Die Entsorgung von Grüngut ist in der Region Wil und somit im Einzugsgebiet des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) unterschiedlich geregelt. Während grosse Gemeinden wie Uzwil, Oberuzwil und Gossau ein eigenes System haben, schliessen sich immer mehr Gemeinden der Bioabfuhr das ZAB an. Nachdem Flawil auf dieses Jahr hin dazugestossen ist, erfolgt per 1. Januar 2019 auch in Zuzwil die Umstellung – als 15. Gemeinde in der Region. Das Team um Urs Flammer, das seit dem Jahr 1996 das Grüngut zusammensammelt, wird somit im Spätherbst dieses Jahres letztmals unterwegs sein.

Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger spricht von einem «deutlichen Mehrwert», der mit der Bioabfuhr geboten wird. Konnte und kann bis jetzt nur Grüngut aus dem Garten mitgegeben werden, so können ab nächstem Jahr auch Haushaltabfälle wie Speisereste zur Mitnahme bereitgestellt werden – also beispielsweise Fleisch, Fisch, Brot, Kaffee- sowie Teesatz, Obst- und Gemüseabfälle, Eierschalen und Rüstabfälle, Federn und Haare, Kleintiermist, Backabfälle sowie kompostierbare Grünabfallbeutel.

Warum es zu Geruchsbildung kommt
Die Bundesverordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen schreibt vor, dass die biogenen Abfälle rein stofflich verwertet oder zur Vergärung verwendet werden müssen. Der Vorteil der Vergärung besteht darin, dass in einer ersten Stufe des Prozesses eine energetische Nutzung stattfindet – nämlich Produktion von Gas – und anschliessend das Gärgut stofflich verwertet werden kann. Bei der Kompostierung hingegen erfolgt nur eine stoffliche Verwertung. Die fehlende «energetische Nutzung» bei Kompostierung ist die Ursache der Geruchsbildung.

Mit der Einführung der Bioabfuhr wird eine Ganzjahressammlung mit etwa 44 Sammeltouren angeboten – wöchentlich von April bis November und in den Wintermonaten alle zwei Wochen. Die Bereitstellung in Kübeln zwischen 80 und 800 Litern an den noch festzulegenden Sammelpunkten ist möglich. Es gelten in allen Gemeinden des ZAB-Gebietes die gleichen Preise für Einzelleerungen respektive für eine Jahrespauschale – und dies seit 20 Jahren. Die Jahrespauschale für einen 80 Liter-Grünkübel beträgt 100 Franken oder für einen 240 Liter-Grünkübel 300 Franken für die über 40 Leerungen. Einzelleerungen werden für 16 Franken angeboten. Der Verkauf von Einzelmarken und Jahresvignetten erfolgt durch die Gemeinde und bei weiteren Verkaufsstellen. War die Bioabfuhr für den ZAB zuerst defizitär, so ist sie mittlerweile ein Nullsummenspiel, da immer mehr Gemeinden mitmachen und die Logistik effizienter wird.