In den Jahren 2015 und 2018 führte der Krebsbach Hochwasser. Die Autobahn A1 wurde geflutet, da bei der Unterquerung des Bachs unter der Nationalstrasse ein Engpass besteht. Auch wenn das abgebrochene Wiesenbord mit grossen Pflastersteinen geflickt wurde, so ist klar: Bei intensivem Regen könnte die Autobahn ein drittes Mal geflutet werden.

Unter anderem auch darum haben die Gemeinden Rickenbach, Wilen und Sirnach, die Stadt Wil, das Bundesamt für Strassen (ASTRA) sowie die Kantone Thurgau und St. Gallen haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, das die Menschen, Infrastrukturanlagen und Wohnbauten in der Region Wil vor Hochwasser schützen soll. Im Zentrum stehen dabei Massnahmen beim Krebsbach, Alpbach, Huebbach und beim Meienmättelibach.

Nun wird die Natur analysiert

Bis die Umsetzung erfolgt, werden allerdings noch mehrere Jahre ins Land ziehen. Das Vorhaben wurde im Sommer des vergangenen Jahres der Bevölkerung sowie den betroffenen Grundeigentümern an mehreren Veranstaltungen vorgestellt.

Ab Mitte Februar werden nun in den Ufer- und Umgebungsbereichen dieser vier Bäche sogenannte Baggerschlitze ausgehoben. Sie dienen der genauen Erkundung des Baugrundes. Zusätzlich werden mit kleineren Geräten Rammsondierungen vorgenommen. Dadurch lernt das Projektteam die genauen Bodenstrukturen kennen. Ab dem Frühling wird die Tier- und Pflanzenwelt wissenschaftlich erfasst, damit die schützenswerten Bestände während den Bauarbeiten soweit möglich geschont oder umgesiedelt werden können. Falls dies nicht möglich ist, muss Ersatz geschaffen werden. Zudem werden verschiedene Bohrungen vorgenommen, um die tieferen Schichten des Erdreiches aufzunehmen. Zwei Bohrungen werden auch im Bereich der Autobahn A1 durchgeführt werden. Diese Untersuchungen sind laut Angaben des Kantons Thurgau notwendig, damit einerseits das Projekt technisch und finanziell präzisiert und andererseits der Nachweise der Umweltverträglichkeit erbracht werden kann.

Entwurf liegt im Herbst 2019 vor

Das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau hat die Projektleitung für die Ausarbeitung des Auflageprojektes übernommen. In engem Kontakt mit den betroffenen Landwirten sowie den Umweltverbänden wurde das Projekt unterdessen optimiert. Dies mit dem Ziel, den Interessen aller Anspruchsgruppen möglichst gerecht zu werden.

Im Herbst 2019 soll der erste Entwurf des Auflageprojekts der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach wird eine Vernehmlassung durchgeführt, um weitere notwendige Verbesserungen in das Projekt einfliessen zu lassen. Die öffentliche Auflage ist für den Herbst 2020 geplant. Gehen keine Einsprachen ein, kann danach mit der Umsetzung begonnen werden. (pd/sdu)

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Im Frühling wird die Tier- und Pflanzenwelt auch des Krebsbachs erfasst.