Noch sind es rund eineinhalb Monate bis zum 1. Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen in Niederhelfenschwil. Aber bereits jetzt ist der Wahlkampf ordentlich facettenreich. Neuester Aspekt: Gemeindepräsidiums-Kandidat Willy Bläuer kündigte am Mittwochabend vor versammelter Runde an, nicht am Wahlpodium vom 26. August teilzunehmen. An dieses sind die anderen beiden Gemeindepräsidiums-Kandidaten und er eingeladen. Doch was ist der Grund für diesen Entscheid? Bläuer passt nicht, dass die Findungskommission den Moderator stellt. Es handelt sich um Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter der Wiler Zeitung. Dabei geht es weniger um die Personalie Schönenberger, als viel mehr darum, dass die Findungskommission den Gesprächsleiter organisiert hat. Für Bläuer ist das nicht unabhängig. Zur Erinnerung: Eben diese Findungskommission hatte die Kandidatur von Bläuer nicht angenommen, weshalb der Zuckenrieter Unternehmensberater nun auf eigene Faust kandidiert.

Diese Ankündigung Bläuers ganz am Schluss war der emotionale Höhepunkt einer rund zweistündigen Veranstaltung in der Oberstufe Sproochbrugg in Zuckenriet, bei welcher sich die Kandidaten der Gesamterneuerungswahlen dem Publikum hatten vorstellen konnten.

Alle Kandidaten stehen rechts der Mitte

Das doch zahlreich erschienene Publikum konnte ein erstes Mal den auswärtigen Kandidaten live erleben. Es ist der 44-jährige Peter Zuberbühler, der Vater von sechs Kindern ist. Neben einem 100-Prozent-Job bei einer Frauenfelder Holzwerkstoff-Firma ist er auch Gemeinde- und Schulpräsident im zürcherischen Wasterkingen. Wie bringt er das alles unter einen Hut? «Man sagt, ich sei gut strukturiert und ich habe eine Familie, die voll hinter mir steht», sagte Zuberbühler. Er gehört keiner Partei an – und würde im Falle einer Wahl auch keiner beitreten. Er siedelt sich politisch aber rechts von der Mitte an. In der Diskussion um den künftigen Steuerfuss der Gemeinde Niederhelfenschwil, sagt Zuberbühler: «Es geht gar nicht um den Steuerfuss. Sondern um die Frage, welches Angebot man haben will.» Peter Zuberbühler wird als einziger der drei Kandidaten von der parteiübergreifenden Findungskommission portiert.

Keine Unterstützung von der Findungs-Gruppe bekommt SVP-Vertreter Damian Gahlinger. Warum dies so ist, beantwortet er im untenstehenden Video-Interview. Der heute 45-jährige dreifache Vater ist in der Gemeinde Oberbüren aufgewachsen, in einer Familie mit zehn Kindern. Der Inhaber einer Baufirma wohnt nun schon 15 Jahre in Niederhelfenschwil. Seit mittlerweile rund 4 Jahren ist Gahlinger Kantonsrat. Aus seiner Sicht ein klarer Vorteil, da er bei gewissen Themen direkt an der Quelle sitze, zum Beispiel beim Baugesetz.

Der dritte im Bunde, Willy Bläuer, hatte sich bereits am Abend davor ausführlich vorgestellt – und am Mittwochabend vor einem grösseren Publikum eine Zusammenfassung präsentiert.


Wahlkampf um den Gemeinderat

Auch die sechs weiteren Kandidaten für den Gemeinderat stellten sich vor. Unter ihnen sind die beiden FDP-Vertreter Roland Gübeli und David Buchmann sowie die parteilosen Johanna Burri, Juliane Hiltebrand und Patrick Mathis. Die Parteilosen haben sich zu einer parteifreien Liste zusammengetan. Zudem kandidiert als einziger «Bisheriger» Ruedi Gschwend. Drei Personen werden also überzählig sein.

Gespannt war auch erwartet worden, was Esther Nietlispach zu sagen hat. Sie kandidiert als einzige für das Primarschulpräsidium. Dass sie die Frau von Findungskommissionspräsident Eugen Nietlispach ist, wurde im Plenum nicht thematisiert. Dafür erwähnte sie, ab 2004 während zwei Legislaturen Primarschulrätin in Zuckenriet gewesen zu sein, ehe die Einheitsgemeinde eingeführt wurde. In dieser Zeit war ein Mittagstisch bei Privatpersonen eingeführt worden – und die Fremdsprachen Französisch und Englisch kamen in den Stundenplan. Nun will sich Esther Nietlispach weiter für eine «bereits gut geführte Schule» einsetzen.

Im Video: Das ist Peter Zuberbühler

 

Im Video: Das ist Damian Gahlinger

 

Das Video-Interview mit Willy Bläuer ist in diesem Artikel zu finden.