«Insgesamt sieben Corona-Tests musste ich abgeben», blickt der 43-jährige Badminton-Spitzenschiedsrichter zurück. Und tatsächlich war sein dreiwöchiger Aufenthalt in Bangkok nichts für schwache Nerven. «Auch nach Ablauf der verordneten Quarantäne sahen wir nur die Halle und unser Hotelzimmer. Die Mahlzeiten wurden direkt aufs Hotelzimmer gebracht.» Die Schutzmassnahmen waren derart streng, dass alle Beteiligten rund um die Uhr von staatlichen Ärzten und Funktionären überwacht wurden. Auch der Weltverband und die Turnierorganisatoren hatten nur geringe Einflussmöglichkeiten. 

Der thailändische Staat gab den Takt vor und setzte die verordneten Anticoronamassnahmen strikte um. «Das Hotel lag in Laufdistanz zum Stadion. Trotzdem wurden wir immer mit Extrabussen hin und her gefahren. Alles andere war verboten.» Das Hotelzimmer durfte nur verlassen werden, wenn der Bus fuhr oder wenn ein Corona-Test in der Lobby anstand. «Immerhin hat der Staat nach zweieinhalb Wochen einen Bereich vor dem Stadion abgesperrt, wo wir frische Luft schnappen konnten.»

Innerhalb des Stadions galten ebenfalls strenge Regeln. Lediglich auf dem Schiedsrichterstuhl war es ihm als Schiedsrichter erlaubt die Maske abzunehmen. Dort konnte er seinen Job wie gewohnt verrichten. Ivo Kassel ist mit seiner persönlichen Leistung zufrieden. Immerhin war es der erste internationale Wettkampf seit über einem Jahr. «Es war wichtig, wieder eine Routine zu erlangen», sagt der Schiedsrichter vom Badmintonclub Uzwil. Dies auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio. Ivo Kassel ist als einziger Schweizer Schiedsrichter für den Grossanlass selektioniert. Für ihn wird es die zweite Teilnahme an Olympischen Spiele sein.

(Matthias Zindel)