«Na Bravo. Wann machen Sie die Anlage zu?», fragt eine besorgte Person in der Facebook-Gruppe «Du bisch von Münchwile, wenn …». Sie spricht auf den Vorfall an, der sich am Ostermontag in der Pumptrack-Anlage des Hinterthurgauer Bezirkshauptortes ereignet hat. Ein 14-jähriger Jugendlicher ist so gestürzt, dass er trotz des Tragens eines Helmes mit Kopfverletzungen von der Rega ins Spital gebracht werden musste. Es war ausgerechnet jener Knabe, der schon im vergangenen Oktober nach einem Unfall in der gleichen Anlage von der Rega abtransportiert wurde – laut hallowil.ch-Informationen ebenfalls mit einem Kieferbruch.

Seither läuft die Diskussion, ob der Veloparcours, der vor erst knapp zwei Jahren im Industrie-Gebiet eröffnet worden war, sicher genug ist oder ob es Anpassungen braucht. Einen eigentlichen Betreiber der Anlage gibt es nicht, da sie vergleichbar ist mit einem Kinderspielplatz. Für die Errichtung zeichnete der eigens dafür gegründete Verein «Pumptrack Münchwilen» verantwortlich. Deren Präsident Pascal Strässle, der in den Tagen nach dem zweiten Unfall im Ausland weilte und über die Vorkommnisse nicht im Detail informiert ist, sagt auf Anfrage von hallowil.ch: «Nach dem ersten Unfall hatten wir mit dem Rettungsdienst Kontakt. Der Knabe ist damals zu schnell in eine Kurve gefahren, hat dann die Beherrschung über sein Fahrzeug verloren und ist leider gestürzt. Wir bedauern das sehr, sind nach dem ersten Vorfall aber nicht von der Staatsanwaltschaft kontaktiert worden. Daraus schliessen wir, dass nicht die Anlage ein Sicherheitsproblem hat, sondern Nicht-Beherrschen des Fahrzeugs die Ursache war.» Es seien in der Folge Unterhaltsarbeiten an der Anlage vorgenommen worden. «Wir haben alles gemacht, was wir konnten. Es tut uns leid, was passiert ist. Aber es ist jeder selbst dafür verantwortlich, dass er sich seinem Können entsprechend bewegt», sagt Strässle. Da man sich an die Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) halte, sieht man sich beim Verein Pumptrack Münchwilen zu keinen Massnahen veranlasst.

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Diesen Artikel hat hallowil.ch am 26 April veröffentlicht:

Seit knapp zwei Jahren ist die Pumptrack-Anlage neben der Zukunfts-Fabrik in Münchwilen in Betrieb. Es handelt sich um einen Rundkurs mit Wellen und Steilwänden, den man zum Beispiel mit Velos befahren kann. In der Zwischenzeit hat es schon mehrere Unfälle mit verletzten Personen gegeben. Bekannt sein zwei Rega-Einsätze: einer im Oktober 2018, einer am Ostermontag. Dabei verletzte sich laut Angaben der Kantonspolizei Thurgau jeweils ein Jugendlicher.

hallowil.ch hat sich im Hinterthurgauer Bezirkshauptort umgehört und dabei von mehreren Quellen bestätigt bekommen, dass zweimal der gleiche Knabe, nun 14-jährig, verunfallt ist. Dabei habe er sich jeweils den Kiefer gebrochen, ist zu hören. Zwar habe er bei beiden Zwischenfällen einen Helm getragen, jedoch scheinbar keinen Integralhelm, welcher besser schützt. Warum dies so war, ist derzeit nicht die einzige unbeantwortete Frage. In der Facebook-Gruppe «Du bisch von Münchwile, wenn …» wird diskutiert, ob die Bauweise der Anlage zu riskant ist oder jugendlicher Leichtsinn zu den Unfällen geführt hat. Die Meinungen sind geteilt.

Fakt ist, dass es auf der Anlage eine Helmtrage-Pflicht gibt und die Benutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

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So hat hallowil.ch am 23. April 2019 berichtet:

Der 14-Jährige war am Ostermontag gegen 13.20 Uhr auf der Pumptrackanlage in Münchwilen unterwegs. Gemäss den Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau verlor er ohne Fremdeinwirkung die Kontrolle über sein Velo und stürzte. Dabei wurde er verletzt und musste nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst von der Rega ins Spital geflogen werden. 

«Ja, der Jugendliche hat einen Helm getragen», sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, auf Anfrage von hallowil.ch. Trotzdem habe sich der Junge Kopf- und Gesichtsverletzungen zugezogen. 

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So hat hallowil.ch im Oktober 2018 berichtet: 

Ein Teenager stürzt auf der Münchwiler Pumptrackanlage am Sonntagnachmittag und muss mit der Rega schwerverletzt ins Spital gebracht werden. Der Zwischenfall ereignet sich, obwohl er einen Helm trägt. 

Gemäss den Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau war der 13-Jährige am Sonntagnachmittag gegen 15.15 Uhr auf dem Pumptrack an der Murgtalstrasse unmittelbar hinter der «Zukunftsfabrik» unterwegs, als er in einer Steilwandkurve rund zwei Meter zu Boden stürzte. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst musste er mit schweren Verletzungen von der Rega ins Spital gebracht werden. Auch ein Helm, welcher der Jugendliche laut Polizeiangaben getragen hat, konnte die Verletzungen nicht verhindern.

Die Münchwiler Pumptrack Anlage ist im Mai 2017 eröffnet worden – als erste im Kanton Thurgau. Errichtet wurde sie von einer spezialisierten Firma, die schon auf der ganzen Welt solche Anlagen erbaut. Die Erstellung der Anlage hat eine rund sechsjährige Vorgeschichte, bei der es hauptsächlich um die Finanzierung ging. Nachdem die Politische Gemeinde das Projekt lanciert hatte, stand es zwischenzeitlich kurz vor dem Aus, da keine Sponsoren gewonnen werden könnten. Da das Interesse in der Region an einer solchen Anlage aber vorhanden war, wurde der private Verein «Pumptrack Münchwilen» gegründet. Dieser sammelte Spenden von rund 150'000 Franken, damit der Pumptrack vergangenes Jahr erbaut werden konnte. Es handelt sich um eine öffentliche Anlage, die von jedermann benutzt werden kann. Es gilt Helmtragepflicht und die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Die Anlage darf nur bei Tageslicht genutzt und kann nicht reserviert werden.

Warum die Unterlage hart ist

Pumptrack ist eine speziell geschaffene Strecke. Das Ziel ist es, ohne zu treten – also durch Gewichtsverlagerung – Geschwindigkeit aufzubauen. Ein Pumptrack ist ein Rundkurs mit einer harten Oberfläche. Durch eine Asphaltierung können die Anlagen auch mit Skateboards, Mini-Rollern oder Inline-Skates benutzt werden. Der etwa ein Meter breite "Biketrail" ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen und kann in beide Richtungen befahren werden. Die feste Oberfläche hat Vorteile bei der Instandhaltung und der Vielfalt der Nutzergruppen, schreibt der Verein «Pumptrack Münchwilen» auf seiner Homepage.