Der EC Wil hat eine an Nebengeräuschen reiche Woche mit einem Erfolgserlebnis beendet. Nachdem am Montagabend Sportchef Daniel Zeber trotz sportlichen Erfolgs entlassen worden war und sich die Mannschaft am Mittwoch mit einer peinlichen 0:4-Niederlage beim unterklassigen Luzern aus dem Cup verabschiedet hatte, kehrten die Wiler ausgerechnet in Herisau auf die Siegesstrasse zurück. Die Appenzeller gehörten zuletzt zu den formstärksten Mannschaften der Liga. Nach etwas mehr als der Hälfte des Spiels hatte allerdings wenig auf einen Wiler Befreiungsschlag hingedeutet. Der SC Herisau führte mit 3:1, obwohl Remo Heitzmann zwischenzeitlich in doppelter Überzahl zum 1:1 ausgeglichen hatte. Die Wende wurde kurz vor Ende des Mitteldrittels eingeläutet, als Andreas Ambühl 36 Sekunden vor der zweiten Sirene den Anschlusstreffer erzielte – dieses Mal in einfacher Überzahl.

Es folgte die grosse Show von Matteo Schärer, der in der Folge drei Tore erzielte. Dies genügte «nur» zu zwei Punkten, weil die Wiler 49 Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 4:4 hinnehmen mussten. «Matteo Schärer war schon in den vergangenen Spielen ein Aktivposten gewesen. Es war eine gute Mannschaftsleistung, die hoffentlich Ruhe in die Mannschaft bringt», sagte EC-Wil-Trainer Andy Ritsch. Dieser ist seit der Entlassung Zebers auch als Sportchef ad interim gefordert. Es gilt Gespräche mit den Spielern zu führen. Diese sitzen nach der Ankündigung, dass Sparmassnahmen auch die 1. Mannschaft treffen werden, auf Nadeln. Im Verlauf der Woche war zudem die Frage aufgekommen, ob Ritsch das Sportchef-Amt definitiv übernimmt. Eine Antwort darauf gab es nach dem Sieg in Herisau nicht.

Uzwil siegt mit zwölf Feldspielern

Genau wie beim EC Wil war auch nach dem Sieg des EHC Uzwil zu fragen, ob zwei Punkte gewonnen wurden oder ein Zähler verloren ging. Die Uzwiler realisierten ihren 4:3-Erfolg nach Verlängerung beim unmittelbar vor ihnen klassierten HC Prättigau-Herrschaft, der den achten und letzten Playoff-Platz belegt. Mit einem Vollerfolg hätte Uzwil bis auf zwei Punkte aufgeschlossen. Lange sah es gut aus. Nach dem Startdrittel lagen die Gäste mit 2:0 in Führung, da Manuel Grigioni und Cyrill Meyer getroffen hatten – Letzterer im Powerplay. Doch die Bündner machten die Hypothek dank zwei Toren von Gian-Andrea Thöny bis zur 43. Minute wett. Als dann Aaron Lipp in der vorletzten Minute das 3:2 für die Uzwiler erzielte, schien der ersehnte Vollerfolg doch noch Tatsache zu werden. Doch eine halbe Minute später fiel der neuerliche Ausgleich für die Gastgeber. In der Verlängerung war es Silvan Bleichenbacher vorbehalten, den Siegtreffer für Uzwil zu erzielen.

 
Hier erzielt Cyrill Meyer im Powerplay das 2:0 für den EHC Uzwil.

Obwohl es aufgrund der Ranglistenposition ein schmerzhafter Punktverlust war, freute man sich im Uzwiler Lager über den Sieg. Denn die zur Verfügung stehende Spielerdecke war äusserst dünn. Mit nur 14 Feldspielern angereist, verletzten sich noch im Startdrittel Simon Steiner an der Schulter und Nils Odermatt am Knie. Beide konnten nicht mehr weiterspielen. Als dann Mischa Broder im Schlussdrittel eine Zehnminuten-Strafe abzusitzen musste, waren nur noch elf Uzwiler Feldspieler einsetzbar. «Jeder ist für jeden gegangen und hat 120 oder 130 Prozent gegeben. Der Sieg ist immens wichtig», sagte Sportchef Patrick Ammann nach der Partie. Er fungierte in der kalten Eishalle zu Grüsch auch als Assistenz-Trainer. Da Trainer Mischa Wasserfallen krankheitsbedingt fehlte, übernahm der eigentliche Assistent Christian Modes den Lead auf der Bank und wurde von Ammann unterstützt.

1. Liga, Ostgruppe, 19. Runde:
Herisau – Wil 4:5 n.V.
Prättigau-Herrschaft – Uzwil 3:4 n.V.
Pikes Oberthurgau – Reinach 8:3
Rheintal – Argovia 1:3
Arosa – Frauenfeld 4:3 n.P.
Bellinzona – Wetzikon 3:2 n.P.

Rangliste:
1. Wetzikon 19/45. 2. Arosa 19/41. 3. Bellinzona 19/35. 4. Wil 19/35. 5. Herisau 19/35. 6. Pikes Oberthurgau 19/34. 7. Frauenfeld 19/33. 8. Prättigau-Herrschaft 19/25. 9. Uzwil 19/21. 10. Rheintal 19/17. 11. Argovia 19/15. 12. Reinach 19/6.

Nächste Spiele (20. Runde):
Samstag, 5. Januar 2019: Argovia – Herisau (17.20 Uhr), Reinach – Uzwil (17.30 Uhr), Frauenfeld – Wetzikon (17.30 Uhr), Wil – Pikes Oberthurgau (19.00 Uhr), Arosa – Prättigau-Herrschaft (20.00 Uhr), Bellinzona – Rheintal (20.15 Uhr).