Exakt 60 von gut 4'000 Stimmberechtigten nahmen an der Versammlung teil. Ihnen schilderte Paul Gähwiler, Präsident des Kirchenverwaltungsrates, dass die Behörde im letzten Jahr angefragt worden sei, ob sie Standorte bei den Kirchen in Niederuzwil und Henau für Mobilfunkantennen mit 5G-Technologie zur Verfügung stellen würde. Der Kirchenverwaltungsrat hatte zu Recht Respekt vor dem Entscheid. Auch wenn er grundsätzlich in seiner Kompetenz gelegen hätte, wollte er die Meinung der Bürgerschaft dazu einholen. Denn praktisch überall, wo eine 4G-Antenne aufgerüstet oder eine 5G-Antenne aufgestellt wird, lässt der Widerstand nicht lange auf sich warten. Das war auch an der Versammlung der Fall.

Befürworter in der Minderzahl

Im Grunde ging es zwar nur indirekt um schnelles Internet. Die Kirchgemeinde wollte ja nicht Betreiberin von 5G-Antennen werden, sondern lediglich Standorte dafür zur Verfügung stellen. Der Präsident betonte, dass sie bei der Realisierung in zweifacher Hinsicht profitieren würde. Zum einen nutzt sie die modernen technischen Informationsmöglichkeiten selber immer stärker, besonders seit den pandemiebedingten Einschränkungen. Überdies wären Mietzinseinnahmen von jährlich 20'000 Franken bei sinkenden Steuererträgen hochwillkommen. In der Diskussion meldeten sich lediglich drei Votanten, die sich alle gegen 5G-Antennen aussprachen. In der Konsultativabstimmung lehnten 31 Stimmberechtigte das Ansinnen ab, 15 sprachen sich dafür aus.

Steuerrückgang budgetiert

Die statutarischen Geschäfte erforderten wenig Zeit. Die Jahresrechnung 2020 mit einem Überschuss von 3'500 Franken wurde ebenso einstimmig gutgeheissen wie das Budget 2021 mit einem Fehlbetrag von 60'000 Franken. Für das Defizit, das sich aus der Reserve finanzieren lasse, wurde unter anderem der Steuerrückgang angeführt. Ausserdem erwähnte Paul Gähwiler, dass die Kirchgemeinde keine Kurzarbeitsentschädigungen reklamiere und beispielsweise ihre Kirchenmusiker auch für nicht durchführbare Anlässe voll entschädige.

Sanierung kostet 1,9 Millionen

Die Christkönigskirche Niederuzwil ist bald 90 Jahre alt und ist vor 30 Jahren letztmals renoviert worden. Roland Lüthi, Mitglied der Baukommission, bezeichnete den Allgemeinzustand der Kirche als passabel. Gewisse Mängel aber seien offensichtlich. Architekt Klemens Dudli hat sie in einem Bericht aufgelistet. So müsse die Verbindung zwischen Kirche und Pfarrhaus abgebrochen werden. Die Seiteneingänge sind nicht behindertengerecht zugänglich. Der Glockenstuhl muss saniert werden. In den Bereichen Heizung und Lüftung, Beleuchtung und Akustik sind Verbesserungen nötig. Die Kostenschätzung rechnet mit einem Aufwand von 1,9 Millionen Franken.

Verdiente Demissionäre

Weil im letzten Jahr die Bürgerversammlung durch eine Urnenabstimmung ersetzt worden war, würdigte der Präsident die im letzten Jahr und heuer zurückgetretenen Amtsträger. Aus dem Verwaltungsrat waren dies Pius Böhi (14 Amtsjahre) sowie Patricia Osterwalder und Edgar Wirth (je 8 Amtsjahre). Cirin Decurtins und Kurt Bloch haben je 8 Jahre in der GPK mitgewirkt. Cyrill Eichmann wurde für seinen langjährigen Einsatz in der Synode geehrt. Als Nachfolger für den aus der Gemeinde weggezogenen Kurt Bloch ist Marc Brühwiler neu in die GPK gewählt worden.