Nein, die Geschwindigkeit habe nicht zwingend einen direkten Einfluss darauf, ob sich ein Auto bei einem Unfall überschlägt oder nicht, erklärt Polizeisprecher Daniel Meili auf die entsprechende Anfrage. Gerade bei der Kollision vom letzten Samstag in Wängi gäbe es keine Hinweise darauf, dass die beteiligten Autos zu schnell unterwegs gewesen seien. Vielmehr könne es zum Überschlagen kommen, wenn ein Fahrzeug nach einer Kollision «weiterdriftet und dann mit der Querseite auf ein festes Hindernis trifft», führt Daniel Meili aus. Gleiches könne vorkommen, wenn man neben die Strasse gerate und beispielsweise einen Stein treffe oder auf eine Böschung auffahre.

Bei normaler Fahrweise unwahrscheinlich

Dass sich Autos überschlagen haben, hat die Kapo TG seit Beginn des Jahres schon mehrfach beschäftigt, dies geht auch aus den Polizeimeldungen hervor. Dort wurden allerdings nur jene veröffentlicht, bei denen es Verletzte gegeben hatte. Daniel Meili beruhigt aber, denn grundsätzlich seien moderne Autos so gebaut und getestet, dass ein Überschlagen bei normaler Fahrweise sehr unwahrscheinlich ist.

Dieses «feste Hindernis» dürfte gemäss bisherigen Erkenntnissen beim Unfall in Wängi ein Randstein gewesen sein. Die Kapo TG geht denn auch davon aus, dass ein anderes Auto die rechte Heckpartie des Wagens der 65-Jährigen getroffen hatte. Daraufhin sei deren Wagen in Richtung Trottoir geschleudert worden und hatte sich dort mit den Rädern am Randstein «eingehängt». Dies habe dann gereicht, das Auto seitlich umstürzen zu lassen.

Nicht zwingend schwerverletzt

Man mag annehmen, dass ein solch spektakulär anmutender Unfall auch zu schweren Verletzungen der Insassen führen muss. Aber ähnlich wie mit der Geschwindigkeit lässt sich gemäss Daniel Meili auch hierzu keine allgemeine Aussage treffen. Ganz im Gegenteil, es sei schon vorgekommen, dass Menschen völlig unversehrt aus einem überschlagenen Auto ausgestiegen seien. Gerade der Sicherheitsgurt sei besonders wichtig, denn dieser halte die Insassen in der richtigen Position. Details zum Gesundheitszustand der verletzten Lenkerin aus Wängi sind Daniel Meili zwar nicht bekannt, aber er wisse, dass die 65-Jährige noch am gleichen Tag im Spital habe polizeilich befragt werden können.