu wenig präsent. Wie oft wird patrouilliert? Darauf bekommt hallowil.ch bei der Recherche keine klare Antwort. Der zuständige Wiler Stadtrat Daniel Meili erklärt im hallowil.ch-Video-Interview (siehe unten), dass bei Vorfällen in der Nacht die Kantonspolizei in Oberbüren verantwortlich sei, die Polizei aber ganz grundsätzlich in einer höheren Frequenz zugegen sei also noch im Vorjahr. Genau Zahlen seien bei der Polizei zu erfragen. Gesagt, getan. Die Antwort: «Die Kantonspolizei und die Stadtpolizei sind im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten, nebst anderen Sicherheitsdiensten, immer wieder beim Bahnhof Wil präsent», sagt Polizeisprecher Krüsi.

 
"Die Präsenz der Sicherheitskräfte am Bahnhofplatz soll erhöht werden", sagt der Wiler Stadtrat Daniel Meili im hallowil.ch-Interview.

Und wie sieht der Ermittlungsstand nach dem Vorfall vor etwas mehr als einer Woche aus? «Der Kantonspolizei sind mittlerweile fünf Männer im Alter von 16 bis 23 Jahren namentlich bekannt, welche direkt oder indirekt beteiligt waren. In welcher Rolle dies war, wird nun ermittelt», sagt Krüsi. Ein erster Hinweis zu den Tätern war durch einen Zeugen gekommen. So konnte ein Beteiligter ermittelt werden. Die restlichen Männer seien nach weiteren Ermittlungen und der Sichtung der Videobilder gefunden worden. In Haft ist keine Person.

Alkoholverbot: Stadtrat ist kritisch

Kontrovers diskutiert wird auch ein Alkoholverbot, welches der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi im Rahmen eines politischen Vorstosses für das gesamte Bahnhofsareal fordert. Die offizielle Antwort des Stadtrates auf Böhis Anfrage liegt zwar noch nicht vor. Meili lässt im Video-Interview aber durchblicken, dass die Wiler Exekutive diesem Vorhaben «relativ kritisch» gegenüberstehe.

Das meint hallowil.ch:

 
"Es genügt nicht zu sagen, es sei nicht schlimmer geworden. Es muss besser werden", sagt hallowil.ch-Chefredaktor in seinem Kommentar.