An der Mitgliederversammlung der CVP-Ortspartei Zuzwil sorgte neben der Suche nach einem Präsidenten vor allem der Entscheid des Gemeinderates, in der neu zu bauendenden Turnhalle mit der alten Heizung weiterzukutschieren, für viel Gesprächsstoff.Kritik an Kantonalpartei
Interimspräsident Freddy Noser wickelte die obligaten Traktanden nach einem eher ruhigen Parteijahr ohne grosse Wahlen zügig ab und erläuterte in seinem Jahresbericht, was den Vorstand beschäftigt hatte. Die beiden brisanten Abstimmungen über einen Turnhallen-Neubau sowie die Teilzonenplan-Revision Ebnifeld waren ebenso Thema wie die Neuwahl eines GPK-Mitglieds, die Neuzuzügerbegrüssung, das Sessionscafé und der Behördentreff mit dem Gewerbe.

Harsche Kritik übte Noser an der Kantonalpartei, welche sich in verschiedenen Fragen alles andere als optimal verhalten habe. Speziell erwähnt wurde die Haltung der Fraktion zum Übertretungsstrafgesetz, besser bekannt unter dem Begriff Burkaverbot, das in der abgesegneten Form gar nicht durchführbar sei.

Präsidentensuche geht weiter
Obwohl die CVP Zuzwil in den Behörden eine solide Vertretung stellt und viel Verantwortung mitträgt, fehlt der Partei der Kapitän, der das Schiff durch die Wogen der künftigen Herausforderungen lenkt.

Vorstandsmitglied Christoph Schönenberger dankte Vizepräsident Freddy Noser für seine hervorragende Arbeit und forderte in seinem Plädoyer die Mitglieder auf, bei der Suche nach einem Parteipräsidenten alle Hebel in Bewegung zu setzen. Der gut funktionierende Vorstand sollte auch nach aussen wieder durch einen gewählten Präsidenten repräsentiert werden können.

Behördenvertreter geben Auskunft
Die Lektüre der verschiedenen Amtsberichte aus Schule und Gemeinde gab Anlass zu vielen Fragen an die Behördenvertreter. So mussten Gemeinderätin Petra Mosimann und ihr Kollege Christoph Ammann erklären, was in den strategischen Legislaturzielen mit sanftem, qualitativem Bevölkerungswachstum gemeint sei.

Gelobt wurden die Regionalisierung der Spitex sowie das zeitnahe Informieren der Bevölkerung über laufende oder abgeschlossene Projekte durch die Gemeindebehörden. Gerügt wurde die fehlende Möglichkeit, bei der Gestaltung der künftigen Rasenspielfelder mitzudiskutieren. Es fehle einfach immer noch ein Gesamtkonzept, meinte ein Votant.

Hallenbad: Schliessung oder Sanierung?
Das Lernschwimmbecken im Oberstufengebäude Sproochbrugg zählt schon rund 50 Jahre. Wieder steht eine Sanierung zur Diskussion. Weil die Oberstufe das Bad aber nicht benützt und trotzdem mitbezahlt, steht eine grundsätzliche Abklärung an. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der Primarschulgemeinden, der Oberstufenschulgemeinde sowie der Gemeindebehörden aus Niederhelfenschwil und Zuzwil führt eine ergebnisoffene Diskussion und will im Herbst ein Konzept vorlegen. Dann wird die politische Diskussion starten können.

Die Kinder der Primarschulgemeinden Zuckenriet, Lenggenwil und Niederhelfenschwil benützen das Bad und diese Schulgemeinden müssten es in Zukunft auch finanzieren. Die Schülerinnen und Schüler der Primarschulgemeinde Zuzwil fahren nach Wil. Männiglich fragt sich, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn diese das Becken in der Sproochbrugg benützten, zumal das Postauto vor dem Schulhaus anhält und die Gemeinde Zuzwil auch Miteigentümerin der Sproochbrugg ist.

Weitsicht und Nachhaltigkeit fehlen
Die Abstimmung über einen Turnhallenneubau ist zwar positiv verlaufen, aber ohne Glanzresultat. Die Diskussionen über den Entscheid des Gemeinderates, die alte Heizung nicht durch eine Anlage mit erneuerbarer Energie zu ersetzen, gehen in der Bevölkerung weiter. Viele schütteln noch immer den Kopf und können es nicht verstehen, dass man eine 30-jährige Halle abreisst und mit Nachhaltigkeit und neuster Technik für den Neubau argumentiert, dann aber die Weitsicht vermissen lässt und wegen des Geldes die in die Jahre gekommene Gasheizung nicht ersetzt.

Das Zuzwiler Stimmvolk hat immer wieder bewiesen, dass es sinnvolle Projekte unterstützt und dafür das nötige Geld locker macht. Es hätte für eine nachhaltige Lösung auch 11 Millionen bewilligt. Weil nach der Abstimmung die Planung schon weit fortgeschritten ist, kann nach Ansicht des CVP-Vorstandes das Ruder jetzt nicht mehr zurückgerissen werden, weshalb man auf eine Intervention verzichtet.

Superkanal oder Stollen?
Auch die Sanierung des Dorfbachs für ein Jahrhunderthochwasser sorgt in der Gemeinde für Diskussionen und rote Köpfe. Viele können sich nicht vorstellen, dass sich eine vergitterte Schlucht durchs Dorf zieht und viele Grundeigentümer für eine Sanierung Boden abtreten sollten.

Es ist dem Gemeinderat hoch anzurechnen, dass er den Vorschlag einer Ad-hoc-Gruppe, einen Stollen unter dem Kirchhügel zu realisieren, intensiv prüfen und abklären lässt. Gemeinderat Amman stellte in Aussicht, dass der Gemeindepräsident spätestens an der Vorgemeinde darüber informieren werde.