Einige Feiern sind grösser, einige kleiner und wieder andere wurden ganz abgesagt, die Übersicht von hallowil.ch bietet dazu einen Überblick. Soviel vorweg: Einige Feiern sind bereits im Gange, denn mancherorts wird der 1. August schon am 31. Juli gefeiert.

Aber warum feiern wir den Geburi der Schweiz überhaupt am 1. August und nicht zum Beispiel am 12. September oder am 8. November? Der Blog «swissinfo» sowie jener der Schweizerischen Nationalbibliothek geben Aufschluss.

Arbeitsfrei erst seit 1994

Naheliegend wäre an sich der 12. September gewesen, denn an diesem Tag hat die demokratische Schweiz ihre Verfassung bekommen, und zwar im Jahr 1848. Noch heute wünschen sich manche Schweizerinnen und Schweizer, dass die Verfassungsgebung gefeiert würde – und nicht der Rütlischwur. Doch der 12. September war offenbar nicht genehm, man verliess sich lieber auf den Mythos Rütlischwur und die Gründung der Eidgenossenschaft. Fotos der historischen Verfassung finden sich auf der Website des Schweizer Parlaments. 

Allerdings datierte der mittelalterliche Chronist Aegidius Tschudi den Schwur und damit die Geburtsstunde der Schweiz auf den 8. November 1307. Dieses Datum galt so lange, bis der verschollene Bundesbrief wiederentdeckt wurde. Dieser ist datiert auf Anfang August 1291. Und so wird der Nationalfeiertag seit 1891 am 1. August gefeiert, dass er als jährlich wiederkehrendes Event gilt, wurde aber erst zehn Jahre später definitiv. Übrigens: Als arbeitsfreier Feiertag gilt er erst seit 1994.

Was ist eigentlich der Bundesbrief?

Der Bundesbrief von Anfang August 1291 gilt als ältestes Verfassungsdokument der Schweiz. Die drei Urschweizer Kantone Uri, Schwyz und Nidwawlden sichern sich darin gegenseitig Hilfe zu. Ausserdem sollen keine fremden Richter geduldet und bestehende Herrschaftsverhältnisse nicht verändert werden. Der Bundesbrief regelt zudem Streitereien sowie straf- und zivilrechtliche Angelegenheiten.