Die nationale OL-Saison ist offiziell beendet. Denn nach den «Swiss Orienteering Finals», die dieses Wochenende in Wil stattgefunden haben, gehen die Schweizer OL-Läufer in die Winterpause. «Es war ein aufregendes und spannendes Wochenende», sagt Roland Ludwig, OK-Präsident des Sportanlasses. Nach den aufwendigen Vorbereitungen und den zweitägigen Einsätzen seien die 200 freiwilligen Helfer des Vereins OL Regio Wil müde. Ludwig zieht nach zwei Tagen, drei verschiedenen Läufen und nach rund 4000 Starts eine positive Bilanz: «Wir sind mit dem Ablauf mehr als zufrieden.» Die drei verschiedenen OL-Formate (Team-Lauf, City-OL und Staffel-Lauf) seien reibungslos ausgetragen worden. Auch von den Läufern hätten die Organisatoren nur positives Feedback erhalten. Abwechslungsreich waren nicht nur die Läufe, sondern auch das Wetter. «Am ersten Tag hatten wir einen traumhaften Herbsttag», sagt OK-Präsident Ludwig, «am zweiten Tag war es bedeutend kühler und der Sturm kurz vor der Rangverkündigung hat uns etwas ins Schwitzen gebracht.» Aber trotzdem sei die Stimmung zu jeder Zeit gut gewesen. 

Hubmann-Brüder gingen nicht über den Start

Noch vor der Sprint-Staffel Schweizer Meisterschaft (SSM) hat der organisierende Verein OL Regio Wil auf ihre OL-Stars Martin und Daniel Hubmann aus Eschlikon gesetzt. Doch die Brüder rannten am grossen Abschluss der nationalen OL-Saison nicht über die Startlinie. Im Video-Interview erklärt Martin Hubmann, OL-Europa- und Weltmeister, warum er und sein Bruder ausgefallen sind:

 
Interview mit dem Eschlikoner  OL-Läufer Martin Hubmann und Impressionen vom Staffel-Sprint der «Swiss Orienteering Finals» in Wil. (Video Magdalena Ceak)

Statt Daniel und Martin Hubmann rannten Janik Portmann und Julian Bleiker mit Lena Imhof und Marcia Mürner in einem Team. Für einen Podestplatz hat es zwar nicht gereicht. Die Elite-Läufer des OL Regio Wil haben es auf den siebten Rang geschafft. «Das ist eine gute Leistung», ist OK-Präsident der Veranstaltung Ludwig überzeugt, «musste der Verein einen Tag vor dem grossen Lauf nach einem Ersatz für Daniel Hubmann suchen.»

Bereit für die Sprint-Staffel waren Nina und Lisa Hubmann, die beiden Cousinnen der Hubmann-Brüder. Und das mit Erfolg: In der Kategorie «Junioren bis 16» haben sich die beiden Läuferinnen zusammen mit Mischa Ziegler und Joschi Schmid den ersten Rang geholt. «Die Mehrheit der Vereinsmitglieder war in die ganze Organisation eingespannt», erzählt Ludwig, «aber uns war es wichtig, dass unser Nachwuchs mitmachen kann.»

Nächster nationaler OL-Anlass?

Nach den «Swiss Orienteering Finals» steht mit dem Wiler OL für OL Regio Wil nächstes Jahr im Oktober ein kleinerer Anlass auf dem Programm. «Der Verein OL Regio Wil ist sich zwar gewöhnt grössere Sport-Veranstaltungen auf die Beine zu stellen», sagt Ludwig, «aber nun möchten wir wieder zwei bis drei Jahre eine Pause einlegen.» Der OK-Präsident kann sich durchaus vorstellen, dass der Verein beim nächsten Mal den nationalen Anlass im Toggenburg oder Hinterthurgau organisiert. 

Weitere Informationen zu den «Swiss Orienteering Finals» und die Ranglisten gibt es unter: www.sof2019.olregiowil.ch

______________________________________________________________________________________________ 

Am Samstag, 2. November, hat hallowil.ch vom ersten Tag der «Swiss Orientierung Finals» berichtet: 

Orientierungslauf: Rund 4000 Starts und ein grosses Ziel 

Bereits vor zwei Jahren hat sich Wil für die «Swiss Orienteering Finals» beim Schweizer Dachverband Swiss Orienteering beworben. Denn der Abschluss der nationalen OL-Saison muss gut geplant sein. «Man darf die Organisation einer solchen Sportveranstaltung nicht unterschätzen», sagt Benjamin Müller, Medienverantwortlicher OL Regio Wil und selbst OL-Läufer. Schliesslich mussten für dieses Wochenende drei verschiedene und nicht zuletzt auch attraktive OL-Formate – Team-Lauf, Einzellauf und Staffellauf – vorbereitet werden. Und nicht nur das: «An diesen zwei Tagen gehen Läufer aus den unterschiedlichsten Alterskategorien an den Start», erklärt Müller. Das seien rund 4000 Starts. «Das muss also gut gestaffelt und organisiert sein», betont Müller. Deshalb seien die beiden Tage, die in Wil ganz im Zeichen des Orientierungslaufes stehen, für den Verein OL Regio Wil bedeutend. Herausfordernd ist die ganze Organisation auch deshalb, weil die verschiedenen Läufe an unterschiedlichen Lokalitäten durchgeführt werden.

Überhaupt ist die Bahnlegung für die «Swiss Orienteering Finals» eine bedeutende und herausfordernde Aufgabe. «Alleine die Planung für jeden einzelnen Lauf sowie dessen Posten ist eine sehr anspruchsvolle sowie aufwendige Arbeit», betont Müller. Für diese seien sogenannte Bahnleger verantwortlich, die bereits vor einem Jahr mit der Planung der drei verschiedenen Läufe angefangen haben. So wurde der Team-Wettkampf mit 100 Posten im Wald des Gebietes Dietschwiler Höchi geplant und aufgestellt. Beim nationalen Sprint und beim City-OL, die am Sonntag, 3. November, stattfinden, rennen die OL-Teilnehmer durch die Wiler Altstadt. Und der Staffel-Sprint, der ebenfalls am zweiten OL-Tag ausgetragen wird, wird im Bergholz gestartet sowie beendet. «Für die verschiedenen Läufe haben wir drei Bahnlegungs-Teams gebraucht», so Müller. Es liege auch an den Bahnlegern die Posten für die Elite-Läufer technisch anspruchsvoll und die Posten für die OL-Einsteiger etwas einfacher zu legen. Nach Angaben von Mediensprecher Müller funktioniere eine solche Organisation ohne freiwillige Helfer nicht. 200 Mitglieder von OL Regio Wil seien vor dem Sportanlass und während der OL-Veranstaltung in der Äbtestadt im Einsatz.

Platz 2 für Talente des Nachwuchskaders Nordostschweiz

Aber nicht nur für die Organisatoren steckt hinter den «Swiss Orienteering Finals» eine umfangreiche Vorbereitung. Auch für die Athleten. «Eine besondere Herausforderung stellen dabei die Team-Läufe dar», meint Mediensprecher Müller. Immerhin bekommen die Läufer erst wenige Minuten vor dem Start die Karten mit verschiedenen Posten. hallowil.ch hat ein Team mit drei Wiler Läuferinnen aus der Kategorie «Damen 16» bis zum Startschuss begleitet und in einer Audioslideshow dokumentiert:

 
So bereiten sich drei OL-Nachwuchstalente der Kategorie «Damen 16» für ihren Team-Lauf an den «Swiss Orienteering Finals» vor. (Audioslideshow: Magdalena Ceak)


Das «Damen 16»-Team des OL Regio Wil, Nina und Lisa Hubmann sowie Daniela Meyerhans, haben sich am ersten Tag der «Swiss Orientierung Finals» auf den zweiten Platz gekämpft. Die drei Talente gehören auch zum OL-Nachwuchskader der Nordostschweiz. 

Ein Familien-Sport

Müller ist der Meinung, dass der OL «eine unterschätze Sportart» ist. Sie bekomme – im Vergleich zu anderen Sportarten – zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei sei der OL ein generationenübergreifender Sport. «Wenn man beobachtet, wer sich alles für die ‘Swiss Orienteering Finals’ angemeldet hat, dann erkennt man, dass der OL ein Generationen-Sport ist», erklärt Müller ausführlich. Von Kindern, Jugendlichen über den Kadernachwuchs, Elite-Läufer bis hin zu Senioren – der OL eigne sich für jedes Alter. «Familien können so zusammen an Wettkämpfen teilnehmen und in ihren Kategorien starten», so Müller. Und es komme oft vor, dass ganze Familien an nationalen OL-Veranstaltungen teilnehmen.

Auch am Sonntag, 3. November, wird hallowil.ch über die «Swiss Orienteering Finals» berichten.