Die psychiatrische Versorgung der Bevölkerung des Kantons St.Gallen obliegt zwei rechtlich eigenständigen Unternehmen; der Psychiatrie St.Gallen Nord mit Hauptstandort Wil und den Psychiatrie- Diensten Süd mit Hauptsitz Pfäfers. Die beiden Unternehmen haben den gleichen Verwaltungsrat. In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit stetig intensiviert. Mit dem Ziel, vorhandene Synergien zu nutzen und für die Bevölkerung eine integrierte, wohnortnahe und qualitative hochstehende psychiatrische Versorgung im Kanton St. Gallen zu gewährleisten. «Im Rahmen einer Kooperationsstrategie wird das Angebot in der psychiatrischen Grundversorgung nun harmonisiert und die Entwicklung von Spezialangeboten vorangetrieben», heisst es in einer Medienmitteilung der Psychiatrie St. Gallen Nord.

Gleiche Behandlungsqualität im ganzen Kanton

Wie sieht die aktuelle Ausgangslage aus? Die Beratung, Abklärung und Behandlung von psychischen Erkrankungen bei erwachsenen Menschen ist im Kanton St.Gallen an insgesamt neun Standorten möglich: in Wil, St.Gallen, Rorschach, Wattwil, Pfäfers, Heerbrugg, Trübbach, Uznach und Rapperswil. Es stehen ambulante, tagesklinische und stationäre Settings zur Verfügung. Daneben besteht auch die Möglichkeit, sich Zuhause behandeln zu lassen. In den letzten zwei Jahren haben die beiden Psychiatrien viel Zeit und Energie in die Entwicklung einheitlicher Behandlungsrichtlinien investiert. «Die St.Galler Bevölkerung soll von der gleichen Behandlungsqualität profitieren können – unabhängig davon, an welchem Standort sich jemand behandeln lässt. Ab April werden nun auch die ersten gemeinsam entwickelten Spezialangebote unter dem Namen 'Psychiatrie St.Gallen' schrittweise eingeführt», wird weiter in der Mitteilung informiert. Diese spezialisierten Behandlungsformen sind an ausgewählten Standorten im Kanton verfügbar.

Zwei Stationäre Angebote: eines in Wil

Die kantonalen Spezialangebote der beiden Psychiatrien beinhalten aktuell zwei stationäre Angebote. Zum einen bietet die Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil eine spezialisierte stationäre Behandlung für stressbedingte Erkrankungen an. «Ein fachkundiges interdisziplinäres Team und vielfältige Therapiemöglichkeiten machen es möglich, dass Patienten ihre körperliche und seelische Stabilität wiedererlangen können.» Zum andern steht der Bevölkerung in Pfäfers bei den Psychiatrie-Diensten Süd ein weiteres neu konzipiertes Spezialangebot zur Verfügung; die stationäre Behandlung von Menschen mit einer schweren Persönlichkeits- und Traumafolgeerkrankung. Sie wird individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten ausgerichtet und beinhaltet nebst Psychotherapie weitere modulare Therapiebausteine. Das Angebot ist einzigartig im Kanton St. Gallen.

Neue ambulante Angebote an mehreren Standorten

«In der ambulanten Versorgung ist die Zusammenarbeit bereits sehr weit fortgeschritten», heisst es weiter in der Medienmitteilung. Die beiden Psychiatrien können heute ambulante Spezialangebote an mehreren Standorten gleichzeitig anbieten. Das kantonsweite Angebot der psychiatrisch-psychotherapeutischen Schwangerschaftssprechstunde ist zum Beispiel in Heerbrugg, Wil, St.Gallen und Rapperswil verfügbar. Die spezialisierte heilpädagogisch-psychiatrische Behandlung von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung erfolgt in Heerbrugg, Uznach, St. Gallen und Wil. Weiter umfasst das neue Angebotsportfolio die Behandlung von Schlafstörungen (Rorschach), die Beratung von Menschen mit Übergewicht (Uznach), die Psychoonkologische Begleitung (Trübbach) und eine Sprechstunde Sexuelle Orientierung, Genderdysphorie und Intersexualität (Trübbach und Rapperswil).

Zusammenarbeit geht in die nächste Runde

Mit der Lancierung der ersten kantonalen Spezialangebote im April ist die Zusammenarbeit der beiden Psychiatrien nicht beendet. Die beiden Unternehmen werden weiterhin bestrebt sein, die bestehenden Angebote auf zusätzliche Standorte im Kanton auszuweiten und neue Spezialangebote zu entwickeln. «Im Laufe des Jahres wird unter anderem ein neues ambulantes Angebot in Wil für Patienten mit einer Zwangsstörung ausgebaut. Auch im Bereich der Alters- und Neuropsychiatrie ist ein weiteres gemeinsames kantonsweites Angebot geplant.»